Stanley Kubrick ?
* 26. Juli 1928 in Bronx, New York, USA • ? 7. März 1999 in Herts, England • Regisseur, Produzent, Autor • Biographie • Oscars • Filmografie •
Stanley Kubrick Biographie Stanley Kubrick entstammt einer jüdisch-amerikanischen Mittelstands-Familie, sein Vater war Arzt, und wuchs im New Yorker Stadtteil Bronx auf. Bereits als 14-jähriger verkaufte er ein Foto an die Zeitschrift Look, die ihn drei Jahre später als Fotoreporter verpflichtete.

Die Arbeit als Fotograf füllte Kubrick jedoch nicht aus. Er kündigte und drehte 1950 mit Der Tag des Kampfes ("Day of The Fight") einen Dokumentarfilm über den Boxer Walter Cartier. 1951 folgte mit Der fliegende Priester ("The Flying Padre") ein weiterer Dokumentarfilm.

Freunde und die Familie finanzierten Kubrick dann seinen ersten Low-Budget-Spielfilm. 1953 drehte er Furcht und Begierde, der das Grundthema für seine weiteren Filme vorgab: Der seiner materiellen und geistigen Grundlagen beraubte Mensch, verloren in einer feindlichen Welt, versucht sich selbst zu verstehen.

Zwei weitere Film (Der Tiger von New York und Die Rechnung ging nicht auf) folgten, dann wurde der filmische Autodidakt von Hollywood gerufen. 1957 drehte Kubrick mit Wege zum Ruhm eine flammende Anklage gegen Krieg und Militarismus. Das von der Kritik hochgelobte Werk fiel beim Publikum völlig durch.

1959 wurde Stanley Kubrick von Kirk Douglas überredet, die Regie zum Historienschinken Spartacus zu übernehmen. Für Kubrick war das Ergebnis unterschiedlich zu bewerten. Er schuf zwar ein anerkanntes Genrewerk, hatte jedoch zum einzigen Mal keinen Einfluß auf den Film in seiner Endfassung. Gerade Kubrick legte wie kein anderer Wert darauf, dass er allen Einfluß für Kamera, Schnitt, Licht, Regie, Produktion und Marketing hatte.

Ein Jahr später siedelte Kubrick nach England über, weil er bei den US-Studios erhebliche Schwierigkeiten hatte, den heftig diskutierten Nabokov-Roman Lolita zu verfilmen, 1961 konnte er den Roman dann in England verfilmen.

In England entstand dann der Klassiker der Militarusmus-Kritik: Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben wurde ein Klassiker, der auch heute noch unbedingt mit Stanley Kubrick und Peter Sellers verknüpft wird. Mehrere Oscar-Nominierungen waren die Ausbeute.

Ein weiterer Klassiker, diesmal aus dem Science-Fiction-Genre, entstand in den Jahren 1965 bis 1968: 2001 - Odyssee im Weltraum beeindruckt selbst die Star Wars-verwöhnte Generation durch die Fülle und Perfektion der Special-Effects und gilt inzwischen als Kultfilm. Ein Oscar für Stanley Kubrick und seine Effekte und drei weitere Nominierungen waren das Ergebnis. Erst 1971 folgte ein weiterer Film, der als futuristische Fabel über eine gewalttätige Gesellschaft Aufsehen erregte: Uhrwerk Orange wurde heftig diskutiert und mit vier Oscar-Nominierungen belohnt.

Zwei Jahre lang drehte Kubrick dann Barry Lyndon, der 1975 in die Kinos kam. Vier Oscars und drei weitere Nominierungen waren die Ausbeute. Kubrick, der geniale Perfektionist, arrangierte die Szenen so, dass sie an Bilder zeitgenössischer Maler erinnerten und schwelgte in Farben und Kerzenlicht.

Wieder einmal wechselte Kubrick das Genre und verfilmte 1979 mit Shining einen Stephen KingRoman, der dem Schriftsteller dann den verdienten Durchbruch brachte. Erst 1987 drehte Kubrick seinen nächsten Film und kehrte mit Full Metal Jacket zu seinen Ursprüngen zurück. Der Antikriegsfilm führte das sinnlose, brutale Töten im Krieg vor.

Dann blieb es lange Zeit um Kubrick ruhig, bis er sich in den neunziger Jahren mit dem Projekt Eyes Wide Shut wieder ins Gespräch brachte. Tom Cruise und seine Frau Nicole Kidman sind die Hauptdarsteller - ansonsten drang nicht viel an die Öffentlichkeit. Im Frühjahr 1998 waren die Dreharbeiten abgeschlossen, die Postproduktion begann. Der Film kam im Juli 1999 in die US-Kinos. Nach Abschluß der Postproduktion starb Stanley Kubrick in seiner Wahlheimat England.

Stanley Kubrick war von 1947 an mit seiner ehemaligen Klassenkameradin Taba Metz verheiratet. Nach seiner Scheidung von ihr im Jahr 1952 heiratete er im selben Jahr die Tänzerin Ruth Sobotka. 1958 heiratete Kubrick in dritter Ehe die Schauspielerin Susan Christian, die in Wege zum Ruhm mitgewirkt hatte.


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