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Interview mit Alexandra Kamp "Für mich die bisher anspruchsvollste Rolle." |
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Frage: Sie
waren gerade in Hollywood. Was war der Anlass?
Alexandra Kamp: Ich habe einen amerikanisch-japanischen Martial-Arts-Film gedreht: ?Shadow Fury" mit Kultstars wie Sam Bottoms, dem Surfer aus ?Apocalypse Now", Fred Williamson, der farbige Bösewicht aus ?From Dusk Till Dawn", und Pat Morita, dem asiatischen Lehrer aus ?Karate Kid". Und natürlich Funaki, die japanische Antwort auf Jackie Chan.
Alexandra Kamp: Ich spiele eine Wissenschaftlerin - das ?Good Girl" des Films, das um sein Leben rennt. Frage: Welche Unterschiede beim Drehen in den USA und Deutschland sind Ihnen aufgefallen? Alexandra Kamp: Überraschenderweise bekomme ich in Amerika die Rollen, die mir in Deutschland nicht angeboten werden. Rollen, in denen Vielseitigkeit verlangt wird. Ob in einem kleinen Independent-Film, als bösartiges Alien in einer Science Fiction-Komödie oder als toughe Action-Heldin. In Deutschland habe ich vor genau einem Jahr das letzte gute Drehbuch in der Hand gehabt. Es hieß Antonia - Zwischen Liebe und Macht. Frage: In Antonia - Zwischen Liebe und Macht spielen Sie eine Studentin, die durch die Heirat mit einem adligen Bankierssohn auf einmal ein vollkommen anderes Leben führt. Wie haben Sie sich denn als eine der reichsten Frauen Europas gefühlt? Alexandra Kamp: Antonia ist eine Figur, die ich sehr gern gehabt habe, die aber immer eine Figur geblieben ist. Es hat mir natürlich Spaß gemacht, in diese Rolle einzutauchen. Aber ich war abends froh, mit meinem Kostüm den Reichtum wieder abstreifen zu können. Für mich wäre das nichts. ich könnte nicht in einem Schloss leben mit riesigen Räumen. Ich mag grundsätzlich eher Räumlichkeiten, die man überblicken kann. In derartigem Reichtum fühle ich mich nicht wohl. Frage: Was hat Sie an der Rolle angesprochen? Alexandra Kamp: Es wurden rund 250, auch sehr bekannte Schauspielerinnen zwischen 20 und 30 Jahre gecastet. Ich war stolz, dass ich die Rolle bekommen habe. In einem Film so eine Verwandlung durchleben zu können, ist einfach eine große Herausforderung für eine Schauspielerin. Da wir nicht chronologisch gedreht haben, musste ich oft am Tag zwischen den verschiedenen Charakteren hin- und herspringen - und das drei Monate lang. Von der etwas naiven, jungen Studentin zu einer Frau, die von einem Schicksalsschlag nach dem anderen getroffen wird und immense Entscheidungen zu treffen hat. Eindeutig für mich die bisher anspruchsvollste Rolle! Frage: Gibt es denn Parallelen zwischen Ihnen und Antonia? Sind Sie ein ähnlicher Typ? Alexandra Kamp: Antonia ist ein Bauchmensch. Das bin ich auch. Und der Humor von Antonia ist meinem sehr nahe. Da habe ich Dinge einfließen lassen, die im Buch nicht standen. Frage: Zum Beispiel? Alexandra Kamp: Diese Formulierung ?Nee, näh?!" stammt von mir. Da gibt es diese Szene, ziemlich am Anfang, wo ich stundenlang warte und Graf Ahrendorff, gespielt von Kai Wiesinger, dann mit seinem Supermodel doch noch vor die Linse bekomme. Da bin ich ziemlich geladen, weil ich schon so lange gewartet habe und auf einmal kommt er doch noch. Das war übrigens auch der Running Gag am Set. Wenn irgendetwas Unerwartetes geschah, dann hieß es immer "Nee, näh?!" Frage: Antonia ist eine sehr bodenständige Frau, die es schafft, auch in der High Society nicht die Bodenhaftung zu verlieren. Was tun Sie, um mit beiden Beinen auf der Erde zu bleiben? Alexandra Kamp: Ich glaube, wichtig ist die Erziehung und der Freundeskreis. Ich habe einen Freundeskreis, der überwiegend nicht aus Schauspielern besteht. Es tut dem eigenen Horizont ganz gut, wenn man bei gemeinsamen Abendessen auch mal über Dinge spricht, die nichts mit dem Filmbusiness zu tun haben. Frage: Sie haben unter anderem in Cannes gedreht. War's schön? Alexandra Kamp: Oh ja, es war sehr schön. Cannes war für uns alle der schönste Einstieg in Dreharbeiten, den man sich nur vorstellen kann. Wir haben die ersten zwei Wochen im September dort gedreht und hatten wunderschönes Wetter. Außerdem waren keine Touristen mehr da. Es gab Mittagessen unter Pinien, dazu Wein auf schön gedeckten Tischen. Die Hälfte des Teams bestand aus Franzosen, da ist so was eben gang und gäbe. Alle haben sich superwohl gefühlt. Wir hatten alle sehr gute