Interview mit Axel Stein
"Ich wäre nicht so wie ich bin, wenn ich nicht drei, vier richtig gute Freunde hätte."
Frage: Du hast mit Marco Petry schon für Schule zusammengearbeitet. Wie hast du reagiert, als die Anfrage für Die Klasse von '99 kam?

Axel Stein: Ich war von Anfang an von dem Buch begeistert. Schon, weil die Geschichte ein Drama ist und so gar nichts mit Comedy zu tun hat. Und mit Marco wieder zusammenzuarbeiten war natürlich auch toll. Außerdem ist die Rolle super ...

Frage: Du spielst Schmidt ...

Axel Stein: ... und der ist ein ziemlich zwiespältiger Typ. Auf der einen Seite immer gut drauf. Einer, der für seine Kumpels alles tut. Auf der anderen Seite total aggressiv zu Fremden. Außer seinen Kumpels lässt er keinen an sich ran.

Frage: Er hat auch eine recht kernige Art, Frauen anzubaggern.

Axel Stein: Das ist eher ein Komplex, weil er nicht wirklich an Frauen rankommt. Er ist eben auch ein kleiner Proll. Fährt Ford Escort mit Rallyestreifen und so - aber eigentlich ist er ein netter Typ. Und einer, der viel verdrängt.

Frage: Hat er Werte - und wenn ja, welche?

Axel Stein: In erster Linie kommen bei ihm die Kumpels - und dann eine ganze Weile gar nichts. Deswegen ist seine ganze Geschichte ja auch so traurig.

Frage: Wie wichtig sind die Freundschaften, wenn man Anfang Zwanzig ist?

Axel Stein: Sie sind das wichtigste, nach der Familie. Ich wäre nicht so wie ich bin, wenn ich nicht drei, vier richtig gute Freunde hätte. Einer ist jetzt nach Karlsruhe gezogen, zum Studieren. Das nervt mich total an und ich versuche jedes Mal, wenn ich nach München muss und einen Tag frei habe dort kurz vorbeizufahren.

Gerade in unserem Job brauchst du Familie und Kumpels. Das letzte halbe Jahr habe ich fast durchgehend gedreht - da ist das einfach superwichtig als Ausgleich.

Frage: Im Film geht es um die schwierige Zeit nach der Schule. Du selbst hast die Schule vorzeitig abgebrochen, um Schauspieler zu werden ...

Axel Stein: Das war eine sehr harte Entscheidung, vor zweieinhalb Jahren. Ich war in der zwölften Klasse, wollte Abi machen und bekam zwei Super-Angebote. Gott sei Dank haben mich meine Eltern und meine Freunde unterstützt und gesagt: Junge, so eine Chance bekommst du nie wieder.

Ich habe sie genutzt - wenn es nach hinten losgegangen wäre, hätte ich das Jahr noch mal wiederholt. Ich bin sehr froh, dass ich das gemacht habe.

Frage: Was hat dich besonders gepackt an der Geschichte von Die Klasse von '99?

Axel Stein: Das alles wirklich ist wie im richtigen Leben. Meine Kumpels, die noch in Wuppertal leben, wissen auch noch nicht so richtig, was sie machen wollen. Das ist wirklich eine unheimlich schwierige Zeit.

Axel Stein. Foto: Constantin Film

Axel Stein über seine Rolle des "Schmidt" in Die Klasse von '99 und über Freundschaft.

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Quelle: Constantin Film © 1994 - 2011 Dirk Jasper • Diese Seite drucken: Seite drucken