| Interview mit Roy Edward Disney |
Er ist die graue Eminenz im Hause Disney. Roy Edward Disney,
der Neffe des berühmten Mickey-Maus-Erfinders, führt das
Lebenswerk seines Onkels Walt mit unerschütterlichem Eifer
fort. Dem 70-Jährigen ist es zu verdanken, dass 1984 trotz
finanzieller Engpässe Disneys Zeichentrick-Abteilung nicht
geschlossen wurde. Trotz seines hohen Alters erkennt Roy Disney die
Zeichen der Zeit - sein neues Trickfilmabenteuer "Disney's
Dinosaurier" gilt als Meilenstein auf dem Gebiet der
Computeranimation.
Roy Disney: Wir waren froh, dass es so gekommen ist. Der Film ist stellenweise sehr eindringlich, was kleine Kinder vielleicht nicht ohne weiteres verkraften. Wir wollten die Eltern warnen. Sonst kommt es am Ende vor, dass sie die Kids ohne Aufsicht für zwei Stunden ins Kino stecken, um Weihnachts-Einkäufe zu erledigen, und anschließend wundern sie sich, warum die Kleinen verheult aus dem Saal kommen.
Frage: Warum wagen es nur wenige Produzenten auf das Trickfilm-Terrain?
Roy Disney: Als Produzent hat man vor allem ein Problem mit der Finanzierung. Heute musss man mindestens 50 Millionen Dollar auftreiben und dann hat man die Wahl: Ein "richtiger" Film mit Schauspielern ist nach einem Jahr fertig. Bei Trickfilmen musss man vier bis fünf Jahre auf den Zahltag warten. Da ist es schwierig, Investoren für Trickfilme zu finden. Die sind für solche Projekte oft einfach zu ungeduldig.
Frage: Nach "In einem Land vor unserer Zeit" und "Jurassic Park" bringen sie nun einen weiteren Dino-Film in die Kinos. Was glauben sie: Warum sind Dinosaurier so beliebt?
Roy Disney: Keine Ahnung. Vielleicht, weil
Archäologen immer wieder Knochen von neuen Dino-Arten
ausgraben, und weil Museen diese Riesen-Skelette in ihre Hallen
stellen. Vielleicht aber auch, weil sie längst ausgestorben
sind und einfach enorm groß waren. Das macht sie zu
mysthischen Wesen, deren Welt man sich nur mit viel Phantasie
vorstellen kann. dass sie wirklich mal gelebt haben, ist schwer
vorstellbar.
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