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Interview mit Anna Maria Mühe "Ich hatte vor dem Casting mit Daniel wahnsinnig Schiss." |
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Frage: Was hat
dich am Drehbuch gereizt?
Anna Maria Mühe: Ich fand die Rolle der Hilde toll, weil sie tief innen drin eigentlich ein sehr einsames Mädchen ist. Sie treibt ja ein Spiel zusammen mit ihrem Bruder Günther, und dann unterläuft ihr ganz unerwartet der Fehler, sich zu verlieben ...
Anna Maria Mühe: Hilde ist ein Mädchen, die sehr glücklich ist mir ihrem Bruder Günther. Die zwei treiben ein Spiel mit der Liebe ? eines, das ganz schön gefährlich wird. Irgendwann gerät es aus den Fugen, weil Hilde sich wirklich verliebt, in Hans, obwohl das nie der Plan war. Ich glaube, dass Hilde im Grunde sehr einsam ist und die Liebe sucht, die sie nie hatte und die ihr eigentlich von ihrem Bruder verboten wurde. So kam sie nie dazu, jemanden wirklich zu lieben. Ich finde diese Frau und ihren Lebensstil wahnsinnig toll ? sie lebt einfach, und so was gibt es heute eigentlich nicht mehr. Sie ist auf eine wunderbare Art erwachsen und trotzdem total kindlich. Frage: Kannst du diesen Strudel der Gefühle nachvollziehen, von dem sich deine Figur so mitreißen lässt? Anna Maria Mühe: Ich bin schon eine Person, die sich sehr in Gefühle hineinsteigern kann, oft auch zu schnell - aber ich würde niemals so weit gehen wie diese beiden. Frage: Welche Rolle hat es für dich gespielt, dass deine Figur wirklich gelebt hat, und wie hast du für deine Rolle recherchiert? Anna Maria Mühe: Ich hatte schon das Bedürfnis, der Figur gerecht zu werden und sie so zu tragen, wie sie mal war. Ich hätte Hilde gerne kennen gelernt. Ich hätte gerne gewusst, wie sie es ausgehalten hat zu leben, ohne wirklich lieben zu können. Und ich hätte gern gewusst, ob sie mit dem Paul wirklich bewusst ein Spiel getrieben hat. Ich habe mich viel mit Achim, aber auch mit Daniel und August darüber unterhalten. Frage: Wie seid ihr am Set miteinander klar gekommen? Anna Maria Mühe: Ich hatte vor dem Casting mit Daniel wahnsinnig Schiss. Daniel war für mich eine ganz andere Liga, unerreichbar. Ich dachte auf dem Weg zum Casting, okay, dann bleibt es eben dabei, aber ich habe wenigstens mal mit ihm gespielt. Aber noch bevor ich den Raum betrat, habe ich mir gesagt: Ich bin jetzt Hilde, egal was kommt. Zum Glück hat es zwischen uns gleich funktioniert. August kannte ich schon ein bisschen über meinen Vater. Er war auch außerhalb der Drehzeit so was wie mein Bruder, und ich habe total viel gelernt von den beiden. Frage: Wie war es, mit Achim von Borries zu arbeiten? Anna Maria Mühe: Es gab ungeheuer viele Diskussionen und Besprechungen ? aber er hat uns sehr viel Freiraum gelassen. Wir hätten das sonst nie so spielen können. Dies ist ja ein Film, in dem die Schauspieler regieren, nicht die Geschichte. Ich fand die Arbeit sehr stark mit ihm, er hat einen mit seinen Blicken förmlich hineingezogen in den Film. Und er hat ohne viele Worte zum Ausdruck gebracht, was er genau will. Für mich war das total interessant. Frage: Gibt es einen Moment der Dreharbeiten, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist? Anna Maria Mühe: Mir ist die ganze Drehzeit in Erinnerung geblieben. Allein, wie wir Abends ins Hotel zurückgekommen sind und am See noch unsere Nächte verbracht haben ? das sind Dinge, die ich wohl nie vergessen werde. Mein ganzes Zimmer ist vollgeklebt mit den Standfotografien vom Set. Es war eine wichtige Zeit in meinem Leben, die mich glaube ich sehr geprägt hat. |
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