Steve Martin

* 14. August 1945 in Waco, Texas, USA • Schauspieler, Regisseur, Produzent, Autor • Biographie • Interviews • Oscars • Filmografie • Adresse: PO Box 929, Beverly Hills, CA 90213, USA •

Steve Martin gehört zu den herausragenden Komiktalenten unserer Zeit, dessen sensationelle Körperbeherrschung und perfektes Timing ihn an die Spitze seiner Zunft brachte und zu einer festen Größe im Hollywoodfilm werden ließ.

Seine Mischung aus überbordender Fantasie und bewegender Melancholie prädestinieren den grauhaarigen Texaner aber nicht nur zum Erfolgsgaranten von Publikumserfolgen wie Roxanne, Ein Ticket für Zwei oder Ein Geschenk des Himmels - Vater der Braut 2, sondern auch als überzeugenden Mimen, der auch in ernsten Stoffen mühelos besteht, wie er in ... und das Leben geht weiter oder Der Zufalls-Dad unter Beweis stellte.

Steve Martins erster Kontakt mit der Unterhaltungsbranche war eher kurios: Acht Jahre jobbte er in den Sommerferien in Disneyland als Verkäufer von Souvenirs wie Gummi-Schrumpfköpfe oder leuchtenden Totenschädeln. Auf dem College in Long Beach belegte er Philosophie als Hauptfach, wechselte aber schon bald an die UCLA, um sich auf Theaterwissenschaften zu verlegen.

Er entwarf erste Sketche, die er in Nightclub-Auftritten in einer Mischung aus Comedy- und Zaubershow am Publikum erprobte. Seine Bühnenerfahrungen führten zu ersten Fernsehengagements. Ab 1970 erschien er regelmäßig in TV-Shows wie "The Andy Williams Show" oder der "Sonny & Cher Comedy Hour" und verdiente mit seinen Gags schon bald bis zu 1500 Dollar pro Woche.

Er gehörte neben John Belushi, Dan Aykroyd und Chevy Chase zu den Stars der ersten Generation der legendären Comedy-Serie "Saturday Night Live". Als Drehbuchautor der "The Smothers Brothers Comedy Hour" wurde Martin 1975 mit einer Emmy-Nominierung geehrt. Darauf bekam er seine eigene TV-Serie "Reichtum ist keine Schande".

Das war auch der Titel des ersten Spielfilms Reichtum ist keine Schande, in dem Martin die Hauptrolle spielte. Mit einem Einspiel von mehr als 100 Millionen Dollar geriet die Komödie von Carl Reiner zum Blockbuster und etablierte ihren Hauptdarsteller umgehend als Filmstar. Gleichzeitig verkaufte sich sein Comedy-Album "King Tut" in den USA 1,5 Millionen mal.

Davor hatte sich Steve Martin 1978 mit seinem Kurzfilm The Absent-Minded Waiter überdies eine Oscar-Nominierung gesichert. Und auch im Buchmarkt verstand es der Komödiant, erfolgreich zu reüssieren: Seine Kurzgeschichtensammlung "Cruel Shoes" avancierte umgehend zum Bestseller.

Die umwerfende Film-noir-Parodie Tote tragen keine Karos machte ihn 1982 auch in Europa zum Star. In der Folge fielen Martins Filme in einer Ära der platten und anzüglichen Klamotten durch Substanz und Intelligenz auf - was nicht zuletzt seinen differenzierten Darstellungen zu verdanken ist, die je nach den Ansprüchen seines Parts von purem Slapstick in der Traition eines Jerry Lewis zum Stillen, tiefsinnigen Humor der Stummfilmveteranen reichen können. Als Martins unübertroffene Meisterleistung gilt sein Aftritt in der modernisierten "Cyrano de Bergerac"-Variante "Roxanne".

Zu Martins jüngeren Filmerfolgen zählen Bowfingers große Nummer - hier schrieb er auch das Drehbuch - mit Eddie Murphy und Novacaine mit Helena Bonham Carter und Laura Dern.

Er spielte außerdem u. a. in Der kleine Horrorladen, Planes, Ein Ticket für zwei, Drei Amigos, Ein Single kommt selten allein, Immer Ärger mit Sergeant Bilko, Der Schein-Heilige sowie Das Schlitzohr von der Mafia.

1993 wurde sein Stück "Picasso at the Lapin Agile" vom renommierten Steppenwolf Theatre in Chicago uraufgeführt. Nach fantastischen Kritiken und einer langen Spielzeit in Chicago wurde das Stück erfolgreich in Boston, Los Angeles und off-Broadway gespielt, zurzeit wird es, nach dem Buch von Martin, unter der Regie von Fred Schepisi verfilmt.

1988 wurde Martin zum Man of the Year der Harvard University's Hasty Pudding Theatricals gekürt. 1996 wurde er für seine Arbeit beim U.S. Comedy Arts Festival vom American Film Institute's Third Decade Council mit einer Retrospektive geehrt. Bei der Zeremonie konnte er einen Lifetime Achievement Award in Empfang nehmen.

2001 präsentierte er erstmals die 73. Oscar-Verleihung. Das Programm wurde für sieben Emmys nominiert, darunter die Nominierung für Outstanding Individual Performance in a Variety or Music Program. Auch die 75. Oscars im März 2003 moderierte er.

Sein Bestseller Pure Drivel, eine Kollektion geistreicher Kurzgeschichten, erschien 1998. Sein erster Roman Shopgirl erzielte weltweit Anerkennung. Dieser hielt sich lange auf den Bestseller-Listen der New York Times und Los Angeles Times und wird demnächst in siebter Auflage gedruckt. Inzwischen hat Martin seinen eigenen Stoff für ein Drehbuch adaptiert.

