Interview mit Sabine Postel
Sabine Postel "Marianne muss zum einen ihren Weg gehen, zum anderen ... den Typ Frau und Mutter verkörpern." Sabine Postel spielt in der TV-Serie Nesthocker - Familie zu verschenken die Rolle der Marianne Brandt.

Frage: In den neuen Folgen der "Nesthocker" wird Marianne sich mehr auf ihr eigenes Leben konzentrieren. Generell verkörpern Sie immer öfter den Typ der starken, freiheitsliebenden Frau. Liegt er Ihnen besonders?

Sabine Postel: Das kann man so nicht sagen. Generell spiele ich wie viele meiner Kollegen gerne Charaktere, die ganz anders sind als man selbst: komplexe Figuren, die große Probleme haben, die auch ein bisschen schräg sind. Aber da das Publikum einen Schauspieler gerne in einer Rolle sieht, die seinem wirklichen Wesen ähnelt oder ähneln könnte, muss man auch diese Erwartungshaltung ab und zu bedienen. Und das mache ich zum Beispiel mit meinen Rollen in den "Nesthockern" und im "Tatort".

Frage: Alle fühlen sich im Nest der Marianne Brandt wohl, keiner mag so richtig gehen - insbesondere die Ex-Schwiegermutter nicht. Sollte sich Marianne mehr durchsetzen oder können Sie deren "kleine Schwäche" ihren Lieben gegenüber nachempfinden?

Sabine Postel: Marianne muss zum einen ihren eigenen Weg gehen, zum anderen aber muss sie allen emanzipatorischen Zügen zum Trotz auch den Typ Frau und Mutter, die strauchelt, die immer mal wieder nachgibt, verkörpern. Es ist sehr wichtig, diese Ambivalenz glaubhaft darzustellen.

Frage: Krystian Martinek ist neu in der "Nesthocker"-Familie und möglicherweise bahnt sich etwas an zwischen Max und Marianne ... Was gefällt ihr an diesem Mann?

Sabine Postel: Max Assauer ist charmant, witzig und intelligent. Eine Mischung, die ihn für Marianne sehr interessant macht. Krystian Martinek ist übrigens auch charmant, witzig und intelligent. Das erleichtert die Zusammenarbeit, denn Krystian und ich haben nicht nur viele, sondern auch einige innige Szenen miteinander. Da ist eine private Grundsympathie sehr angenehm.

Dirk Jasper FilmLexikon
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