Interview mit Rötger Feldmann
Rötger Feldmann Rötger Feldmann über Werner - Das muss kesseln!!!

Frage: Wann ist Ihnen die Idee zu Werner - Das muss kesseln!!! gekommen?

Rötger Feldmann: Die Idee, ein Auto mit einem Flugzeugmotor zu bauen, existiert schon lange. Die daraus folgende Idee zur Filmstory kam mir bereits vor gut vier Jahren.

Frage: Wollten Sie von Anfang an einen Film daraus machen?

Rötger Feldmann: Ja, mehr oder weniger schon. Zunächst habe ich mich mit meinem Bruder Andi zusammengetan. Andi und ich sind ja richtige Gagspezialisten. Dann brauchten wir jemanden, der einen roten Faden spinnen kann. Dafür haben wir Christian Sievers genommen. Christian hat 'ne Werbeagentur, und weil er was von der Werner-Materie versteht, haben wir ihn mit auf die Bahamas genommen. Auf 'ne einsame Insel, wo nur ein paar lustige Leute leben, die sehr nett zu uns waren. Da hatten wir unsere Ruhe, ohne Telefon, Fax und das alles. Fünf Wochen hockten wir dort und schrieben am Drehbuch. Als einziges Verkehrsmittel gab es ein Boot mit einem Außenborder. Mit dem konnte man von Insel zu Insel hüofen. Wir hatten mehrere Arbeitslocations, wir nannten sie unsere Zweigstellen.

Frage: Über "Werner - Beinhart" erzählten Sie, dass die Zeichner anfangs Probleme mit dem spezifischen Bröselstil hatten. Zum Beispiel damit, dass die Figuren keine klassische Stirn hatten. Wie lief das diesmal?

Rötger Feldmann: Diesmal gab es keinerlei Probleme, die Figuren umzusetzen. Ich habe nur generell Probleme, meine Figuren in einem Film animiert zu sehen. Ich seh' die lieber im Buch. Das ist aber mein persönliches Ding.

Frage: Liegt Ihnen der klassische Comic mehr als der Comicfilm?

Rötger Feldmann: Drehbuchschreiben macht natürlich viel Spaß. Wobei ich gemerkt habe, wie schwer es mir fällt, andere Leute die eigenen Ideen umsetzen zu lassen. Ich frage mich da laufend, ob die meine Gags auch wirklich richtig verstehen. Haben sie das Feeling für diese Art von Story? Es ist verdammt schwer, anderen den eigenen Humor zu erklären. Ich empfand das manchmal als ganz schön stressig. Ich glaube, das Comiczeichnen liegt mir mehr, weil es ruhiger abläuft.

Frage: Wie weit geht Ihre persönliche Beteiligung bei dem Projekt?

Rötger Feldmann: Ich bin für Manöverkritik in regelmäßigen Abständen während der Dreharbeiten vorbeigekommen. Das war mir wichtig.

Frage: Werner gibt's ja jetzt auch auf CD-ROM. Sind Sie ein Fan der neuen Medien?

Rötger Feldmann: Nee, nicht wirklich. Andere können mit der CD-ROM auch mehr anfangen als ich. Was wohl daran liegt, dass ich Computer langweilig finde. Ich warte lieber, bis die Computertechnologie so weit entwickelt ist, dass sich mehr bewegt und alles noch interaktiver wird.

Frage: Im Fernsehbereich wuchs die Sendezeit für Trickfilme seit 1992 um 57 Prozent, der Cartoon boomt. Womit erklären Sie sich das steigende Interesse an Comicfilmen?

Rötger Feldmann: Leider sind die Fernsehcomics total schlecht. Das sind so Minimal-Animationen - ich kann da gar nicht hingucken. Aber die Kinder von heute, die finden das lustig. Als ich klein war, habe ich Comics gelesen. Aber ich bin sicher, wenn es damals das Medium Fernsehen so stark gegeben hätte wie heute, hätte ich auch geguckt. Die Lütten sind ja ganz anders drauf heute.

Dirk Jasper FilmLexikon
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