Interview mit Alexandra Maria Lara
"Ich glaube nicht, dass sich Frauen generell verbiegen lassen wollen."
Frage: Ist Venus eine Märchenfigur, oder auch eine moderne Frau?

Alexandra Maria Lara: Sie ist durchaus eine moderne Frau. Sie lässt sich auf diese Liebesbeziehung ein, verehrt ihren Mimi für seine Kunst ...

Frage: ... und lässt sich dafür auch von ihm verbiegen ...

Alexandra Maria Lara: Dass sich ihre Liebe so schwierig entwickelt, liegt bei den beiden wohl auch in der Natur ihrer gemeinsamen Geschichte, ihrem Streben nach künstlerischem Erfolg. Aber es gibt sicher auch Paare, bei denen eine Zusammenarbeit gut funktioniert. Ich glaube nicht, dass sich Frauen generell verbiegen lassen wollen oder grundsätzlich ihren Meister suchen.

Es gibt bestimmt genauso viele Frauen, die ihre Männer gern verbiegen möchten. Die Zuschauer werden sich jedenfalls wieder finden, vielleicht nicht konkret in den Figuren, aber in den Erinnerungen an ihr eigenes Liebesleben und den Problemen, die das mit sich bringt ...

Frage: Worin lag für Sie der Reiz der Rolle?

Alexandra Maria Lara: Schon allein, dass Helmut Dietl mich sehen wollte, hat mich riesig gefreut. Es kam dann ein zweites Treffen zustande, er gab mir das Buch, das ich sensationell fand. Ich kann mich nicht erinnern, je Dialoge dieser Art gesprochen zu haben. Es war ein Genuss, sie auswendig zu lernen, daran zu arbeiten.

Frage: Sie singen die meisten Lieder selbst. Woher können Sie das?

Alexandra Maria Lara: Ich war drei Jahre auf einer Schauspielschule in Berlin und habe während dieser Zeit auch Gesangsunterricht gehabt. Ich bin dort sehr gern hingegangen, singen hat etwas unglaublich Befreiendes. Gleichzeitig war ich mir sicher, dass ich nicht singen kann.

Vor den Dreharbeiten hatte ich dann Unterricht bei einer sehr guten Lehrerin, mit der ich viel Spaß beim Singen hatte. Das ist ganz wichtig. Man muss sich frei und gut fühlen, um den Mut aufzubringen, sich allein auf die Bühne zu stellen und loszusingen.

Das hat mich viel Überwindung gekostet, war aber auch eine großartige Erfahrung, bei der ich gelernt habe, dass man hundertprozentig an das glauben muss, was man tut.

Frage: Das ist eine gewisse Parallele zur Figur der Venus ...

Alexandra Maria Lara: Wenn man Sängerin oder Schauspielerin werden möchte, hat man den Drang, etwas nach außen zu tragen. Es ist eine Mischung aus Gefühlen, man hat Spaß daran und gleichzeitig Angst davor.

Frage: Wie lief die Zusammenarbeit mit Moritz Bleibtreu?

Alexandra Maria Lara: Moritz zum Partner, zum Kollegen zu haben, ist ein Geschenk. Ich bin jetzt 26. Als ich mit etwa 14 gemerkt habe, dass mir deutsche Filme immer besser gefallen, habe ich viele meiner Kollegen wie Nicolette Krebitz oder Jürgen Vogel im Kino gesehen und davon geträumt, wie es wohl wäre, mit so wundervollen Schauspielern zu arbeiten.

Auch Moritz hatte ich in vielen Rollen bewundert. Es war toll, ihn kennen zu lernen. Man kann jede Frau beneiden, die als nächste mit ihm vor der Kamera stehen darf.

Frage: Sie lieben deutsche Filme - träumen Sie trotzdem von einer internationalen Karriere?

Alexandra Maria Lara: Ich habe ja schon in den internationalen Produktionen "Napoleon" und "Dr. Schiwago" gespielt und würde gern die Gelegenheit ergreifen, wieder in einer anderen Sprache zu drehen, das ist spannend. Aber wenn es einem so gut geht wie mir hier, dann sollte man den Augenblick genießen und sich von Herzen freuen - was ich tue!

Alexandra Maria Lara: Was ist einfacher, das Suchen oder das Finden der Liebe? Oder ist alles unmöglich?

Alexandra Maria Lara: Ich weiß es nicht, ich bin ja in glücklichen Händen und froh, einen so tollen Mann an meiner Seite zu haben. Ich glaube, dass die Liebe schwierig ist, umso wichtiger ist es, Probleme gemeinsam zu meistern, nicht daran zu verzweifeln.

Aber man kann nichts verallgemeinern: Für die einen ist es schwieriger mit der Liebe, für die anderen leichter. Die einen haben mehr Glück, die anderen weniger.

Frage: Ist der Gedanke tröstlich, dass es in der Unterwelt genauso zugeht?

Alexandra Maria Lara: Wenn es etwas gibt wie Hermes Aphroditos oder Engelchen, dann wäre es tröstlich zu wissen, dass die sich auskennen mit den Problemen, die die Liebe mit sich bringt. Aber man sollte auf jeden Fall, und davon erzählt der Film auch, immer wieder versuchen, an die Liebe zu glauben, auch wenn es manchmal schwer fällt. Es lohnt sich!

Alexandra Maria Lara. Foto: Filmverleih
Alexandra Maria Lara spielt die Hauptrolle der "Venus Morgenstern" in der deutschen romantischen Komödie Vom Suchen und Finden der Liebe.
Filmplakat
Alexandra Maria Lara über die Sprache des Films:
Alexandra Maria Lara über die Zusammenarbeit mit Helmut Dietl:

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