Interview mit Andreas Maria Schwaiger
"Der Fokus der Serie liegt auf den Problemen der Kinder und Jugendlichen."
Frage: Sie haben in der sechsten Staffel die Hauptrolle in der erfolgreichen Serie "Hallo, Onkel Doc!" übernommen. Haben Sie ein bißchen Angst vor dem Vergleich mit Ulrich Reinthaller alias Dr. Markus Kampmann?

Andreas Maria Schwaiger: Nein, überhaupt nicht! Ich habe die Drehbücher der sechsten Staffel gelesen, mir versucht vorzustellen, wie ich Dr. Christian Ritter anlegen möchte und gesehen, dass meine Vorstellungen in dem neuen Konzept der Serie funktionieren können. Wie der neue 'Onkel Doc' bei den Zuschauern ankommen wird, werden wir dann ja sehen!



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Frage: Was sind für Sie die entscheidenden Veränderungen im Serienkonzept?

Andreas Maria Schwaiger: Nehmen wir die Person des 'Onkel Doc': Ich lebe als Dr. Christian Ritter - erst gezwungenermaßen, dann immer freudiger - mit meinem 16jährigen Neffen Simon in der Villa Chaos. Eine Männer-WG mit Höhen und Tiefen.

Eine spannende und witzige Konstellation zwischen einem Jugendlichen, der seine erste große Liebe erlebt, und dem Oberarzt Dr. Ritter, der zwar engagiert seinen Dienst in der Geldorf-Klinik erledigt, aber eben auch ein Mann ist, der sich in seine Kollegin Dr. Kaminski verliebt. Dr. Markus Kampmann dagegen lebte bei seinem Vater.

Schon diese Konstellation macht deutlich: Dr. Ritter ist vielmehr der Freund und Gefährte der Jugendlichen. Egal, ob Sie seinen Neffen Simon nehmen oder auch die Patienten in der Geldorf-Klinik.

Dr. Ritter muss zum Beispiel der 15jährigen Steffi Seebach, die sich aus Liebeskummer das Leben nehmen will (Folge 72 "Herzklopfen"), helfen, muss dem Crash-Kid Zoro klarmachen, dass er mit 15 Jahren strafmündig ist und die Konsequenz seiner Autodiebstähle zu tragen hat (Folge 70 "Crash-Kid"), bevor er die Chance hat, wieder auf den richtigen Weg zu kommen.

Und Dr. Ritter muss Hacker Troy, der sich in den Klinikcomputer einloggt, um seine Patientendaten zu manipulieren und dabei beinahe eine Katastrophe auslöst, entsprechend verdonnern (Folge 78 "Überflieger").

Schon diese Beispiele zeigen: Im Mittelpunkt der neuen 'Doc'-Folgen stehen Jugendliche mit ihren Problemen und Dr. Ritter, der zwischen seiner Liebe zu Dr. Kaminski, seiner Begeisterung für Eishockey und seiner engagierten Arbeit als Oberarzt hin- und hergerissen ist.

Frage: Wie haben Sie sich auf die Rolle des Dr. Ritter vorbereitet?

Andreas Maria Schwaiger: Das Milieu habe ich in einer Kinderklinik in München studiert. Drei Tage, in denen ich von der Vorbereitung der Patienten über die Operationen bis hin zur Nachsorge alles hautnah erlebt habe. Zwei Tage hospitierte ich dann noch in Murnau, einer bekannten Unfallklinik in Bayern, um mir die handwerklichen Tricks anzueignen. In der Unibibliothek in München habe ich mich in die Pädiatrie und in die Kinderpsychologie eingelesen.

Der Fokus der Serie liegt ja nicht so sehr auf den Krankheiten, sondern auf dem Seelischen, den Problemen der Kinder und Jugendlichen und dem Zusammenspiel mit den Eltern. Da muss man sich langsam 'reinfühlen, wie es zu jeder Vorbereitung auf eine Rolle gehört.

Es war ganz gut, dass ich vier Monate vor Drehbeginn die Rollenzusage hatte und mich so intensiv vorbereiten konnte!

Frage: Vorbereitung nach Plan?

Andreas Maria Schwaiger: Liegt vielleicht daran, dass ich nach meiner Ausbildung an der "Lee Strasberg Schule" in Los Angeles und neben dem privaten Schauspielunterricht, den ich immer noch bei meiner Lehrerin Ute Cremer-Barzel nutze, auch noch Volkswirtschaft studiert habe.

Wer da nicht lernt, analytisch mit Problemen umzugehen, der wird nicht weit kommen. Ich finde, dem, der die ganze geistige Bandbreite zwischen intuitiv und analytisch abdeckt, eröffnen sich immer neue Möglichkeiten. Und einer der Gründe, warum man Schauspieler wird, ist doch, dass man nur in diesem Beruf die Chance hat, sich immer neu auszuprobieren.

Frage: Schauspielausbildung, Hauptrollen wie in "Der letzte Zeuge" als Kommissar Wolfgang Hölzermann, Vorbereitung auf die Hauptrolle in "Hallo, Onkel Doc!" und Dreharbeiten für die Serie in Berlin - gibt es da noch einen privaten Andreas Maria Schwaiger?

Andreas Maria Schwaiger: In den vergangenen Monaten mit Sicherheit nur reduziert. Aber es ist im Schauspielerberuf wie in allen anderen Berufen auch: Wenn man Erfolg will, muss man sich arrangieren. Oft blieb nur die Zeit, mein Ausdauertraining und leichtes Krafttraining im Fitness-Studio zu absolvieren - obwohl ich Hallen gar nicht mag und viel lieber an der frischen Luft trainiere. Im Sommer Tennis, im Winter Skilaufen. Übrigens ein Grund, warum ich München treu bleibe, auch wenn mich die kosmopolitische Atmosphäre, die Zukunft der Stadt Berlin fasziniert.

Frage: Was macht Andreas Maria Schwaiger nach dem Training?

Andreas Maria Schwaiger: Wenn dann noch Zeit bleibt, ist Kino dran oder ein Buch. Ich lese für mein Leben gern Reiseberichte.

Frage: Haben Sie den längst fälligen Urlaub schon gebucht?

Andreas Maria Schwaiger: Der ist fällig, das stimmt. Aber Urlaube verlebe ich relativ ungeplant. Ich fliege irgendwo hin, habe kein Hotel gebucht, sondern mache eine Kombination von Erholung und Erlebnis. Das nächste Ziel wird auch nicht verraten.

Andreas Maria Schwaiger. Foto: Sat.1

Ein Gespräch mit Andreas Maria Schwaiger über seine neue Hauptrolle als Dr. Ritter für 13 Episoden der 6. Staffel in der TV-Serie Hallo, Onkel Doc! auf Sat.1.


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