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Interview mit August Schmölzer "Es ist einer meiner Träume, in der Steiermark auf einem Hof zu leben und ein bis zwei Filme im Jahr zu drehen." |
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Frage: In
Amor - Todesspiel aus Liebe jagen Sie einen Serienkiller.
Was hat Sie bewegt, den Hauptkommissar Beck zu spielen?
Antwort: Die Rolle war sehr differenziert. Beck ist ein richtiger Bulle, der 'Dirty Harry' genannt wird. Er ist glasklar, handelt knallhart, geht ganz straight seinen Weg. Und trotzdem hat dieser Mann ein Riesenherz, Feingefühl und Humor. Es war diese Vielfalt der Möglichkeiten, die den Beck interessant gemacht hat.
Antwort: Nach der Unterschiedlichkeit. Ich vermeide es, ähnliche Charaktere hintereinander zu spielen. Vor Amor - Todesspiel aus Liebe spielte ich einen österreichischen Bauern, danach einen Ex-SS-Mann, der seine Aussagen wiederholen muss, im Anschluss erst einen Hauptkommissar, der als Profiler tätig ist, und dann einen Braumeister im 'Tatort: Starkbier'. Frage: Wie halten Sie sich fit? Antwort: Ich schwimme und laufe viel, wenn es die Zeit erlaubt mache ich auch leidenschaftlich gern Bergwanderungen und Langlauf. Ich versuche, mindestens jeden zweiten Tag Sport zu treiben, allerdings nicht stur, sondern nur, wenn es mir Spaß macht. Vor fünf Jahren habe ich das Rauchen aufgegeben, esse aber sehr sehr gern und trinke guten Rotwein. Frage: Sie gehören zur Garde hochqualifizierter Schauspieler, aber noch nicht zu den prominentesten. Mit anderen Worten: Wenn man den Namen August Schmölzer hört, ist es nicht einfach, sofort ein Gesicht zuzuordnen. Ist es angenehm, nicht gleich erkannt zu werden? Antwort:Ich liebe diese Form der Anonymität. Aber es ändert sich langsam. Natürlich freue ich mich, wenn ich erkannt werde und man mir bestätigt, dass ich gute Arbeit geleistet habe. Frage: Sie haben bereits international gedreht, waren als Nazibeamter in "Schindlers Liste" zu sehen. Antwort: Es war eine winzige Rolle, ich war nur eine Woche dabei. Geplant waren am Anfang zwei Tage. Frage: Werden Sie wieder mit Steven Spielberg zusammenarbeiten? Antwort: Er sagte, dass er mich auf jeden Fall finden würde, wenn er mich braucht. Frage: Welches sind die Unterschiede zwischen Deutschland und Hollywood? Antwort: In Amerika ist mehr Geld für Filme vorhanden, weil der Markt weltweit ist. Ich würde allerdings niemals nach Los Angeles ziehen, weil ich dann dazu verdammt wäre, alles zu spielen, um genug Geld zu verdienen. Es gibt nur ganz wenige, die es wirklich geschafft haben: Armin Mueller-Stahl, Jürgen Prochnow, Klaus-Maria Brandauer. Natürlich träume ich wie viele Kollegen davon, in einem ganz großen Hollywoodfilm mitzuspielen. Aber dieser Traum beflügelt mich, anstatt mich zu belasten. Frage: Haben Sie Vorbilder? Antwort: Für mich ist jeder ein Vorbild, der seinen Job gut machen will und ernst nimmt. Bei den deutschsprachigen Schauspielern gab es einen, der mich fasziniert: Gert Fröbe. Frage: Was - glauben Sie - macht einen guten Schauspieler aus? Antwort: Er muss sich 'reinschmeißen in diesen Beruf. Sich einbringen, mit allem, was er hat. Und er braucht sehr viel Glück. Frage: Sie stammen aus einem Dorf in der Steiermark, leben in der Großstadt München. Was ist für Sie Heimat? Antwort: Heimat ist dort, wo ich lebe, also in München. Aber meine Wurzeln liegen in der Steiermark, und das wird auch immer so bleiben. Frage: Früher haben Sie Ihren Eltern auf dem Bauernhof geholfen - beim Misten, Melken und Sensen. Könnten Sie sich wieder ein Leben auf dem Lande vorstellen? Antwort: Ja, es ist einer meiner Träume, in der Steiermark auf einem Hof zu leben und ein bis zwei Filme im Jahr zu drehen. Heute spielt es ja keine Rolle mehr, ob man von Graz oder München irgendwohin fliegt. Die Ecke, aus der ich komme, nennt sich 'österreichische Toskana'. Ich würde gern Wein anbauen, wie es mein Onkel tut. Meine Frau und ich müssen uns, bis es soweit ist, noch ein bisserl verwirklichen. Frage: Was für Projekte nehmen Sie als nächstes in Angriff? Antwort: Ich drehe zur Zeit eine Folge von 'Der Bulle von Tölz', danach ein Fernsehspiel mit Susanne Zanke, eine tolle Kriminalgeschichte für den Hessischen Rundfunk. |
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