Interview mit Christian Clerici
"Man kann mir keine größere Freude machen als mit spannender Arbeit."
Frage: Nach Ihrem erfolgreichen Start mit ?Heirate mich!" und ?Die Stunde der Wahrheit" moderieren Sie ab Sonntag, den 30. Januar 2000, bereits die dritte Show in Sat.l. Was lockt Sie am Format ?Die GlücksSpirale" besonders?

Christian Clerici: Diese Show ist für mich die optimale Mischung aus Hobby und Beruf. Ich bin ein totaler Natur-Fan, und die meisten Einspielfilme mit meinen Kandidaten werden in freier Natur gedreht.

Frage: Sie bewegen sich allerdings nicht nur als Spaziergänger in der Natur, sondern sind als Extremsportler bekannt.

Christian Clerici: Ja, ich bin begeisterter Taucher, liebe Höhlen-, Mischgas- und Eistauchen, bin Fallschirmspringer und Kletterer. Allerdings muss ich meine Hobbies jetzt dramatisch einschränken, weil keine Versicherung der Welt einen TV-Moderator bei solchen Extremsportarten versichert.

Frage: Hatten Sie nie Angst, wenn Sie sich aus 1.000 Meter Höhe mit dem Fallschirm in die Tiefe stürzten oder mit Mischgas 100 Meter tief tauchten?

Christian Clerici: Ich habe eine natürliche Scheu und gehörigen Respekt vor Höhe, Tiefe und Geschwindigkeit. Ich habe den Extremsport nicht eines Adrenalin-Flashes wegen betrieben. Ich wollte meine Fähigkeiten den Anforderungen anpassen, aber nicht die Grenze überschreiten - dafür hänge ich viel zu sehr am Leben.

Frage: Die Kandidaten der ?GlücksSpirale" müssen allerdings oft eine persönliche Grenze überschreiten. Sie müssen sich überwinden, um eine Aufgabe zu meistern, vor der sie bisher zurückgeschreckt wären. Wie sehen Sie dabei Ihre Aufgabe als Moderator?

Christian Clerici: Ich kann die Kandidaten motivieren, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, eine Herausforderung anzunehmen. Wenn man Menschen zu etwas überredet, was sie eigentlich nicht wollen, muss man ihnen gegenüber Respekt zeigen und behutsam mit ihnen umgehen. Außerdem werde ich nicht nur tatenlos daneben stehen, wenn die Kandidaten ihre Aufgabe meistern, sondern sie tatkräftig unterstützen.

Frage: Was heißt das in der Praxis?

Christian Clerici: Wenn jemand einen Eisturm hinaufklettern muss, stehe ich nicht nur unten und feuere ihn an, sondern ich klettere auf gleicher Höhe mit. So kann ich noch besser beurteilen, was die Kandidaten in so einer Situation durchmachen, sie aber auch hautnah unterstützen.

Frage: Und was ist mit den Großmäulern, die in der Show beweisen müssen, ob sie wirklich so stark und mutig sind, wie sie immer behaupten?

Christian Clerici: Wer den Mund sehr voll nimmt, muss damit rechnen, dass wir ihn auch in Zukunft beim Wort nehmen. Die Großmäuler kann man ruhig mal etwas härter 'rannehmen.

Frage: Halten Sie manche Aufgaben, die den Kandidaten gestellt werden, für zu schwierig?

Christian Clerici: Es geht um viel in der 'GlücksSpirale'. Es gibt wertvolle Sach- und Geldpreise zu gewinnen, deshalb muss die Herausforderung groß sein. Aber natürlich habe ich auch großen Respekt vor Leuten, die ihre gestellte Aufgabe nicht erfüllen wollen. Ich unterstütze meine Kandidaten, möchte, dass sie es schaffen, aber ich überrede niemanden gegen seinen erklärten Willen.

Frage: Gibt es für Sie Grenzen, die Aufgaben für die Kandidaten betreffend?

Christian Clerici: Wenn ich nicht hinter einer Aufgabe stehe, wird sie dem Kandidaten so auch nicht gestellt. 'Die GlücksSpirale' hatte es bisher nicht nötig und auch zukünftig nicht, dass Menschen genötigt werden, immer höher, weiter, schneller zu sein.

Frage: Wie sieht es mit Ihren eigenen Zielen aus? Planen Sie im Jahr 2000 noch weitere neue Shows?

Christian Clerici: Im nächsten Jahr sind über 20 neue Sendungen von 'Die Stunde der Wahrheit' und acht 'GlücksSpiralen' geplant. Da ich für beide Sendungen die Kandidaten nicht nur im Studio zu Gast habe, sondern sie auch zu Hause besuche oder mit ihnen zu entlegenen Drehorten fahre, bin ich soviel unterwegs, dass mein Terminkalender für's nächste Jahr schon jetzt gerammelt voll ist.

Frage: Das klingt nach Stress.

Christian Clerici: Man kann mir keine größere Freude machen als mit spannender Arbeit, also kann ich mich wirklich nicht beklagen. Beide Sendungen bieten mir eine ideale Spielfläche für jede Menge Spaß.

Frage: Sie sind eine Mischung aus Wiener und Römer, sind charmant, witzig, eloquent, aber auch ernsthaft und nachdenklich. Welche ist Ihre herausragendste Eigenschaft?

Christian Clerici: Menschen zu unterhalten und ihnen eine gute Zeit zu bereiten, sind meine größten Talente.

Frage: Ihr Sat.1-Kollege Kai Pflaume hat 'Die GlücksSpirale' vier Jahre lang erfolgreich moderiert. Empfinden Sie es als große Erblast, die Show jetzt ins Jahr 2000 zu führen?

Christian Clerici: Ich kann nur so sein, wie ich bin. Ich hoffe, dass ich mit meiner Professionalität das Format gut bedienen kann und genügend Spielfreude und Erfahrung mitbringe, damit die Zuschauer 'Die GlücksSpirale'auch in den nächsten Jahren spannend und amüsant finden.

Christian Clerici. Foto: Sat.1 / Grimm

Christian Clerici, 34, moderiert in Zukunft die legendäre Sendung Die GlücksSpirale - ab dem 30. Januar 2000 um 20.15 Uhr auf Sat.1.


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Quelle: Sat.1 / Birgit Borchert © 1994 - 2011 Dirk Jasper • Diese Seite drucken: Seite drucken