Interview mit Anjelica Huston
"Ich selbst arbeite gern eng mit meinen Leuten zusammen."
Frage: Anjelica Huston, eigentlich wollten Sie die Rolle der Agnes Browne gar nicht spielen. Warum dann doch der Sinneswandel?

Anjelica Huston: Ich hatte schon eine passende Schauspielerin für die Rolle gefunden. Doch zwei Wochen vor Drehbeginn sprang sie ab. Da mussste ich eine schnelle Entscheidung treffen, denn wir hatten schon Leute eingestellt und Büros angemietet. Also mussste ich die Rolle übernehmen, denn ich wollte den Film auf gar keinen Fall verschieben. Ich hatte schlicht Angst, dass wir sonst vielleicht gar nicht mehr drehen.

Frage: Wie ist das für Sie als Schauspielerin, auch Regie zu führen?

Anjelica Huston: Die ersten paar Tage waren wirklich seltsam. Ich habe mich immer umgedreht und nach dem Regisseur gesucht, aber da war niemand außer mir. Und auch keiner, der mir auf die Schulter klopft und sagt: "Gut gemacht!"

Jeder Regisseur hat seinen ganz persönlichen Stil, manche mischen sich mehr ein, andere lassen es einfach laufen. Ich selbst arbeite gern eng mit meinen Leuten zusammen.

Frage: Tom Jones hat einen Gastauftritt in Frauen unter sich. Wie kam die Zusammenarbeit zustande?

Anjelica Huston: Tom Jones ist ein Held für die Frauen der Arbeiterklasse und genau sowas hatten wir gesucht. Er hat diesen rohen, männlichen Sexappeal. Tom war sehr zugänglich, ihm hat das Script auf Anhieb gefallen, und er hat spontan zugesagt.

Alle Szenen mit ihm wurden an einem Tag abgedreht. Er hat dabei ein Freikonzert für die ganzen Statisten und Crewleute gegeben ? die Halle hat richtig gebebt!

Anjelica Huston. Foto:

Anfang der neunziger Jahre glänzte Anjelica Huston in ihrer wohl bekanntesten Rolle als morbide Mutter Morticia in der "Addams Family". Für ihre schauspielerische Leistung in Die Ehre der Prizzis erhielt sie 1985 einen Oscar.

In ihrem jüngsten Film Frauen unter sich stellt sich Anjelica Huston als Regisseurin und Hauptdarstellerin nun einer doppelten Herausforderung und lässt sich als irische Mutter in ärmlichen Verhältnissen die Lebenslust nicht nehmen.

Filmplakat

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Quelle: CinemaXX © 1994 - 2011 Dirk Jasper • Diese Seite drucken: Seite drucken