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Interview mit Antje Schmidt "Der Drehtag bei 007 war ein rauschendes Erlebnis!" |
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Frage: Sie
haben vor kurzem mit einem großen irischen Kollegen vor der
Kamera gestanden: "007" Pierce Brosnan. Wie kam es zu den
gemeinsamen Aufnahmen für den 18. James Bond-Film?
Antje Schmidt: Meine Agentur hat an das Casting-Büro in London ein Präsentationsband geschickt, und zwei Wochen vor den Dreharbeiten wurde ich mit vier anderen Schauspielerinnen zum Casting nach Hamburg eingeladen. Im Hotel Atlantik hatte ich ein kurzes Gespräch mit Regisseur Roger Spottiswoode, und am nächsten Tag kam telefonisch die Zusage. Ich habe mich sehr darüber gefreut: Eine Chance, den Mythos Hollywood einmal aus einer anderen Perspektive - von Seiten der Macher - zu erleben.
Antje Schmidt: Viel aufwändiger, als hiesige Aufnahmen. Es fing mit der Maske an - zwei Stylisten nahmen sich zwei Stunden Zeit. Gut 20 Sicherheitsbeamte haben den Set am Hamburger Flughafen abgeriegelt. Die technische Ausstattung und die Zahl der Beteiligten war gewaltig. Pierce Brosnan kam vor dem Dreh in der Garderobe vorbei und sagte 'Hallo' - da wusste ich, dass mir von seiner Seite nichts mehr 'passieren' würde. Frage: Waren Sie gar nicht mehr aufgeregt? Antje Schmidt: Natürlich ging mein Puls schneller, wenn ich an die Dimensionen dieser Produktion dachte - auf Riesenleinwänden in der ganzen Welt zu sehen zu sein, neben Pierce Brosnan, den ich noch vor zwei Jahren im Kino bewundert habe. Diese Gedanken kreisen einem im Kopf herum, wenn man dann aber dreht, ist alles viel normaler. Manchmal denke ich, Schauspielen ist wie eine Art Esperanto - eine ganz spezielle Sprache, die auf der ganzen Welt gleich ist. Frage: Sie spielen in 'Koma - lebendig begraben' eine Frau, die in ein langes Koma fällt ... Antje Schmidt: Ich liebe an meinem Beruf, dass man sich durch die verschiedenen Projekte mit sehr unterschiedlichen Themen und Dingen eingehend beschäftigen kann. Bis heute weiß man nur wenig über die Ursachen, Stadien und Auswirkungen von Koma und Nahtodzuständen. Ich bin in Krankenhäusern bei Patienten gewesen, habe mit Ärzten gesprochen und mit Entspannungskassetten versucht, andere Bewusstseinszustände kennen zu lernen. Frage: Ein Drittel des Filmes liegen Sie im Koma. Eine schauspielerische Herausforderung? Antje Schmidt: Als ich das Buch las, dachte ich nur: 'Bitte, lasst mich die Lisa spielen.' Bei manchen Rollen hat man einfach das Gefühl, dass man etwas über diesen Menschen zu erzählen weiß. Während des Drehs waren die Aufnahmen im Krankenhaus die schwierigsten. Ich musste die ganze Zeit im Bett liegen, ohne eine Zeile Text, voll konzentriert. Meine Pupillen durften sich nicht bewegen, meine Atmung war ein wichtiges Gestaltungsmittel. Durch das ständige Hyperventilieren bin ich einmal fast umgekippt. Außerdem habe ich für die Rolle gefastet, um Lisas körperliche Schwäche während des Komas plastisch zu machen - das war schon ein harter Dreh. Frage: Haben Ihnen die Unterwasser-Szenen Spaß gemacht? Antje Schmidt: Auch das war Knochenarbeit: Heino Ferch hatte mich auf den Armen, und ich musste mich voll darauf verlassen können, dass er beim Sprung von den Klippen nicht ins Straucheln kommt. Außerdem war das Wasser furchtbar kalt - da half nur Kamillentee und zwischendurch eine heiße Badewanne. Frage: Sie nehmen einmal im Jahr in USA "Nachhilfestunden" ... Antje Schmidt: Wie in jedem anderen Beruf sollte man sich auch als Schauspielerin ständig weiterbilden. Beim 'Hollywood Acting Workshop' kommt hinzu, dass man im Gegensatz zu Deutschland für die Arbeit vor der Kamera ausgebildet wird. Frage: Haben Sie gar keine Theaterambitionen mehr? Antje Schmidt: Ich arbeite seit drei Jahren ausschließlich als Filmschauspielerin, weil ein festes Engagement und Dreharbeiten gleichzeitig unmöglich sind. Einen Stückvertrag würde ich gern wieder mal unterschreiben. Theater und Film wären eine gute Ergänzung für mich - wie auch mal eine Produktion à la Hollywood und in die Tiefe gehende, nicht so kommerzielle Filmarbeit. Der Drehtag bei 007 war ein rauschendes Erlebnis, aber 'Koma - lebendig begraben' ging in jede Pore. |
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