Veronica Ferres
* 10. Juni 1965 in Solingen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland • Schauspielerin • Biographie • Interviews • Filmografie •
Veronica Ferres Biographie Veronica Ferres wurde 1965 in Solingen als Tochter eines Kartoffelhändlers geboren. Nach dem Abitur geht sie nach München, um Germanistik und Theaterwissenschaften zu studieren.

So märchenhaft die Karriere von Veronica Ferres auf den ersten Blick scheint, so zäh erkämpft ist sie wirklich: zielstrebig und mit Starrsinn und Sturheit hart erarbeitet. Keine der zwölf Schauspielschulen, bei denen sie sich bewirbt, nimmt sie auf. Ihre Ausbildung muss sie selbst organisieren und finanzieren.

Nach mehrjährigen Bemühungen bekommt sie ihre erste kleine Fernsehrolle, als Bundesbahnschaffnerin in Der Unsichtbare von Ulf Miehe. Es folgt eine Nebenrolle in Walter Bockmayers Geierwally, obwohl sie die Titelrolle bereits 333 Mal am Theater gespielt hat.

Zehn Jahre später ist sie ein Star. Als hüllenlose Muse gelingt ihr in dem Kinofilm Schtonk unter der Regie von Helmut Dietl der Durchbruch. Es folgten weitere Kassenschlager.

"Ich bin Zwilling", sagt sie, "wahnsinnig neugierig. Ich springe in meinen Rollen gern von der Hure zur Heiligen, von der Guten, die zur Mörderin wird, bis zur eiskalt kalkulierenden Killerin." Und schaut man ihr stattliches, gut zehnjähriges Repertoire in Theater, Film und Fernsehen an, entdeckt man bereits eine ziemlich breite Palette von Rollen in auffallend vielen Inszenierungen.

Ihre Rollen wählt sie sehr genau und sorgfältig aus. Der Druck, dem sie dabei ausgesetzt ist, ist heute stärker, wie sie selbst zugibt. Aber sie entscheidet stets allein. Das hat sie, unter vielen anderen wesentlichen Dingen, von ihrer Schauspiellehrerin Margret Langen vom Max-Reinhardt-Seminar in Wien gelernt.

1998 avancierte Veronica Ferres zur Quoten-Queen des deutschen Fernsehens: Ihr ZDF-Zweiteiler Eine ungehorsame Frau unter der Regie von Vivian Naefe wurde von fast zehn Millionen Zuschauern gesehen.

Auch im Kino kann Veronica Ferres auf beachtliche Erfolge zurückblicken: 1992 wurde sie in Helmut Dietls Schtonk als holde Muse namens Martha bekannt. Seit 1996 ist sie als Das Superweib in aller Munde. 1997 spielte sie in Dietls Rossini das karrierebesessene Schneewittchen. Kleine aber feine Rollen spielte Veronica Ferres in Ralf Huettners Babylon, Der Papagei und in Voll Normaaal, wo sie ihr komisches Talent als schrille Schwester des Kölner Komikers unter Beweis stellte.

Zu weiteren Fernseherfolgen gehören u. a. die Serie Unser Lehrer Dr. Specht sowie die TV-Filme Die Chaos-Queen unter der Regie von Christian von Castelberg und Dr. Knock unter der Regie von Dominik Graf.

1992 erhielt sie den Bambi, 1998 die Goldene Kamera.

Nach Late Show wird Veronica Ferres in drei weiteren Filmen zu sehen sein: In ihrer ersten US-Produktion Ladies Room mit John Malkovich und Greta Scacchi, in Die Braut von Egon Günther, in der sie die Rolle der Goethe-Ehefrau Christiane Vulpius spielt, und als knallhart-komische Geschäftsfrau in Jack's Baby unter der Regie des Schauspieler-Kollegen Jan Josef Liefers.

Produzent und Regisseur Helmut Dietl über seine damalige Lebensgefährtin Veronica Ferres: "Im Jahr 1998 hat sie meiner Meinung nach schauspielerisch noch einmal einen großen Sprung gemacht. Der Film mit Malkovich - Ladies Room -, die Rolle der Vulpius bei Egon Günther, ihre Darstellungen in Late Show und Jack's Baby zeigen Reife, Festigkeit und eine Qualität, die vielleicht nur jemand haben kann, der lange nicht an sich selbst geglaubt hat."


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