Interview mit Germaine Greer

"Ich bin überzeugt, dass sich junge Frauen mindestens ebenso sehr für Knaben-Bilder interessieren wie ältere."

Frage: Professor Greer, Der Knabe ist ein dickes Buch voller Gelehrsamkeit und mit einer Fülle von Denkanstößen. In ihm ist eine große Zahl von Gemälden quer durch die Kunstgeschichte bis zur Gegenwart abgebildet. Was hat eigentlich Ihr Interesse an diesem Thema geweckt?

Germaine Greer: Ich habe mich dafür interessiert, seit ich 1978 einen Artikel für den Esquire geschrieben habe, unter dem Titel "Was Frauen anmacht".

Frage: Manche Ihrer früheren Veröffentlichungen hatten etwas mit Ihren eigenen Erfahrungen als Frau in spezifischen Phasen des weiblichen Lebens zu tun, so "Der weibliche Eunuch", "Wechseljahre" und "Die ganze Frau". Kann man daraus möglicherweise schließen, dass das Thema Der Knabe sie in der gegenwärtigen Phase Ihres Lebens besonders beschäftigt?

Germaine Greer: Es gibt auch Veröffentlichungen von mir, bei denen es sich nicht gerade anbietet, sie als eine Art "Selbsterfahrungen als Frau in spezifischen Lebensphasen" zu interpretieren; ich denke da an "The Obstacle Race: The Fortunes of Woman Painters and their Work" (1979), "Sex and Destiny: The Politics of Human Fertility" (1984), "Kissing the Rod: An Anthology of Seventeenth-Century Women's Verse" (1988), "Shakespeare" (1986), "Daddy, We Hardly Knew You" (1989), "Slip-shod Sibyls: Recognition, Rejection and the Woman Poet" (1995) und "John Wilmot, Earl of Rochester" (1999).

Ich finde es bemerkenswert, dass die deutschen Verlage sich nur für diejenigen unter meinen Büchern interessiert haben, die sie (zu Recht oder zu Unrecht) für persönliche Enthüllungen oder verkleidete Autobiographien hielten. "Die ganze Frau" etwa ist, soweit ich sehen kann, in keinster Weise altersspezifisch. Und ich bin überzeugt davon, dass junge Frauen sich mindestens ebenso sehr für Knaben-Bilder interessieren wie ältere. Boy-Groups sind doch nicht erfunden worden, um die heißen Wünsche fünfundsechzigjähriger Frauen auszubeuten!

Frage: Sie sind berühmt geworden mit Büchern, die sich mit spezifisch weiblichen bzw. feministischen Themen auseinandersetzten, also mit der Rolle der Frauen in der Kunst und in der Geschichte. Sind Sie Ihrem feministischen Engagement untreu geworden?

Germaine Greer: Ich verstehe nicht, wieso es unfeministisch sein soll, wenn ich die Frage erörtere, ob Frauen ein visuelles Vergnügen an Bildern von Männern haben können und dürfen. Es gibt eine alte Debatte über die Natur des lustvollen Blicks; dabei wurde meist angenommen, dass dieser Blick ein ganz und gar männlicher Blick ist und dass Frauen, die scheinbar Männer mit Wohlgefallen betrachten und sich Urteile über männliche Schönheit erlauben, unter einer Art ödipaler Triebverschiebung leiden.

Ich behaupte nun, dass diese Annahme das wichtigste männliche Objekt weiblicher Begierde außer Acht lässt, und das ist nicht der Mann, sondern der Knabe. Jeder, der sich mit figurativer Kunst von Frauen befasst hat, stellt mit Erstaunen fest, dass diese Künstlerinnen fast durchgängig nur weibliche Sujets haben, vor allem in der Aktmalerei. Ich glaube, es ist interessant für Frauen herauszufinden, warum das so ist. Ob das auch für Männer spannend ist, ist mir egal.

