Interview mit Allan Starski
"Die Arbeit mit Jonas McCord gleicht mehr der europäischer Regisseure, viel offener für Ideen als die anderen."
Frage: Wo sind wir und warum haben Sie diese Location ausgesucht?

Starski: Wir sind in Jaffa. Es ist die Baustelle hinter einer Siedlung und wir haben ziemliche Arbeit damit gehabt, die in eine Ausgrabungsstätte zu verwandeln. Wegen nachvollziehbarer Gründe konnten wir keine echte Ausgrabungsstätte nehmen, wir wollten aber was möglichst Realistisches und das ist in Jerusalem nicht so leicht zu finden.

Dann hab ich diesen Ort ausgewählt, weil er eine Menge Platz bietet und man außerdem schon vor einiger Zeit hier tatsächlich Ausgrabungen vorgenommen hat.

Frage: Was war alles notwendig, um das hier in ein Set zu verwandeln?

Starski: Eine der Sachen, die hier nötig waren, war einen geeigneten Felsen zu finden, denn die, die man heute in Jerusalem findet, sind anders als die damals und wir mussten eine Grabstätte nachbauen, die wir mit diesem Fels dann verschließen konnten.

Frage: Haben Sie überwiegend in Locations gedreht oder haben Sie mehr Kulissen für den Film gebaut?

Starski: Die wichtigsten Dekos waren für die Grabstätte, aber wir mussten mit Verzögerung sogar die ganzen Locations entsprechend herrichten.

Zum Beispiel haben wir eine Szene, die eigentlich in Jerusalem spielt, die wir aber in Jaffa gedreht haben; so mussten wir alle Händler darum bitten die Schilder in Arabisch zu schreiben und die Auslagen ihrer Geschäfte so aussehen zu lassen wie in dem arabischen Viertel von Jerusalem.

Eine der letzten Szenen mit dem Brand, bei dem ein Haus in die Luft fliegt, die haben wir auf einer Baustelle gedreht, die man zwar als Location betrachten kann, die aber eigentlich eher einem Studio glich.

Frage: Haben Sie irgendwelche Untersuchungen angestellt, bevor Sie an diesem Film gearbeitet haben?

Starski: In allen meinen Filmen sorge ich dafür, dass ich maximal vorbereitet bin. Dafür studiere ich die Geschichte des Landes und die verschiedenen Kulturen, die dort heimisch waren.

Außerdem pflege ich gute Beziehungen zu einigen Archäologen, die mir sehr geholfen haben und mit Anthropologen und anderen Wissenschaftlern, die sich mit dem Thema beschäftigen, das man im Film sieht.

In dieser ersten Phase erlange ich die größt mögliche Information, damit ich nachher beweglicher bin und mich mehr darum kümmern kann, dem Regisseur Ideen zu liefern.

Frage: Hatte Jonas McCord bestimmte Vorstellungen zum Design des Films?

Starski: Wir kennen uns nun seit vier Jahren und ich war so gut wie fertig mit "Washington Square", als wir angefangen haben, über diesen Film zu sprechen. Später haben wir uns verschiedene Male in Los Angeles getroffen und so manche längere Unterhaltung geführt, während derer wir unsere Ideen ausgetauscht haben. So wussten wir eigentlich schon vor dem Beginn der Filmarbeit, worauf wir hinaus wollten.

Frage: Kann man die Arbeits-Beziehung mit Jonas McCord mit der von Steven Spielberg vergleichen?

Starski: Ich hab Jonas McCord über einen gemeinsamen Freund kennengelernt: Yanosh Kaminski. Ich hab mit Yanosh Kaminski für "Schindlers Liste" gearbeitet. Und um die Wahrheit zu sagen, die Arbeit mit Jonas McCord gleicht mehr der europäischer Regisseure, mit denen ich zu tun hatte, viel offener für Ideen als die anderen.

Steven Spielberg weiß schon zu detailliert, wie sein Film aussehen soll und worauf er hinaus will.

Allan Starski. Foto: Knipp Film

Allan Starski war für die Ausstattung des Film The Body unter der Regie von Jonas McCord zuständig.

Das Interview wurde während der Dreharbeiten geführt.

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Quelle: Knipp Film © 1994 - 2011 Dirk Jasper • Diese Seite drucken: Seite drucken