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Interview mit Anke Helfrich "2009 sieht sehr vielversprechend aus!" |
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Frage: Wie sind
Sie zum Jazz gekommen?
Anke Helfrich: In der Plattensammlung meines Vater befanden sich unter anderem Aufnahmen von Roy Eldrige, Louis Amstrong und Ella Fitzgerald. Und über ?Umwege" kam ich zu Thelonious Monk und Miles Davis. Wir hatten zu jener Zeit eine Katze, die eines Tages mit einem Brief am Halsband nach Hause kam: "Ich verbringe recht viel Zeit in der Luisenstraße. Ihr könnt mich gerne dort besuchen!" Seitdem ist meine Familie mit diesem Paar befreundet. Der Mann ist ein absoluter Jazzkenner und Jazzliebhaber. Er hat mir die ersten Platten geschenkt, die mich dann auch richtig beeinflusst haben. Außerdem habe ich in verschiedenen Jazzensembles der Musikschule mitgespielt. Da hatte ich sehr viel Glück mit dem Lehrer und den anderen Musikern. Fast alle machen heute hauptberuflich Musik und sind größtenteils sehr erfolgreich. Eine andere Aufnahme, die mich beeinflusst hat, ist die Platte "Swiss Movements" von Les McCann und Eddie Harris. Ein Livemitschnitt ihres Konzerts beim Montreux Jazzfestival. Ich hatte das Glück, beide Musiker später kennenzulernen. Ihnen ist auch ein Stück meiner neuen CD gewidmet. Frage: Wie ist die Besetzung des Albums zustande gekommen? Anke Helfrich: Mit Dejan Terzic spiele ich bereits seit 2002 zusammen. Er hat auch auf meiner letzten CD mitgespielt. Die beiden Bassisten, mit denen wir in den letzten Jahren zusammengespielt haben, konnten entweder zur Zeit der aktuellen Aufnahme oder der CD-Releasetour nicht. Also haben wir einen neuen Bassisten gesucht, der gut zum Trio und zur Musik passt. Dejan hat Henning Sieverts vorgeschlagen, mit dem er seit vielen Jahren zusammenarbeitet, der auch noch hervorragend Cello spielt und auch sonst wunderbar passt. Das Gleiche gilt auch für unseren Gastsolisten. Nils Wogram hat mit den beiden anderen bereits in verschiedenen Bands gespielt, und wir hatten im letzten Jahr ein paar inspirierende Konzerte zusammen. Ich muss sagen, diese Besetzung harmoniert fantastisch. Jeder bringt sich mit seinem eigenständigen Sound mit Kreativität, Virtuosität und Humor ein. Frage: Wie kam dieses Projekt zustande und was möchten Sie damit zum Ausdruck bringen (musikalisch/inhaltlich)? Anke Helfrich: Eine neue CD war sowieso schon geplant. Aber als dann das Angebot mit der Jazz Today-Tour von Karsten Jahnke kam, musste es recht schnell gehen. Schon ein paar Wochen später haben wir zusammen mit Matthias Winckelmann einen Aufnahmetermin festgelegt, und dann habe ich mich ans Komponieren gemacht. Die Weill-Kompositionen hatten wir bereits im März beim Kurt-Weill-Festival in Dessau gespielt, das Monkstück ist ein Klassiker, eine der Eigenkomposition hatten wir schon im Programm. Der Rest entstand während des recht verregneten Sommers. Das Titelstück gefällt mir besonders gut mit den unterschiedlichen und auch freien Teilen. Alle hören und reagieren so gut aufeinander. Außerdem passt es auch als CD-Titel gut zu meiner Person und zur heutigen Zeit. Mit den positiven und negativen Erfahrungen die man bisher gesammelt hat, ist man für die Zukunft gewappnet. Alle Stücke haben mit mir zu tun. Meistens entsteht eine Komposition aus einer bestimmten Stimmung wie zum Beispiel das vierte Stück ?Sehnsucht". Frage: Sie werden auch der "blonde Monk" genannt. Was bedeutet dieses Etikett für Sie? Anke Helfrich: Da möchte ich nicht weiter darauf eingehen. Es ist eben so ein Schlagwort. Natürlich ist Thelonious Monk einer meiner ersten Einflüsse, natürlich inspiriert mich seine Art zu spielen, und natürlich liebe ich seine Stücke. Aber es so zu etikettieren, ist mir persönlich etwas zu reißerisch. Frage: Wenn Sie nicht Jazz hören, was hören Sie dann? Anke Helfrich: Ich höre überwiegend Jazz. Es gibt so viele fantastische Aufnahmen - alte wie neue. Jazz wird mir einfach nie langweilig. Aber ab und zu höre ich auch südamerikanische Musik, unter anderem die fantastische Rosa Passos, Tania Maria oder Elis Regina. Früher habe ich auch viel Johnny 'Guitar' Watson gehört, HipHop unter anderem von D'Angelo, manchmal balk-anbeinflusste Musik und ab und zu Klassik - leider viel zu selten. Frage: Welche Zukunftspläne haben Sie? Anke Helfrich: 2009 sieht sehr vielversprechend aus: Im Januar erscheint meine neue CD Stormproof bei Enja Records. Darüber freue ich mich sehr und auch darüber, dass wir von Karsten Jahnke diese wunderbare Jazz Today-Tour angeboten bekamen. So werden wir, zusammen mit der Band von Schlagzeuger Manu Katche, in 14 deutschen Städten (u. a. im Kammermusiksaal Berlin, Theaterhaus Stuttgart oder Schauspielhaus Leipzig) auftreten und die Musik der neuen CD im Trio vorstellen. Ende Februar habe ich mit spanischen Musikern mehrere Konzerte auf Mallorca. Anfang März spielen wir im Trio beim BMW Worid Jazz Award. Ende März bin ich von Nils Landgren zu einem Projekt mit je einem Konzert im Saarland und Luxemburg eingeladen worden. Es stehen zwei viertägige Jazz-workshops in der Pfalz und in Südtirol an. Im Mai nehmen wir im Trio an einer Mittelmehr-Jazzcruise teil mit u. a. Ack van Rooyen, Klaus Doldinger, Scott Hamilton und Peter Weniger. Außerdem sind wir gefragt worden, Musik für einen Spielfilm zu komponieren und einzuspielen. Januar 2009. Quelle: Enja Records. Autor, Redaktion und Verlag sind nicht für die Inhalte externer Webseiten verantwortlich. |
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