Laune, das war natürlich ein großes Plus. Von diesen Eindrücken haben wir noch den Rest der Drehzeit gezehrt. Frage: Wie hat Ihnen denn Jet-Ski gefallen? Alexandra Kamp: Ich habe jetzt eine neue Leidenschaft. Ich hatte auch ein Jet-Ski mit viel PS und einen guten Lehrer - die besten Voraussetzungen also. In den Drehpausen sind Maren Gingeleit und ich über das Meer gebrettert und hatten riesigen Spaß. Frage: Und wie sind Sie mit Ihren beiden männlichen Kollegen klargekommen? Alexandra Kamp: Ich habe mich sehr gefreut, mit so einem phantastischen Schauspieler wie Kai Wiesinger spielen zu können, der ja seit fünf Jahren nur Kino gemacht hat. Benjamin Sadler kenne ich privat schon seit vielen Jahren und wir mögen uns sehr. Kai Wiesinger und Benjamin Sadler haben sich bei den Dreharbeiten erst kennen gelernt und waren unzertrennlich. Im Film dagegen sind sie sich spinnefeind. Frage: In dem Film findet ja eine richtige Märchenhochzeit statt. Haben Sie schon oft geheiratet in Filmen? Alexandra Kamp: Zuletzt in ?Traumzeit" mit Hardy Krüger jr., außerdem in der Sat.1-Serie ?Fieber". Aber in Antonia - Zwischen Liebe und Macht hatte ich das absolut schönste Kleid. Frage: Bei dieser Hochzeit haben auch echte Adlige als Komparsen mitgewirkt. Gab es Berührungsängste? Alexandra Kamp: Nein. Wir durften in Bückeburg drehen, im Schloss von Alexander und Lilly zu Schaumburg-Lippe. Sie waren sehr, sehr freundlich. Wir haben in deren Original-Hochzeitskutsche gedreht. Es war wahnsinnig kalt im Oktober und die Komparsen mussten immer vor dem Dreh ihre Jacken ausziehen, damit es nach Spätsommer aussah. Alle haben toll mitgemacht. Das war ein Hochgefühl, im Hochzeitswagen zu sitzen und an 4.000 "Antonia" rufenden Menschen vorbeizufahren. Frage: Sie sind anfangs selbst als Fotografin auf Promijagd, später stellt Ihnen dann die Boulevard-Presse erbarmungslos nach. Wie ist Ihre Einstellung zu Paparazzi? Alexandra Kamp: Wir haben ja an Dianas Tod gesehen, wie fürchterlich weit das getrieben werden kann. Für mich wäre das auf keinen Fall ein Beruf. Ich belästige ungern Menschen. Aber ich selbst habe keine schlimmen Erfahrungen mit Paparazzi gemacht. Ich sehe privat immer anders aus als in meinen Filmen, der Wiedererkennungswert ist also nicht so groß. Ich würde sagen, als Antonia sehe ich mir am ähnlichsten. Aber sonst habe ich mal andere Haarfarben oder Haarlängen, mal gelockt, mal glatt. Wenn man zu irgendwelchen Veranstaltungen geht, ist es ja völlig normal, dass man fotografiert wird - wenn einem das nicht passt, sollte man eben nicht hingehen. Das hält sich also alles im Rahmen. Frage: Was denken Sie, worin liegt der Reiz dieses Filmes? Alexandra Kamp: Ich glaube, diese Gratwanderung von der märchenhaften Romanze zum spannenden Thriller ist das Besondere an diesem Film. Außerdem finde ich es immer reizvoll, wenn man schöne Locations sehen kann. Ich persönlich sehe mir gerne Filme an, die in Südfrankreich gedreht sind, in schönen Häusern, in schönen Gegenden - siehe Godards ?Le mepris" mit Catherine Deneuve und Michel Piccoli. Frage: Gibt es etwas in Ihrem Leben, was Sie auf jeden Fall noch einmal verwirklichen wollen? Alexandra Kamp: Eigentlich habe ich mir meine Träume verwirklicht. Doch! Ich hätte gern ein Haus in Australien mit mindestens einem Eukalyptusbaum im Garten. Frage: Antonia - Zwischen Liebe und Macht ist ja sehr emotional. Bei welchen Filmen kommen Ihnen denn die Tränen? Alexandra Kamp: Zuletzt bei?Gladiator" - obwohl ich den erst gar nicht sehen wollte, weil ich dachte, der Film ist nichts für mich. Und dann in der Sandra Bullock-Komödie ?Miss Undercover". Da habe ich wirklich Tränen gelacht. Frage: Was bringt Sie auf die Palme? Alexandra Kamp: Intoleranz, Dummheit, Unflexibilität. Frage: Ihr liebstes Reiseziel? Alexandra Kamp: Australien. Frage: Haben Sie ein Lebensmotto? Alexandra Kamp: Que sera, sera! Frage: Worüber können Sie lachen? Alexandra Kamp: Zum Beispiel über mich selbst. Ich bin schon sehr tollpatschig. Die Amerikaner sagen hier ?Goofball" zu mir. Frage: Bei welchem Wissensgebiet steigen Sie aus? Alexandra Kamp: Ganz klar: Politik Frage: Worauf reagieren Sie allergisch? Alexandra Kamp: Früher mal auf Katzenhaare, mittlerweile auf Fragen über mein Privatleben. Frage: Wie sehen Ihre Pläne aus? Alexandra Kamp: Ich rede ungern über ungelegte Eier ... |
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