Frage: Gegen Ende der Siebzigerjahre wurde das Recht auf visuelle Lust (im Sinne der These Ihres Buchs) als ein männliches Privileg angesehen. Nun schreiben Sie, Zweck Ihres Buch sei wenigstens teilweise, "den Anspruch der Frau auf die Lust am visuellen Genuss durchzusetzen." Aber haben junge Frauen dieses Recht nicht schon seit langem in Anspruch genommen?

Germaine Greer: Ich verstehe diese Frage nicht. Ich weiß nicht, was Sie mit "gegen Ende der Siebzigerjahre" meinen. Meinen Sie "bis zum Ende der Siebzigerjahre"? Aber auch dann verstehe ich Ihre Frage nicht. Im Buch geht es um die subtile Erotik von Knabendarstellungen, von der gewöhnlich angenommen wird, sie richte sich an homosexuelle Männer und insbesondere männliche Pädophile.

Ich gebe zu, dass auch Frauen, die Zehn-Pfund-Noten unter die String-Tangas männlicher Stripper schieben, auf einen grobschlächtigen sinnlichen Reiz reagieren, aber ich glaube nicht, dass dies irgendetwas damit zu tun hat, dass junge Frauen "ein Recht in Anspruch nehmen".

Haben junge Frauen jemals Anspruch auf Boy-Groups erhoben? War es nicht eher so, dass ihre versteckten Wünsche von männlichen, meist homosexuellen Geschäftemachern ausgebeutet wurden, die nur ein Ziel kannten, nämlich das Geld in den Taschen dieser Frauen?

Der Knabe versucht zu beschreiben, was in diesen Tagen geschieht, und es in einen größeren historischen Kontext zu stellen. Im übrigen schreibe ich nicht darüber, ob es besser ist, mit gut aussehenden oder mit besonders kräftigen oder mit sonstwas für Jungen ins Bett zu gehen. Ich schreibe über visuelle Lust, genauer, über eine durch Bildung verfeinerte visuelle Lust, und das ist etwas ziemlich Anderes.

Frage: Sie sind die Erste, die sich mit dem "Knaben" als einem ästhetischen Thema befassen, und Sie zeigen viele Facetten der Knaben-Gestalt auf - in der Gesellschaft, im Mythos, in der Literatur, in der Musik, im Theater und insbesondere in der bildenden Kunst von der Antike bis heute. Welche dieser Facetten interessiert Sie am meisten?

Germaine Greer: Wie gewöhnlich versuche ich zu zeigen, was offensichtlich ist, nämlich dass die Geschichte der westlichen Kunst eine Geschichte von bekleideten Frauen und nackten Knaben ist. Ich bin an diesem Phänomen als ganzem interessiert, weil ich glaube, dass es sowohl von der herkömmlichen Geschichtsschreibung als auch vom Feminismus missverstanden worden ist. Ihre Frage scheint aber mehr auf meine persönliche Befriedigung zu zielen, um die es aber gar nicht geht. Persönlich würde ich gern Cellinis Narziss in meinem Garten aufstellen, aber ich habe ihn nicht und werde ihn auch wohl nicht mehr bekommen.

Frage: Haben Sie während des Schreibens an Ihrem Buch auch daran gedacht, der (kunstgeschichtlichen) Forschung neue Impulse zu geben?

Germaine Greer: Jeder, der eine etwas ungewöhnliche These vertritt, hofft, dass sie diskutiert und nicht auf der Stelle verworfen wird. Die Zunft der Kunsthistoriker hat sich nach außen ziemlich abgeschottet, sie beziehen sich nur auf das, was ihre Kollegen geschrieben haben. Ich habe über den Einfluss geschrieben, den einige berühmte Knabenbildnisse ausgeübt haben, wie etwa der Apoll vom Belvedere oder der Barberinische Faun, aber ich bezweifle, dass ich damit zum Trendsetter werde.

