Roberto Benigni
* 27. Oktober 1952 in Misericordia, Toskana, Italien • Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor • Biographie • Interviews • Oscars • Filmografie •
Roberto Benigni Biographie Er gehört international zu den erfolgreichsten Komikern, Filmemachern und Entertainern und hat mit Das Leben ist schön sein ambitioniertestes und bewegendstes Werk gedreht. Roberto Benigni erzählt darin eine Geschichte von der Macht der Liebe und der Phantasie vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges in Italien.

Roberto Benigni wurde 1952 in dem toskanischen Dorf Misericordia bei Arezzo als Sohn eines Eisenbahners in ärmlichen Verhältnissen geboren. Der Vater arbeitete in Norditalien und kehrt nur selten heim, so dass der kleine Roberto mit der Mutter und drei Schwestern unter Frauen aufwächst.

Anfang der 70er Jahre beginnt in Rom die Karriere Benignis mit alternativem Theater und Ein-Mann-Shows als eine von ihm selbst kreierte groteske Bühnenfigur. 1976 tritt der 24jährige in der populären TV-Serie Onda libera - Televacca auf. Ein Jahr später hat er bereits seine erste Filmrolle in Berlinguer ti voglio bene von <>BGiuseppe Bertolucci, Bernardos Bruder.

Obwohl katholisch erzogen, attackiert er mit Vorliebe komisch und satirisch die Moral der römisch-katholischen Kirche und bekommt sogar einmal einen Prozeß mit dem Vatikan, weil er beim Song-Festival von San Remo papstlästerliche Äußerungen über Sex gemacht hat. Nach seinem Leinwanddebüt bei Bertolucci, mit dem er auch das "Berlinguer ti voglio bene" schreibt, spielt er mehrere kleinere Filmrollen bei so bedeutenden Regisseuren wie Luigi Zampa, Constantin Costa-Gavras, Paolo Pietrangeli, Bernardo Bertolucci und Marco Ferreri, mit dem er ebenfalls am Drehbuch zu Mein Asyl arbeitete.

Zum erstenmal ist der Schauspieler Roberto Benigni 1982 sein eigener Drehbuchautor und Regisseur in Tu mi turbi - Nicoletta Braschi ist bereits als Partnerin dabei. Bei der nächsten Regie tut er sich mit Massimo Troisi zusammen, mit dem er auch das Drehbuch zu Die Lucky Boys (1984) schreibt.

Der internationale Durchbruch kommt für Benigni 1985 mit Regisseur Jim Jarmusch, der ihn als italienischen Kleinkriminellen neben Tom Waits und John Lurie in der lakonischen Komödie Down By Law. Mit Jarmusch drehte er auch den Kurzfilm Coffie And Cigarettes und ist am Drehbuch beteiligt.

Fünf Jahre später im Jahre 1991 hat Benigni wieder eine Glanzrolle bei Jarmusch in Night On Earth als römischen Taxifahrer, der während der Fahrt einem Priester sein gesamtes Sexualleben beichtet, worauf dieser prompt einem Herzinfarkt kriegt.

Der große, 1993 verstorbene Federico Fellini besetzte Benigni 1989 in der Hauptrolle eines schelmischen reinen Toren in seinem letzten Film Die Stimme des Mondes, einer Liebeserklärung an die letzten Individualisten in einer traditionsreichen, multikulturellen Moderne. Auch dieser Film bringt dem italienischen Komiker, der so gerne naive Romantiker mit einer schönen Portion schlitzohriger Weisheit spielt, erneut internationale Berühmtheit. Wim Wenders gibt ihm dann eine kleine Rolle in In weiter Ferne so nah (1993).

Als Regisseur engagierte sich Roberto Benigni als Partner in Ein himmlischer Teufel 1988 den großen US-Schauspieler Walter Matthau. Wieder stammt auch das Drehbuch von Benigni selbst, ebenso wie bei seinen anderen Filminszenierungen Johnny Zahnstocher (1991) und Das Monster (1994), in denen er natürlich auch jeweils die Hauptrolle übernimmt mit seiner Partnerin Nicoletta Braschi, die er 1991 geheiratet hat.

Viel Spaß hat ihm außerdem die Rolle des unehelichen Sohnes von Inspektor Clouseau in Blake Edwards' Der Sohn des rosaroten Panthers (1993) gemacht.

Das Leben ist schön ist mit überwältigendem Erfolg in den italienischen Kinos gelaufen. Er wurde mit insgesamt neun Auszeichnungen des höchsten italienischen Filmpreises, den David di Donatello, gekrönt - darunter als Bester Film, für die Beste Regie, den Besten Hauptdarsteller und die Beste Kamera. In Cannes 1998 erhielt Das Leben ist schön den Großen Preis der Jury. Drei Oscars waren dann am Ende die Belohnung für seinen Film.

Das aktuelle Projekt von Benigni ist die französische Produktion Asterix und Obelix gegen Cäsar (1999), in der Gerard Depardieu sein Partner und Claude Zidi sein Regisseur ist.


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