Interview mit Samuel L. Jackson
Samuel L. Jackson Keiner zweiter flucht so deftig wie Samuel L. Jackson. Egal, ob in Pulp Fiction oder in Jackie Brown - er gibt den Straßengangster stets authentisch. Aber Jackson kann auch anders.

Als Jediritter Mace Windu hat er gerade seinen zweiten Star Wars-Film abgedreht und auch in seinem neuesten Film Shaft sorgt der US-Superstar für Gerechtigkeit. Als ehemaliger Cop sorgt er dafür, dass ein rassistischer Mörder seine gerechte Strafe erhält. Frage: In Shaft geht?s mit Schießereien und Prügeleien hoch her. Wie haben Sie die Dreharbeiten erlebt?

Samuel L. Jackson: Ich glaube, ich schieße im Film nur vier Mal - sonst schwinge ich hauptsächlich meine Fäuste. Trotzdem: Die Ballerei macht Spaß. Ich bin als Kind immer mit meiner Plastik-Pistole durch die Nachbarschaft gezogen. Wir haben Verbrecher und Polizei gespielt, Indianer und Cowboy oder Soldat. Wir robbten durch die Vorgärten und haben unsere eigene Film-Musik dazu gesungen?

Frage: Sie gelten in Hollywood als Workaholic. Vier Kinofilme pro Jahr sind für Sie ganz normal. Warum arbeiten Sie so viel?

Samuel L. Jackson: Keine Ahnung. Bei uns zu Hause war es eben immer so, dass alle jeden Tag zur Arbeit gegangen sind und das versuche ich auch. Und überhaupt: Ich liebe meinen Beruf. Ich musss ja nicht tagaus, tagein mit der Schaufel Gräben ausheben. Ich werde sehr gut bezahlt und komme viel in der Welt herum. Ich habe meistens sogar Zeit, mich vor Ort umzusehen. Das ist fast wie im Urlaub.

Frage: Als Shaft vor fast 30 Jahren ins Kino kam, wurde er binnen weniger Wochen zur Kult-Figur. Erinnern Sie sich noch daran?

Samuel L. Jackson: Ich saß 1971 im Kino und sah zum ersten Mal einen Helden, der so aussah und sprach wie ich. Er war unendlich cool und hatte die tollsten Frauen. Ich mussste den Film immer wieder ansehen und habe meine Mutter angebettelt, mir diesen "Shaft"-Mantel zu kaufen. Ich wollte auch seinen Haarschnitt haben. Wir wollten alle so cool sein wie John Shaft.

Dirk Jasper FilmLexikon
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