Interview mit Christoph Maria Herbst
"Wer zum Lachen in den Keller geht, dem kann ich nichts entgegnen."
Frage: Alfons Hatler ist seit dem ersten "WiXXer" vom Butler zum Leiter einer Irrenanstalt aufgestiegen. Wie können wir uns diesen Werdegang vorstellen?

Christoph Maria Herbst: Das ist der klassische Weg von fast allen, die den akademischen Weg gegangen sind: Kommst du aus einem nicht allzu begüterten Elternhaus, kommt das Bafög so eben gerade nicht für dich in Betracht, weil du dafür doch zuviel gespart hast.

Und hast du kein Problem damit, dein Schlafmanagement so zu gestalten, dass du auch mal tagsüber ruhst, dann hast du keine andere Wahl, als dir zur Finanzierung deines Studiums einen Nebenjob zu suchen und den hat Alfons seinerzeit beim Earl of Cockwood gefunden.

Frage: Im Film brauchen auch die bösesten Schurken eine Seite, die das Publikum mitleiden lässt. Was ist das Liebenswerte an Alfons Hatler?

Christoph Maria Herbst: Das Publikum leidet, weil sich seine Jennifer von ihm getrennt hat, es leidet, weil er mit seinem Aussehen gestraft ist, es leidet, weil er nicht mal seine Sprechweise in den Griff kriegt, und es freut sich, dass sich da Filmleute aus deutschen Landen ganz schön was trauen.

Frage: Ist er ein wahnsinniges Mastermind - oder doch eher ein Schöngeist, der seine musische Ader durch besonders zackige Umgangsformen tarnt?

Christoph Maria Herbst: Alfons ist eindeutig Humanist und Intellektueller, Künstler und Eremit und wäre im ?Literarischen Quartett?, bei ?Aspekte?, mindestens aber bei ?Sabine Christiansen? Dauergast, wäre er nicht in diesem Körper gefangen. Ich glaube nicht, dass er mit Bin Laden in SMS-Kontakt steht.

Frage: Stünde er vor der Gewissensfrage, sich zwischen der Weltherrschaft und einem Zweijahresvertrag in Las Vegas entscheiden zu müssen - was hätte für ihn Priorität?

Christoph Maria Herbst: Diese Frage stellt sich nicht. Sie ist längst beantwortet. Davon handelt der dritte Teil "Triple WiXX".

Frage: Alle Charaktere in Neues vom Wixxer haben ein Vorbild in den alten Wallace-Filmen. Gilt das für Hatler ebenso? Oder ist er eine Ausnahme und eher eine Mischung aus Klaus Kinski und der klassischen Filmfigur des wahnsinnigen Wissenschaftlers?

Christoph Maria Herbst: Schau in sein Gesicht und du siehst, wer da Pate stand.

Frage: Was ist der Spaß daran, eine solche Figur zu spielen? Und was ist das Schwierige?

Christoph Maria Herbst: Der Spaß besteht zunächst mal darin, mit Kollegen und Freunden zusammen eine gute Zeit zu verbringen, und die hatten wir sowohl während der Dreharbeiten zu Teil Eins als auch jetzt wieder. Dann gefiel mir von Anfang an das Buch und der Hatler war schon immer ein schönes Kabinettstückchen, das sich eine Rampensau, wie ich es sein kann, nicht entgehen lässt, ohne zu leiden.

Die Mundwinkel beim Sprechen nach unten ziehen, sich beim Sprechen eine heiße Kartoffel im Mund vorstellen, die Stimme hie und da kieksen lassen und unwillkürlich mal ein bisschen schreien, wenn keiner damit rechnet, kommt noch dazu und fertig war dieses lustige Abziehbild. Mithin, schwierig war so gar nichts dabei.

Frage: Hatlers Karaoke-Auftritte sind ganz große Momente im Film. Wie haben Sie sich vorbereitet und wie lange hat es gedauert, eine hatlermäßige Coverversion von "My way" einzustudieren?

Christoph Maria Herbst: Das ging alles ratzfatz. An dem Tag hatten wir nicht viel Zeit und wir haben den Song dann, glaub ich, zweimal aufgenommen, in einer weiteren und einer näheren Einstellung. Da es sich um Karaoke handelt, musste ich den Text nicht mal auswendig lernen. Diese Szene gehört also zu den eher einfacheren für mich im Film.

Frage: Ganz sicher werden sich einige Kritiker auf Alfons Hatler einschießen und ganz bösen - weil politisch unkorrekten - Humor entdecken. Was entgegnen Sie denen?

Christoph Maria Herbst: Wer zum Lachen in den Keller geht, dem kann ich nichts entgegnen.

Christoph Maria Herbst. Foto: Constantin Film

Christoph Maria Herbst spielt in der deutschen Kinokomödie Neues vom Wixxer die Rolle des Alfons Hatler.

Christoph Maria Herbst war schon im ersten Teil von "Der Wixxer" zu sehen, wie auch in "Hui Buh - Das Schlossgespenst". Er hat auch großen Erfolg mit seiner eigenen skurrilen Comedy-Serie "Stromberg".

Filmplakat

Szene von Christoph Maria Herbst:

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Quelle: Constantin Film © 1994 - 2011 Dirk Jasper • Diese Seite drucken: Seite drucken