Interview mit Frank Meiners
"Auch ein offenes Wort mit dem Vorgesetzten kann helfen."
Frage: Weniger Stress zu haben oder Stress abzubauen, ist oft einfacher gesagt als getan. Wie findet man den richtigen Dreh, um sich nicht stressen zu lassen?

Frank Meiners: Finden Sie zunächst heraus, was oder welche Situationen Stress auslösen. Ist es der Job oder sind es eher familiäre Verpflichtungen? Sind es gesundheitliche Sorgen? Erst wenn man sich die Ursachen gezielt vor Augen führt, kann auch effektiv entgegensteuert werden.

Utopische Ziele, die auf längere Sicht nicht eingehalten werden können, sind dabei tabu. Man kann sein Leben nur schwer komplett umkrempeln. Kleine Schritte führen hier eher zum Ziel.

Frage: Welche Ziele oder Vorsätze sind denn unrealistisch?

Frank Meiners: Es gibt im Beruf Situationen, in denen Stress entsteht, den wir nur teilweise oder wenig beeinflussen können: Beispielsweise, wenn ein Kunde einen Auftrag in sehr kurzer Zeit erfüllt haben möchte. Dann gilt es eine Strategie zu entwickeln, wie man mit solchen Situationen am besten umgeht. Das kann individuell ganz unterschiedlich sein.

Frage: Was raten Sie in so einem Fall?

Frank Meiners: Gute Arbeitsorganisation, enge Kooperation und Kommunikation sind wichtig. Es hilft häufig, auf die Fähigkeiten der Kollegen oder Mitarbeiter zu vertrauen. Manchmal ertappt man sich dabei, alles selber machen zu wollen. Dann gerät man schnell in die Stress-Falle. Auch ein offenes Wort mit dem Vorgesetzten kann helfen, das Arbeitspensum besser zu organisieren.

Frage: Ist der Jahreswechsel aus Ihrer Sicht ein geeigneter Zeitpunkt, um sich gute Vorsätze zu setzen?

Frank Meiners: Viele nutzen den Jahreswechsel für eine persönliche Bilanz. Häufig werden dann neue Ziele für das nächste Jahr abgesteckt. Vor schnellen Enttäuschungen schützt sich derjenige am besten, der sich weniger, realistische und erreichbare Ziele setzt.

Frank Meiners. Foto: DAK

Zwei Drittel der Bundesbürger möchte im neuen Jahr Stress vermeiden oder abbauen. Das ergab ein aktuelles DAK-Gesundheitsbarometer. Doch welche Strategie ist dabei die richtige? Im Interview: DAK-Diplom-Psychologe Frank Meiners.


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