Ich würde mich freuen, wenn mir jemand erklärte, wieso man die Augen vor der Erotik der Bilder des Heiligen Sebastian verschließen und sie für Klosterkapellen in Auftrag geben konnte, oder was Tizian mit seiner Sebastiandarstellung im Altar des thronenden Heiligen Markus im Schilde führte. Doch wenn die Art, in der diese Dinge diskutiert werden, sich ändern sollte, so wird das niemand auf irgendetwas zurückführen, das ich gesagt oder geschrieben habe.

Frage: Was genau hat Ihrer Ansicht nach dazu geführt, dass die Erotik des "schönen" Knaben tabuisiert wurde?

Germaine Greer: Ich glaube nicht, jemals behauptet zu haben, die "Erotik des schönen Knaben" sei "tabuisiert". Tatsache ist, dass der Knaben-Akt als Thema der Malerei im 19. Jahrhundert verschwindet. Einerseits, glaube ich, weil Frauen und Dienstboten zu einem Teil des Kunstpublikums wurden, andererseits möglicherweise auch, weil die in Verbänden organisierte Gesellschaft der Zeit sich verpflichtet fühlte, die moralischen Normen zu vereinheitlichen.

Letzteres ist eine modische These, die mich eigentlich nicht sehr überzeugt; aber ich finde es einfach wahrscheinlich, dass die utilitaristische Moral die polymorphe und experimentelle Sexualität des Knaben leugnen musste. Wider alle Vernunft wurde von Jungen erwartet, dass sie rein und männlich seien und sowohl Masturbation als auch sexuelle Kontakte jedweder Art vermieden. Eros geht in den Untergrund, und Apoll und Dionysos begleiten ihn.

Zur selben Zeit beginnen männliche Künstler, heranwachsende Mädchen ohne Schleier zu zeigen. Es würde mehr als ein Kapitel eines einzigen Buchs erfordern zu entwirren, was damals tatsächlich vorgegangen ist. Unleugbar ist es aber so, dass die Knaben in der Kunst erst gleichsam kastriert wurden und dann ganz verschwanden.

Frage: Ihr Plädoyer für die ästhetische Betrachtung "männlicher Schönheit", und noch mehr Ihre Folgerung, dass "der gesunde Appetit nun durch Geschmack verfeinert werden" solle, könnte in diesen etwas hysterischen Zeiten als Ermutigung zur sexuellen Belästigung männlicher Minderjähriger kritisiert werden. Wie würden sie mit so einer Kritik umgehen?

Germaine Greer: Leute, die andere sexuell belästigen möchten, müssen dazu nicht erst von mir ermutigt werden. Oder musste es etwa erst ein Buch geben, damit Bauarbeiter anfingen, Frauen hinterherzupfeifen? Wenn Sie mit "männlichen Minderjährigen" nicht-volljährige Jugendliche meinen, so denke ich, dass sie schon genug zu leiden haben, weil ihnen ihre Sexualität durch die Errichtung willkürlicher Altersschranken für ihre Mündigkeit abgesprochen wird.

Würden Sie sagen, der Held in Schlinks Vorleser werde sexuell belästigt? Wird Cherubino sexuell belästigt? Wird Oktavian von der Marschallin belästigt? Das sind doch alles Knaben, die sich in ältere Frauen verlieben, und die kapitulieren vor ihnen!

Frage: In ihrem Buch Der Knabe ermutigen Sie Männer und Frauen, sich zu ihrer visuellen Lust bei der Betrachtung von Knaben zu bekennen. Sie gehen sogar soweit zu behaupten: "Der Knabe Eros könnte die Geschlechter versöhnen, wenn wir ihn nur anerkennen." Was genau meinen Sie damit, wie könnte eine solche "Versöhnung" aussehen und wie könnte es zu ihr kommen?

Germaine Greer: Der Knabe ist das verlorengegangene vermittelnde Moment im Streit der Geschlechter. Während ein Mann sich als Objekt bewundernder Blicke bedroht oder beunruhigt fühlt, aalt sich ein Junge darin. Er hat es nicht nötig, in einer Beziehung zu dominieren, aber er hat es nötig zu lernen.

