Interview mit Eric Idle

"Naja ... gewissermaßen bin auch ich ein Alien."

Eric Idle stellt nach seinen Kinderbüchern jetzt seinen ersten Roman "Die Reise zum Mars" vor. Frage: Mr. Idle, Sie haben einen Roman, ein Drama und ein Kinderbuch geschrieben. Mit Die Reise zum Mars haben Sie jetzt ein neues Terrain betreten. Wieso schreiben Sie denn nun auf einmal im Genre Science-fiction?

Eric Idle: Naja ... gewissermaßen bin auch ich ein Alien. Die Amerikaner nennen mich einen 'ständig wohnhaften ausländischen Fremden ... oder auch: Alien'. Deshalb kann ich mich besonders gut in fremde Lebensformen einfühlen. Und außerdem kann ich, als in den USA lebender Schriftsteller, gar nicht mit irgendwelchen Heldentaten glänzen, die ich während meiner Kindheit in Michigan vollbracht habe, da ich leider im Norden Englands aufgewachsen bin. Deshalb hat sich diese Gattung angeboten - vor allem, auch weil mein Roman ein Buch der Ideen sein sollte. Außerdem gestattet Science-fiction mir, Comedy, aus einer 'alienhaften' Sichtweise zu untersuchen.

Frage: Die Reise zum Mars hat von allem etwas: Explodierende Weltallkolonien, intergalaktischen Sex und Intrigen, menschliche Androiden und natürlich unzählige Pointen. Es gibt sogar eine gesunde und sehr witzige Dosis von Philosophie, vertreten durch Carlton. Erzählen Sie uns mehr über diesen außergewöhnlichen Androiden und Ihre Untersuchungen der modernen Komödie - oder auch Comedy - in diesem neuen Roman ...

Eric Idle: Humor ist eine spezifisch menschliche Regung, die man zum Beispiel bei Tieren nicht finden kann. Grundsätzlich denke ich, dass er ein sehr wichtiges Überlebenswerkzeug ist - und uns erlaubt zu leben, beziehungsweise uns überhaupt zu menschlichen Wesen zu entwickeln. Also würde ich ihn bei jeder fortschrittlicheren Zivilisation erwarten, nicht wahr? Aber natürlich hat eine künstliche Intelligenz Probleme mit Comedy, nicht nur beim Verstehen der Pointen, sondern schon allein bei deren Erkennung.

Frage: Erklären Sie doch bitte Carltons Theorie über 'levity' als 'anti-gravity' ...

Eric Idle: Der Android Carlton ist der Meinung, dass Humor nicht nur für unsere Evolution verantwortlich ist, sondern auch eine der wichtigsten Kräfte in unserem Universum ist. Diese Kraft nennt er 'levity'; das bedeutet in gewisser Weise 'Leichtigkeit' und steht somit im Gegensatz zu 'gravity', das für Schwerkraft und Ernsthaftigkeit steht. 'Levity' ermöglicht dem Universum, sich weiter zu entwickeln und zu wachsen.

Frage: Sind die beiden Komiker Muscroft und Ashby irgend welchen real existierenden, bekannten Persönlichkeiten nachempfunden?

Eric Idle: Nun, nicht wirklich nachempfunden - es sind viel mehr Charaktere, die sich leicht schauspielern lassen. Wahrscheinlich würde Robin Williams sich sehr gut in Alex Muscroft, den rotnasigen Schauspieler, hineinfühlen können. Denn ursprünglich - vor siebzehn Jahren - ist der Roman die Idee für einen Film mit Robin Williams gewesen. Es war für mich auch immer klar, dass der Android wie der David Bowie aus den frühen 80er Jahre ist. Lewis Ashby ist eher eine Kombination von vielen weißgesichtigen Clowns ... und ein bißchen hat er auch von mir. Ich versuche immer, mir vorzustellen, wie diese Menschen in der Zukunft, also in einer anderen Welt sein würden, oder was für Figuren sie spielen könnten. Es ist nicht meine Absicht, die Eigenheiten meiner Freunde dar- beziehungsweise bloßzustellen.

Frage: Der Roman spielt im 23. Jahrhundert. Wie wird Ihrer Meinung nach Entertainment in der Zukunft aussehen, wird es so sein wie in Die Reise zum Mars?

Eric Idle: Ja natürlich - ganz genau so wird es sein!

Eric Idle
Eric Idle: Die Reise zum Mars

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