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Interview mit Alexander Boyko "Der japanischen Kultur spreche ich meine allergrößte Hochachtung aus." |
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Frage: Wie sind
Sie dazu gekommen, Tattoos auf menschliche Haut zu malen?
Alexander Boyko: Ich leitete erfolgreich ein eigenes Tattoo-Studio, bevor ich auf die Idee kam, die Nadel gegen den Pinsel einzutauschen. Zunächst entwarf ich Bodypaintings für diverse Veranstaltungen und Werbeprojekte. Dann kamen Film- und Fernsehproduktionen hinzu. Ich arbeitete unter anderem für die Sender ARD, ARTE, PRO7 und SAT.1. Außerdem habe ich auch noch den Bodypainting-Videoclip "Janus" produziert, öffentliche Körpermalaktionen veranstaltet und an Werbeshootings für Microsoft, BMW, Ferrero und die Karlsberg-Brauerei mitgewirkt.
Alexander Boyko: Ich experimentierte in der Vergangenheit ziemlich viel herum und eignete mir in autodidaktischer Kleinarbeit eine bestimmte Malmethode an. Dabei beriet ich mich auch mit dem Körperfarbenhersteller Kryolan. Bis ich es endlich fertig brachte, Tattoos mit malerischen Mitteln täuschend echt zu kopieren, was ich durch Kameratests beweisen ließ, verging eine lange Zeit. Viel Zeit nimmt es auch in Anspruch, die Körper von Schauspielern für einen Film zu bemalen. Für die aufwändigen Bodypaintings in Tattoo benötigten zwei Assistentinnen und ich in der Regel mehr als sechs Stunden. Einige Darsteller mussten also viel Geduld aufbringen. Frage: Was ist für Sie der entscheidende Unterschied zwischen gemalten und echten Tattoos? Alexander Boyko: Die Vorbereitung eines Motivs ist in beiden Fällen bis zur Übertragung auf den Körper dieselbe. Der Kunde wird regelrecht ausgemessen, um einen Entwurf in der richtigen Größe anfertigen zu können. Der gravierende Unterschied zwischen beiden Verfahren ist der Zeitfaktor. Ein Tattoo zu malen geht bedeutend schneller, als das gleiche Motiv mit der Nadel in die Haut einzubringen. Eine Bemalung geht absolut schmerzfrei vonstatten, sie hält aber nicht lange, sondern verschwindet sehr schnell wieder. An einem echten Tattoo kann man ein Leben lang Freude haben - man kann sich natürlich auch lebenslänglich darüber ärgern. Der japanischen Kultur spreche ich meine allergrößte Hochachtung aus. Das japanische Ganzkörpertattoo stellt meiner Meinung nach den Höhepunkt der Körperkunst dar. Der ganze Körper wird zum Bild: ein perfektes Kunstwerk. Es ist ein großes Glück für den Tätowierten, ein solches Kunstwerk ein Leben lang zu besitzen, ohne dass es ihm jemand wieder wegnehmen könnte. Denn das Kunstwerk ist ja ein Teil von ihm, und er ist zu einem Teil des Kunstwerks geworden. |
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