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Als Kinder einer Schauspiellehrerin wirkten Warren Beatty und seine um drei Jahre ältere Schwester Shirley MacLaine schon sehr jung bei Amateuraufführungen im Theater mit. In 'A Loss Of Roses', einem Stück von William Inge, wurde er von Joshua Lagan am Broadway entdeckt mit dem Ergebnis, dass der Autor ein Drehbuch ausdrücklich für den 24-jährigen Newcomer schrieb.
Mit seiner Entscheidung, den Gangsterfilm Bonnie und Clyde selbst zu produzieren und zusammen mit der damals noch recht unerfahrenen Faye Dunaway die Titelrolle zu spielen, setzte er nicht nur neue Maßstäbe für die Ästhetisierung der Gewalt, sondern auch alles auf eine Karte. Der Erfolg gab ihm recht: Bonnie und Clyde erhielt den Oscar als bester Film des Jahres. Bei Shampoo arbeitete Warren Beatty erstmals am Drehbuch mit. Der Film wurde ein großer Erfolg, weil das Publikum vermutete, der Autor habe sein eigenes Liebesleben zum Vorbild für die Darstellung des Gigolos genommen. An Der Himmel soll warten war Warren Beatty als Koproduzent, Hauptdarsteller, Koautor und Koregisseur beteiligt. Sein bisher ehrgeizigstes Projekt war der Film Reds über die Erlebnisse des kommunistischen Journalisten John Reed. Der Erfolg dieses riskanten Experiments war mit drei 'Oscars' für Hollywood erstaunlich. Der US-Autor James Monaco zählt Reds neben 'Ragtime' und 'The Right Stuff - Der Stoff aus dem die Helden sind' zu den wenigen Filmen, die in den 80ern "sinnstiftend" wirkten und ernsthaft eine Analyse der zeitgenössischen US-Gesellschaft versuchten. Das Unternehmen, das zu den persönlichsten Arbeiten von Warren Beatty gehört, ist tatsächlich schon deshalb bemerkenswert, weil es sich als groß budgetierte Hollywood-Produktion - der Film kostete 45 Millionen Dollar - auf historisch seriöse Weise mit einer durchaus unpopulären Tradition auseinandersetzt. Über die Geschichte der US-Arbeiterbewegung und die Marx-Rezeption in den intellektuellen Zirkeln der Vereinigten Staaten ist bei uns wenig bekannt - auch wenn John Reeds Buch 'Zehn Tage, die die Welt erschütterten' ein Bestseller in linken Buchläden war und ebenfalls verfilmt wurde. Die Paramount hatte Warren Beatty, der als Regisseur, Ko-Autor und Hauptdarsteller dem Projekt seinen Stempel aufdrückte, zwar freie Hand gelassen, insgeheim aber ein neues 'Heaven's Gate', einen monumentalen Flop, befürchtet. Der Film wurde schließlich ein Kritikererfolg und erhielt drei 'Oscars'. 'Variety' nannte den Film "mutig und kompromisslos in seiner Verschmelzung von großem, sozial-politischem Ideendrama und intensiver Liebesgeschichte". In den eingeschnittenen, schwarzweißen Interview-Sequenzen kommen Zeitzeugen wie Rebecca West, Henry Miller und Hamilton Fish zu Wort. Nach dem Misserfolg von Ishtar konnte Warren Beatty 1990 mit Dick Tracy an seine früheren Erfolge anknüpfen. 1991 war er dann mit seiner späteren Ehefrau Annette Bening, mit der er inzwischen drei Kinder hat, in dem ebenfalls 'Oscar'-nominierten Epos über den Gangster Bugsy in den Kinos vertreten. Oscars
Filmografie
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