Die Distanz zwischen Männern und Frauen und ihr wechselseitiges Unverständnis (Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus) könnte verringert werden, wenn bei der Entdeckung der Heterosexualität durch die jungen Männer etwas in Bewegung käme, wenn auch andere Arten der Beziehung möglich würden, in denen die Initiative von der Frau ausgeht.

Gesellschaften, in denen von älteren Frauen die Initiation jüngerer Männer erwartet wurde, waren immer mehr mutterorientiert und haben den Frauen mehr Raum und mehr Macht gelassen als die, in denen von den Jungen erwartet wurde, dass sie in protomilitärische Organisationen eintraten und sich von Frauen so weit wie möglich fernhielten.

Frage: In einem Artikel über ihr letztes in Deutschland veröffentlichtes Buch schrieben Sie: "Es ist Zeit, wieder zornig zu werden." Heute sprechen sie von einer Versöhnung der Geschlechter. Ihre These ist nicht nur weniger provokativ, sondern geradezu auf Ausgleich bedacht. Ist das die Weisheit und Gelassenheit des Alters?

Germaine Greer: Ich fürchte, Ihre Auffassung, Der Knabe sei versöhnlich, ist unbegründet. Der Knabe hat keinen größeren Feind als den Mann; damit er in die Männergemeinschaft aufgenommen werden kann, muss der Knabe symbolisch vernichtet werden. Ein Knabe kann nur ein Mann werden, wenn er seiner Beherrschung durch Frauen entrinnt. Wenn ich für eine Neubewertung der Übergangszeit zwischen Kindheit und Mannestum plädiere, weise ich damit den bestgehüteten Grundsatz der Männlichkeitsgesellschaft zurück.

Für mich ist der Knabe ein Bundesgenosse im Kampf für die Femininisierung der Gesellschaft, auch dabei, die ganze Vorstellungswelt von männlicher Überlegenheit umzustürzen, die der Grundstein des männer-bündischen Ethos ist. Und was das Alter anbetrifft, so hat es, soweit ich sehe, wenig mit Ruhe und Gelassenheit zu tun; das nur für den Fall, dass es Ihnen entgangen sein sollte, wie zornig die Alten in unserer Gesellschaft geworden sind.

Frage: Fassen wir zusammen: Was, glauben Sie, wird die Lektüre Ihres Buches den Leserinnen und Lesern bringen?

Germaine Greer: Ich hoffe, dass die Leserin von Der Knabe, so wie die Leserinnen meiner anderen Bücher, so etwas wie einen Erkenntnisschock erleben wird. Ich hoffe, dass ihr die Bedeutung der Knabenbilder, von denen sie ständig umgeben ist, bewusst wird und dass sie ihre Freude an der Schönheit der Knaben findet, die sie kennt, ohne das Gefühl zu haben, die Lüsternheit und versteckte Aggressivität des männlichen Blicks imitieren zu müssen.

Frage: Last but not least: Arbeiten Sie an einem neuen Projekt?

Germaine Greer: Zur Zeit arbeite ich daran, einen Essay über die Aborigines, der am 8. September 2004 in Australien herauskommt, zu promoten, an den letzten Anmerkungen für eine Anthologie von Gartengedichten, die im September erscheinen soll, an einem Artikel für die Guardian Review über Prinz Henryk Lubomirsky, der auf den Wunsch seiner Tante, der Prinzessin Izabella Lubomirska, unter anderem für Vigée-Lebrun, Angelika Kauffmann und Canova unbekleidet Modell gestanden hat - die Deadline für den Artikel ist Ende Oktober; ich bin dabei, einen wissenschaftlichen Beitrag für die Byron Society über die historischen Quellen des "Byronic Stereotype" fertigzustellen (hier bin ich bereits in Verzug); außerdem stelle ich gerade ein wissenschaftliches e-book mit den gesammelten Werken der Gräfin Anne of Winchilsea zusammen, das im Internet erscheinen soll; schließlich gibt es noch meine Buchbesprechungen im Fernsehen und meine ständigen Spalten in der Presse. Ach, und dann habe ich noch 125 acres Regenwald im südwestlichen Queensland in Ordnung zu bringen.