Bei dem Filmprojekt für Touchstone Pictures wird er die Hauptrolle übernehmen, Anand Tucker führt Regie. Außerdem steht er mit Bonnie Hunt in dem Remake der 50er-Jahre-Komödie Cheaper by the dozen vor der Kamera.

Mit der schwarzen Komödie The Underpants adaptierte er ein Stück von Carl Sternheim aus dem Jahr 1911, das 2002 off-Broadway in einer Inszenierung der Classic Stage Company Premiere hatte. Ein neues Buch hat Martin auch schon in Arbeit: The Pleasure of My Company soll wieder bei Hyperion erscheinen.

Privat ist Steve Martin, der seinen Beruf erklärtermaßen als Job und nicht als Spiegel seiner Persönlichkeit ansieht, eher einsilbig und betont unkomisch. Von 1986 bis 1994 war er mit der britischen Schauspielerin Victoria Tennant verheiratet, die er bei den Dreharbeiten zu Solo für Zwei kennengelernt hatte und mit der auch in L. A. Story, seiner Liebeserklärung an die Westküstenmetropole, die Leinwand teilte.


Interviews
  • Der Rosarote Panther
    • Über das Schreiben der Geschichte
    • Über die Arbeit mit Beyoncé
    • Über den Vergleich mit dem Original

Oscars
Filmografie
  • 1967: TV-Serie: (Off To See The Wizard, Episode: Simple Simon) (Gastauftritt)
  • 1968: TV-Serie: (The Dating Game) (Gastauftritt)
  • 1970: TV-Serie: (The Ray Stevens Show)
  • 1971: TV-Serie: (The Sonny & Cher Comedy Hour)
  • 1972: TV-Serie: (The Ken Berry 'Wow' Show)
  • 1972: TV-Serie: (Half The George Kirby Comedy Hour)
  • 1975: TV-Serie: (The Smothers Brothers Show)
  • 1976: TV-Serie: (Johnny Cash And Friends)
  • 1977: (The Absent-Minded Waiter) (Autor)
  • 1977: TV-Serie: (The Muppet Show) (Gastauftritt)
  • 1978: Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band (Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band)
  • 1979: Muppet Movie (The Muppet Movie)
  • 1979: Reichtum ist keine Schande (The Jerk) (Autor)
  • 1979: The Kids Are Alright (The Kids Are Alright)
  • 1981: Tanz in den Wolken (Pennies From Heaven)
  • 1982: TV-Dokumentation: (Salute To Frank Capra)
  • 1982: (A 10th American Film Institute Life Achievement Award)
  • 1982: Tote tragen keine Karos (Dead Men Don't Wear Plaid) (Autor)
  • 1983: Der Mann mit den zwei Gehirnen (The Man With Two Brains) (Autor)
  • 1984: Solo für Zwei (All Of Me)
  • 1984: Ein Single kommt selten allein (The Lonely Guy)
  • 1984: TV-Serie: (Domestic Life) (nur Produzent)
  • 1985: Achtung, Dinosaurier! (Movers And Shakers)
  • 1985: TV: (The History Of White People In America)
  • 1986: Drei Amigos (Three Amigos) (Produzent, Autor)
  • 1986: (Steve Martin Live) (Regie)
  • 1986: Der kleine Horrorladen (Little Shop Of Horrors)
  • 1987: TV-Serie: (The Tracy Ullman Show, Episode: Skin The Duck)
  • 1987: Roxanne (Roxanne) (Produzent, Autor)
  • 1987: Ein Ticket für Zwei (Planes, Trains & Automobiles)
  • 1988: Zwei hinreißend verdorbene Schurken (Dirty Rotten Scoundrels)
  • 1989: Eine Wahnsinnsfamilie (Parenthood)
  • 1990: My Blue Heaven (My Blue Heaven)
  • 1991: Grand Canyon (Grand Canyon)
  • 1991: Vater der Braut (Father Of The Bride)
  • 1991: L. A. Story
  • 1992: Der Schein-Heilige (Leap Of Faith)
  • 1992: Housesitter - Lügen haben schöne Beine (HouseSitter)
  • 1993: ... und das Leben geht weiter
  • 1994: Lifesavers - Die Lebensretter (Mixed Nuts)
  • 1994: Der Zufalls-Dad (A Simple Twist Of Fate) (Produzent, Autor)
  • 1995: Vater der Braut 2 (Fther Of The Bride 2)
  • 1996: Immer Ärger mit Sgt. Bilko
  • 1997: Die unsichtbare Falle
  • 18. Dezember 1998: Der Prinz von Ägypten (nur Stimme)
  • 26. April 1998: (TV-Serie: The Simpsons, Episode: Trash Of The Titans) (nur Stimme)
  • 1999: (Joe Gould's Secret)
  • 1999: TV-Serie: (Scene By Scene With Steve Martin)
  • 13. August 1999: Bowfingers große Nummer
  • 16. Dezember 1999: Schlaflos in New York
  • 1. Januar 2001: Fantasia 2000
  • 7. März 2003: Haus über Kopf
  • 25. Dezember 2003: Im Dutzend billiger
  • 2005: (Meat Pie). Rolle: Oofta-Poofter
  • 2005: (Shopgirl). Rolle: Ray Porter
  • 2005: (Cheaper by the Dozen 2). Rolle: Tom Baker
  • 10. Februar 2006: Der Rosarote Panther
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