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Interview mit Annette Schreiber "Ich zeige Menschen gern wie sie sind, ohne Schminke und falsches Spiel." |
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Frage: Gibt es
Parallelen zwischen dir und Ronnie?
Annette Schreiber: Oh, die Ronnie finde ich unheimlich gut - da gibt es viele Bezüge! Ich bin z. B. genauso extrovertiert, habe wie sie viele Freunde, denen ich gerne helfe, mit denen ich gerne feiere. Ich tanze wie Ronnie die Nächte durch, und Feten mit 80 Gästen waren in meinem Appartement in Paris keine Seltenheit.
Annette Schreiber: Ja, sogar hier in Köln - ich wollte Restauratorin werden. Aber als ich vor den Pforten des hohen Hauses stand, wurde mir bei dem Gedanken, nach vierzehn Jahren Schule und Internat schon wieder in einem Klassenzimmer zu sitzen, ganz anders. Ich wollte 'raus ins Leben - und so bin ich die Stufen wieder 'runtergegangen und nach Frankreich gefahren. Frage: Wie ging es dann weiter? Annette Schreiber: Ich habe eine Stelle als Au-Pair-Mädchen angenommen. In Nizza wurde ich dann von einem Fotografen entdeckt. Die Werbefotos für einen Lokalsender in Nizza waren so erfolgreich, dass man mich sofort nach Paris geschickt hat, um Modeschauen und Foto-Shootings zu machen. Und da bin ich die letzten Jahre geblieben - voilà! Frage: Und war das aufregend? Annette Schreiber: Ja, das war schön, aber ich musste erst lernen, mich zu zeigen. Ich war ein bisschen schüchtern, aber diese Arbeit hat mir unheimlich viel gegeben. Frage: Hast du heute Freude daran, dich zu zeigen? Annette Schreiber: Bei der Arbeit ja, aber privat immer noch nicht. Das ist komisch, oder?! Ich liebe meine Arbeit als Schauspielerin wegen des Rollenspiels - ich kann lachen, spielen, Leuten um den Hals fallen und Sachen sagen, die mir privat nicht über die Lippen kämen. Frage: Wie bist du zum Schauspielen gekommen? Annette Schreiber: Als ich vor vier Jahren damit angefangen habe, war mein Französisch noch nicht gut genug. Aber vor zwei Jahren wurde ich festes Mitglied einer Daily, die zuletzt wöchentlich ausgestrahlt wurde - 'Les vacances de l'amour'. Ich habe die Rockerin Cynthia gespielt. Aber wie in Frankreich üblich, sollte diese Frau eher durch ihre Schönheit, als durch ihre Energie überzeugen, was ich nicht so mag. Ronnie ist da das ganze Gegenteil. Frage: Bist du traurig, nicht mehr in Frankreich zu sein? Annette Schreiber: Im Moment noch nicht, dafür hatte ich noch keine Zeit. Die Vorbereitungen für Geliebte Schwestern haben es wirklich in sich gehabt. Wir fünf Frauen mussten miteinander vertraut werden - für den Zuschauer soll es ja so aussehen, als ob wir uns schon seit Jahren kennen. Frage: Du hast aus Frankreich einen vierbeinigen Begleiter mitgebracht ... Annette Schreiber: Die Kakawet, das ist Kreol, habe ich bei einem Außendreh in Martinique aufgelesen. Dort lief das Hundebaby herrenlos und krank am Strand herum, und ich habe mich sofort in sie verliebt. Beim Casting für Geliebte Schwestern war sie dabei, und für mich stand fest, entweder man nimmt mich mit ihr oder gar nicht. Frage: Aber nicht nur Kakawet ist bei den Dreharbeiten immer dabei, du hast auch meistens eine Kamera in der Tasche. Annette Schreiber: Die Fotografie ist ein ganz neues Hobby von mir. Seit einem Jahr mache ich Fotos von den Leuten bei den Dreharbeiten - also keine Beauty-Fotografie, sondern Menschen in Aktion. Ich zeige Menschen gern wie sie sind, ohne Schminke und falsches Spiel. Einige Bilder von mir sind auch schon in Magazinen erschienen. Frage: Welche Fotos von dir siehst du am liebsten? Annette Schreiber: Es gibt kommerzielle Fotos von mir, die die Leute unheimlich schön finden. Sie sehen auch gut aus, aber ich kenn' mich jetzt besser. Ich möchte heute, dass ein Foto mehr aussagt als 'Grins - mir geht es gut'. Und ich freue mich sehr, wenn die Zeitungen Fotos abbilden, auf denen ich mich auch erkenne. Frage: Man sagt dir nach, du bist eine Sportfanatikerin. Annette Schreiber: Auf dem Fahrrad fühle ich mich frei. Ich mag alle Sportarten, die mit Geschwindigkeit zu tun haben: Segeln, Go-Kart-Rennen. Ich brauche den Wind um die Nase, Adrenalinstöße. |
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