Frage: Ihr Buch Der Knabe wird im Oktober 2003 gleichzeitig in einer ganzen Reihe von Ländern erscheinen: in Ihrer Wahlheimat Großbritannien (und natürlich in Australien, Neuseeland und Kanada), in Frankreich, den Niederlanden, den USA und Deutschland. Wir wünschen Ihnen und Ihrem Buch großen Erfolg und danken Ihnen für dieses Interview.

Germaine Greer: Ich danke Ihnen.

Infokasten
Am 7. und 9. Juli 2007 erhielt die Redaktion E-Mails von Herrn Gabriel Gawlik, CareChild e. V. Wir dokumentieren dazu aus unserer E-Mail und der Antwort von Herrn Gabriel. Wer sich über den Verein CareChild informieren möchte, kann dies auf deren Homepage (www.carechild.de) sowie über Google tun. CareChild hat direkt auf die einzelnen Passagen der Redaktionsmail geantwortet, so dass wir hier die relevanten Textstellen aus der Redaktionsmail und der Antwort von Herrn Gawlik zitieren können.

Redaktion: Ich finde es aber mehr als gefährlich, ein Interview mit einer Professorin und einer der prominentesten Frauen der Frauenbewegung als "sehr suspekt" zu bezeichnen - was immer das auch heißen mag. Ich halte es für legitim, wenn sich (ältere) Frauen für Sexualität interessierten. Ich weiß nicht, ob Sie vielleicht an dieser Tatsache Anstoß nehmen.

CareChild: Nein, das tun wir keinesfalls. Wir nehmen nicht einmal "Anstoss" daran, sondern verurteilen, dass eine alte Frau für sich beansprucht, kleine Kinder sexuell attraktiv zu finden, und das aus einer Historie abzuleiten, die nicht nur ein Anachronismus ist, sondern männliche Kinder instrumentalisiert und dass Sie dieser Figur auch noch eine Plattform bieten, diese Abscheulichkeiten öffentlich zu verbreiten.

Redaktion: Jedenfalls ist Sexualität ein wesentliches Thema in einer Familie - sollte es zumindest sein. Ich weiß, dass es Eltern oft nicht schaffen, ein seriöses Gespräch darüber mit ihren Kindern zu führen. Trotzdem darf diese Problematik nicht bei einer Familienseite ausgeschlossen bleiben.

CareChild: Diese Überzeugung teilen wir durchaus - aber die Art und Weise, wie Sie das praktizieren, ist hochgradig unseriös.

Redaktion: Wie auch immer Ihre Fantasie das Interview interpretieren mag, es geht in diesem Interview in keiner Weise um Sex mit Minderjährigen, erst Recht nicht um eine Aufforderung dazu oder Darstellung darüber. Die Aussagen des Interviews kann man eigentlich in keiner Weise missverstehen, deshalb frage ich mich, was Sie mit "sehr suspekt" meinen.

CareChild: Da Sie - meiner Meinung nach - nicht verstehen können was daran nahezu kriminell ist, empfehle ich Ihnen, dieses "Interview" noch einmal genau zu lesen. Sollten Sie danach immer noch nicht wissen, was wir als überaus kinderfeindlich und beschämend daran erkennen, werde ich mir gerne die Mühe machen, Ihnen von Ihrer eigenen Webseite Zitate daraus zu präsentieren. Übrigens, Nachfragen bei Journalisten, die uns schon seit vielen Jahren kennen, bestätigen unsere Auffassung zu diesem "Interview" und wir denken derzeit darüber nach, Ihre Website auf unserer HomePage zu thematisieren.

Redaktion: Das Buch, auf den sich das Interview bezieht, ist nach meinen Informationen weder indiziert noch sonst irgendwie ins Gerede gekommen.

