Interview mit Gaby Papenburg
"Vorurteile waren schon da ..."
Frage: Seit vier Jahren moderieren Sie die Sendung "ran" und drangen damit in die letzte Männerdomäne des Fernsehens vor. Hatten Sie mit alten Vorurteilen zu kämpfen?

Gaby Papenburg: Sicher, besonders weil ich immer bei der Montagskick-Runde der Kollegen fehle, da ich nicht Fußball spiele. Aber Scherz beiseite: Vorurteile waren schon da, wie "Interessierst du dich wirklich für Fußball?" und "Hat sie auch Ahnung?".

Wunderbar finde ich es immer, dass ich als erstes gefragt werde, ob ich auch spiele. Bei den Kollegen wird das immer vorausgesetzt, obwohl es zum Teil gar nicht stimmt.

Frage: Und was ist das Besondere der Vierer-Abwehrkette?

Gaby Papenburg: Dass sie manchmal doch ausgehebelt werden kann durch schnelle Flankenläufe der Konkurrenz, siehe Johannes B. Kerner. Ich bedaure sehr, dass er nicht mehr in unserer "ran"-Kette spielt.

Frage: Sie haben sich Stück für Stück nach oben gearbeitet, Germanistik-Studium, Volontariat bei Sat.1, danach Moderation von Nachrichten und Frühstücksfernsehen und vor allem immer wieder Sport. Ist das das Geheimnis Ihres Erfolges?

Gaby Papenburg: Ob es das Erfolgsgeheimnis ist, weiß ich nicht. Für mich war es sicher wichtig und richtig. Ich ziehe Kontinuität dem schnellen Erfolg vor, und ich kann sehr beharrlich sein, habe gute Ausdauerwerte. Selbst beim Laufen habe ich mittlerweile die 6 Kilometer-Marke erreicht, obwohl ich vor zwei Jahren noch nicht mal 1.000 Meter geschafft habe.

Frage: Erinnern Sie sich an ein Highlight während Ihrer Tätigkeit für "ran"?

Gaby Papenburg: Oh ja, Uli Stein und Otto Rehhagel in einer einzigen Sendung. Die Exzentriker der Liga hatten monatelang jedes Interview verweigert und waren mir plötzlich zugeschaltet. Ich hatte ganz schön Herzklopfen, aber es wurden Gespräche der besseren Art.

Frage: Was ist für Sie das Faszinierende am Fußball?

Gaby Papenburg: Dass es ein hochkomplizierter Sport ist, obwohl alles so einfach aussieht: Fußball wird vor allem mit Köpfchen gespielt und zu sehen, wie Intelligenz und Taktik Kraft und Bolzerei schlagen, finde ich immer wieder spannend.

Frage: Sie haben früher selbst Leistungssport betrieben ...

Gaby Papenburg: Ich war eine gute Schwimmerin, habe an Deutschen Meisterschaften und Internationalen Schwimmfesten teilgenommen, musste aber aus gesundheitlichen Gründen mit dem Leistungssport aufhören. Zwar schwimme ich immer noch gern, laufe heute aber lieber oder spiele Tennis.

Frage: Gibt es einen Fußballer oder Trainer, den Sie gern mal interviewen möchten?

Gaby Papenburg: Klaus Toppmöller. Mit ihm begann 1992 meine Fußballkarriere bei Sat.1, seitdem gab es kein Interview mehr.

Frage: Und mit welchem Kicker würden Sie gern essen gehen?

Gaby Papenburg: Mit Thomas Helmer. Wir würden bestimmt über vieles reden, nur nicht über Fußball. Sein Handy muss er aber abschalten ...

Frage: Was sagen Ihre Kinder (zwei Söhne, 6 und 9 Jahre alt) zu Ihrem Fußball-Job? Wie bekommen Sie Familie und Beruf unter einen Hut?

Gaby Papenburg: Für meine Söhne bin ich eine ganz normale Mama, die ihnen Schulbrote schmiert oder Mittagessen kocht. Wenn ich nicht da bin, übernimmt unsere wunderbare Kinderfrau den Job. Sie ist seit sechs Jahren bei uns und gehört quasi zur Familie.

Gaby Papenburg. Foto: Sat.1

Gaby Papenburg ist Moderatorin der Sat.1 Sportsendungen täglich ran und ran.


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