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Interview mit Annette Frier "Mir gefällt die Aussicht, allein mit drei Männern zu spielen, außerordentlich gut!" |
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Frage: Sie
haben Ihr Metier von der Pike auf gelernt. Wie wichtig war und ist
Ihnen die Bühnen-Erfahrung?
Annette Frier: Ich habe gemerkt, dass ich die Bühne brauche, auch als ich längst schon Fernsehen machte. Nach jeder Theater-Produktion habe ich mir gesagt: Dieses Jahr drehst du ausschließlich. Aber dann kommt ein tolles Theater-Angebot und ich nehme an.
Frage: Nach erfolgreichen Rollen in TV-Movies und Serien ("SK Kölsch", Hinter Gittern) sammelten Sie erste Comedy-Erfahrung in "Switch". Eine komplett andere Arbeit für Sie? Annette Frier: Ja, ich finde schon. Das wird ja auch oft diskutiert: Ist ein Comedian ein Schauspieler oder nicht? Mich nervt es zwar, wenn diese Unterscheidung getroffen wird. Aber es gibt nun mal gewisse Unterschiede in der Arbeit. So wie man in Sketchen auf Timing und besonders auf Schnelligkeit achtet, so arbeitet man weder im Theater noch in einer Szene. Comedy hat einfach einen anderen Rhythmus. Ich fühle mich wirklich sehr privilegiert, dass ich beides machen kann. Frage: Mögen Sie die Arbeit in einem festen Ensemble? Annette Frier: Ich kenne es gar nicht anders. Das war auch in der Serie nicht anders, als es in der 'Wochenshow' sein wird. Die Frauen in Hinter Gittern waren ja auch ein festes Ensemble - naturgemäß ohne große Außendrehs! Ich glaube, wenn man überhaupt kein Ensemble-Typ ist, wird man nicht gerade glücklich in dem Beruf und bleibt besser zu Hause. Frage: Freuen Sie sich schon auf die Zusammenarbeit mit drei Männern? Annette Frier: Herrlich! Ich habe vorher mit 30 Frauen zusammengearbeitet, da gefällt mir die Aussicht, künftig allein mit drei Männern zu spielen, außerordentlich gut. Frage: Ihr Kollege Bastian Pastewka bezeichnet sich selbst als TV-Junkie. Sehen Sie auch gern und häufig fern? Annette Frier: Wenn ich krank bin, bin ich danach süchtig. Das hält eine Zeitlang an und dann ist es auch wieder gut. Ich habe richtige Fernseh-Phasen, in denen der Fernseher relativ häufig läuft. Wenn ich drehe, ist allerdings Schluss. Das wäre sonst die völlige Reiz-Überflutung. Frage: Was schauen Sie am liebsten? Annette Frier: Natürlich auch, wie alle, Ally McBeal. Das ist einfach super. Was uns die Amerikaner dabei wirklich voraus haben, ist, dass sie Comedy und Tragik miteinander verknüpfen können, ohne dass es peinlich wird. Die Deutschen sollten allerdings nicht den Fehler machen, Ally McBeal kopieren zu wollen. Frage: Sind Kölner Schauspieler prädestiniert in Sachen Comedy? Annette Frier: Das ist ja vielleicht 'ne lustige Frage! Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Das kann schon sein, denn die Kölner kommen manchmal auf komische Ideen. Ich habe gerade einen Piloten für eine Sitcom mit dem Titel 'Eenmol Prinz zo sin' gedreht. Das ist so schräg, eine Serie über diesen kölschen Karneval zu drehen. Ich glaube nicht, dass man in München auf die Idee käme, etwas übers Oktoberfest zu machen. Frage: Sie sind in Köln geboren, haben mal anderthalb Jahre in Berlin gelebt, sonst immer in Köln. Welche anderen Städte reizen Sie? Annette Frier: Berlin. Hamburg finde ich wunderschön. Und München wäre auch wunderschön, wenn es dort nur Biergärten gäbe. Frage: Wenn es mit der Schauspielerei nicht geklappt hätte, was wäre beruflich aus Annette Frier geworden? Annette Frier: Früher wollte ich Hockey-Spielerin werden. Das hätte auch fast geklappt, aber leider war ich zu faul oder nicht talentiert genug. Auf jeden Fall habe ich nicht genug trainiert. Dann habe ich überlegt, ins Hotel-Fach zu gehen, danach wollte ich Lehrerin werden. Was mir auch zusagt, sind Sprachen. Frage: Sie haben 18 Jahre Hockey gespielt. Wie nahe waren Sie einer Profi-Karriere? Annette Frier: Ich sage immer, wir waren die Besten von den Schlechten. Wir haben es nie in die Bundesliga oder in die 2. Bundesliga geschafft, sondern spielten immer Oberliga. Wir waren schon ganz gut, aber eben eine echte Party-Mannschaft und meistens so verkatert am Sonntag, dass die Tore leider öfter auf der Strecke blieben. Dafür waren wir allerdings immer ziemlich fröhlich. Frage: Wie halten Sie sich heute fit? Annette Frier: Wie es sich für eine ordentliche Schauspielerin gehört, mache ich morgens immer ganz brav die fünf Tibeter. Sehr zu empfehlen, auch wenn es immer wieder Unken-Rufe gibt, dass sich jeder Buddhist darüber totlachen würde. Das ist mir relativ egal, ich bin ja auch kein Buddhist. Mir tut es einfach gut! |
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