CareChild: Es ist uns leider nicht einmal gelungen, das üble Machwerk von einem gewissen "Prof. Lautmann" mit dem Titel "Die Lust am Kind", in dem Kinderfickerei verherrlicht wird, auf den Index setzen zu lassen. Warum sollten wir uns also die Mühe machen, das Pamphlet dieser greisen Kreatur indizieren zu lassen?

Redaktion: Es halte es deshalb für äußerst unfair - falls das Ihre Intention gewesen sein sollte -, dieses Buch in irgendeiner Form in eine Ecke zu stellen, in die es nicht gehört - ebensowenig wie das Interview oder gar die Autorin.

CareChild: Das bleibt abzuwarten ...

Redaktion: Meine Website hat einen Frauenanteil bei den Besuchern von 70 bis 80 Prozent. Wenn diese Zielgruppe, die bestimmt in dieser Thematik sensibelisiert ist, sich bisher in keiner Weise bemüßigt fühlte, sich zu diesem Interview oder gar zu diesem Buch zu äußern, halte ich das schon für ein deutliches Zeichen, dass dieser Personenkreis nicht überreagiert.

CareChild: "überreagiert"? Eine schöne "Umschreibung" für die Verherrlichung von Äusserungen gestörter Personen.

Redaktion: Um es noch einmal deutlich zu sagen: Ich halte vom Schutz für minderjährige Kinder sehr viel, das zeigt mein Engagement in der Vergangenheit sehr deutlich, wird es auch in der Zukunft zeigen. Ich halte aber nichts davon, mit Vermutungen, Unterstellungen oder Aussagen wie "sehr suspekt" seriöse Literatur und Interviews mit renommierten Autorinnen oder gar meine komplette Website zu diskreditieren. Ich kann auch nicht nachvollziehen, was sie mit dieser Mail beabsichtigen.

CareChild: Ich möchte Sie davon überzeugen, dass Sie sich mit Ihrer Website von einer verwirrten, alten Person, die scheinbar nicht (mehr) Herr Ihrer Sinne ist (so sie denn nicht völlig mental defiguriert ist) zu distanzieren. Wir leben nicht mehr im "alten Griechenland", sondern in einer Zeit, in der die Menschen allmählich erkennen, dass wir nicht das Recht haben, erotische Bedürfnisse auf die jungen Menschen zu richten, die uns eines Tages nachfolgen. Das zu publizieren ist (bedauerlicherweise) immer noch das "Recht" von Gestörten. Wie man darauf in den einschlägig bekannten Foren reagiert, dürfen Sie gerne hier nachlesen: http://www.jungsforum.net/politik-date.php

Dort ist im Übrigen Ihre Webseite auch verlinkt, nur so sind wir darauf gestossen, fanden und finden es jedoch überaus paradox, so ein "Interview" im Zusammenhang mit dem Begriff "Familie" zu lesen ...


Kommentar von Herausgeber und Chefredakteur Dirk Jasper
Man kann nur staunen und sich wundern über das Missdeuten der Aussagen eines künstlerischen Bildbandes und der Aussagen im Interview mit der Autorin, den unangemessenen Ton gegenüber der Wissenschaftlerin sowie deren deutliche Herabsetzung.

Vielleicht muss man über die die Oganisation CareChild, ihre Absichten, ihre Methoden und ihre Vorgehensweise einmal nachdenken.


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Germaine Greer. Foto: Gerstenberg Verlag
Germaine Greer, 1939 im australischen Melbourne geboren, studierte in Melbourne, Sydney und Cambridge und promovierte über Shakespeares frühe Komödien.

Die streitbare Feministin und Erfolgsautorin wurde 1968 mit ihrer Kampfansage zur sexuellen Befreiung, Der weibliche Eunuch, weltberühmt.

Die in England lebende Professorin zählt zu den großen Denkerinnen der internationalen Frauenbewegung. Mit dem Bild-Text-Band Der Knabe sorgt sie wieder für Aufregung bei Freunden und Gegnern.

Germaine Greer: Der Knabe

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Quelle: Gerstenberg Verlag © 1994 - 2011 Dirk Jasper • Diese Seite drucken: Seite drucken