Interview mit Dindo Capello
"Generell hat die Strecke nicht besonders viel Grip."
Frage: Mögen Sie die Strecke in Laguna Seca?

Dindo Capello: Laguna ist meine absolute Lieblingsstrecke. Ich kann es kaum erwarten, dort wieder zu fahren.

Frage: Die Kurve "Cork Screw" (Korkenzieher) ist weltberühmt - was ist an ihr so besonders?

Dindo Capello: Den ?Cork Screw? kennt wirklich fast jedes Kind. Er ist etwas Besonders, weil der Kurveneingang absolut blind ist und man jedes Mal ein tolles Gefühl hat, wenn man gut durchgekommen ist. Man muss blind einlenken, und das gelingt eben nur in 70 Prozent aller Fälle.

Es ist sehr schwierig, konstant zu sein und jede Runde dieselbe Linie zu treffen. Allerdings ist der ?Cork Screw? nicht die einzige interessante Kurve in Laguna - und auch nicht die schwierigste. Es gibt einige sehr anspruchsvolle Passagen.

Frage: Das Rennen endet in der Abenddämmerung, was bedeutet das für die Fahrer?

Dindo Capello: Ich persönlich mag die Rennen nicht so gerne, die bei Einbruch der Dunkelheit enden. Dafür gibt es kein optimales Visier. Wenn man mit einem hellen Visier fährt, blendet einen der Sonnenuntergang.

Mit einem dunklen Visier sieht man in der letzten halben Stunde nichts mehr. Es ist sicher eine schöne Atmosphäre für die Zuschauer. Aber ich mag Rennen lieber, bei denen der Nachtanteil größer ist.

Frage: Welche Rolle spielt die Tatsache, dass Laguna Seca in der Nähe des Meeres liegt?

Dindo Capello: Es wird viel Sand auf die Strecke geweht. Ein einziger Windstoß reicht, um die Strecke noch rutschiger zu machen. Das ist eine Besonderheiten von Laguna Seca: Der Grip bleibt nie gleich. Er kann sich von einer Runde auf die andere ändern. Generell hat die Strecke nicht besonders viel Grip.

Frage: Haben Sie etwas Zeit, das schöne Umfeld rund um Laguna Seca zu genießen?

Dindo Capello: Auch aufgrund der Lage ist Laguna Seca die schönste Strecke der American Le Mans-Serie. Wenn ich aus dem Hotelzimmer blicke, sehe ich das Meer und Seelöwen, die quasi unter meinem Fenster schwimmen.

Wenn man in Laguna Seca ist, wird einem vor Augen geführt, wie gut wir Rennfahrer es manchmal haben.


Oktober 2007. Quelle: Audi Motorsport. Autor, Redaktion und Verlag sind nicht für die Inhalte externer Webseiten verantwortlich.
Dindo Capello. Foto: Audi Motorsport
Dindo Capello

Die Rennstrecke in Laguna Seca an der Westküste der USA ist am 20. Oktober 2007 Schauplatz des Finales der American Le Mans-Serie 2007.

Audi Werksfahrer Dindo Capello (Italien), der dort 2006 mit dem Audi R10 TDI siegte, über den 3,602 Kilometer langen Kurs bei Monterey (Kalifornien) und den noch berühmteren "Cork Screw".


Dindo Capello auf Audi in Laguna Sea 2006. Foto: Audi Motorsport

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