Volker Schloendorff
* 31. März 1939 in Wiesbaden, Hessen, Deutschland • Autor, Regisseur, Produzent • Biographie • Interviews • Filmografie •
Volker Schloendorff Biographie Geboren 1939 als Sohn eines Arztes in Wiesbaden, ging Volker Schlöndorff bereits 1956 als Schüler auf ein Jesuiteninternat in der Bretagne. Nach dem Baccalauréat studierte er in Paris Politische Wissenschaften. Seit 1959 enge Kontakte zu den Regisseuren der Nouvelle Vague, besonders Louis Malle, Jean-Pierre Melville und Alain Resnais. In dieser Zeit schreibt Schlöndorff das Drehbuch zu seinem ersten Spielfilm Der junge Törless, der auch zum ersten internationalen Erfolg des jungen deutschen Films wird. 1966 erhält der Film in Cannes den Preis der internationalen Filmkritik.

Mit Die verlorene Ehre der Katharina Blum (1975) nach dem gleichnamigen Roman von Heinrich Böll (Co-Regie: Margarethe von Trotta) gelang Schlöndorff auch ein Durchbruch an den deutschen Kinokassen. Wegen dieses Films und wegen seines politischen Engagements insgesamt wird er aber auch als Sympathisant an den Pranger gestellt. Die Musik zu Katharina Blum, wie auch zum Törless und Swann, schrieb Hans-Werner Henze.

Aus der Begenung mit Henze entstehen zwischen 1974 und 1984 auch mehrere Operninszenierungen Schlöndorffs, darunter Wir erreichen den Fluß von Hans Werner Henze, Katja Kabanov und Totenhaus von Leos Janacek, sowie La Bohème und Lady Macbeth aus Mzensk.

Sein Film Die Blechtrommel (1979) erhielt die Goldene Palme in Cannes und einen Oscar in Hollywood.

Als französisch-deutsche Coproduktion realisiert Schlöndorff 1983 in Paris Eine Liebe von Swann nach Marcel Prousts Roman. 1984 dann entsteht in New York mit Dustin Hoffman eine Filmfassung von Arthur Millers Tod eines Handlungsreisenden. Bei diesem Film arbeitet Schlöndorff erstmals mit John Malkovich zusammen.

In den USA, wo Schlöndorff für mehrere Jahre seinen Wohnsitz genommen hat, dreht er auch Ein Aufstand alter Männer (1985) mit Holly Hunter und Die Geschichte der Dienerin (1990) nach einem Drehbuch von Harold Pinter.

Beim Fall der Berliner Mauer beschließt er von New York nach Deutschland zurückzukommen, wo er 1991 Homo Faber dreht. Gleichzeitig bemüht er sich um die Rettung der ehemaligen UFA/DEFA Studios in Babelsberg. Seit 1992 widmete sich der Regisseur ausschließlich der Umwandlung des traditionsreichen Studiogeländes in eine moderne Medienstadt.

Der Unhold nach Michel Tourniers Roman Der Erlkönig ist Schlöndorffs erster Film seit 1991. Es ist auch die bisher größte Eigenproduktion von Studio Babelsberg.

Schlöndorff nennt den Film "eigentlich eine wahnsinnige Aufgabenstellung: Wie verhilft man dem Phantastischen zu voller Wirkung, ohne den entschlossenen Willen zum Realismus aufzugeben. Sicher ist das meine riskanteste Arbeit bisher, bei der es alles an Verrücktheit geben kann, aber keinen Mittelweg."


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