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Interview mit Götz George "Die Atmosphäre saugt mich auf - so intensiv wie noch nie zuvor!" |
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Frage: Herr
George, wir sitzen hier mitten in der marokkanischen
Steinwüste. Inspirieren Sie diese Umgebung und diese
Kultur?
Götz George: Genau wie meine Rollenfigur Paul Flemming werde ich hier in etwas völlig Unbekanntes hineingeschmissen und spüre: Die Atmosphäre saugt mich auf - so intensiv wie noch nie zuvor!
Frage: Fernab der Zivilisation betrachtet: Wie ist Ihr Verhältnis zur Presse heute? Götz George: Mein höchstes Bestreben war immer, einen guten Job abzuliefern - mehr nicht. Ich bin mit dem, was ich mache, nie zufrieden. Wenn ich, wie damals bei Gottschalk, etwas verteidigen will, dann wehre ich mich nur dagegen, dass man alles so oberflächlich behandelt. Wir müssen uns uch in solch einer Show wenigstens für einen Moment mitteilen dürfen. Ich bin aber vor allem kritisiert worden, weil ich mich nicht ständig als Privatmensch geöffnet habe und weil man irgendein Geheimnis hinter meiner Person vermutet. Dabei gibt es da gar nichts. Nach einem fertigen Film schlaffe ich für vierzehn Tage ab, ziehe mich auf meinen Hügel zurück und lerne meinen Text für die nächste Produktion. Abends gehe ich ins Dorf essen und danach ins Bett - ganz preußisch. Das ist auf die Dauer gesehen langweilig, ich weiß. Frage: Man vermutet das Mysterium, weil Sie Ihre Rollen sehr authentisch spielen. Götz George: Produzenten und Regisseure haben diese Rollen an mich herangetragen und ich habe nicht gesagt: Um Gottes Willen, der Hess, der Mengele! Wenn mir morgen einer sagt: "Du musst den Hitler spielen", dann sage ich: Natürlich spiele ich den Hitler! Nur nicht in seiner Hoch-Zeit, in der er eine Karikatur war, sondern vielleicht in seinen letzten Stunden oder Tagen. Das würde mich reizen. Frage: Ein Wort über Ihre Kollegin Karoline Eichhorn, schließlich haben Sie beide schon einmal im "Sandmann" sehr erfolgreich zusammen gespielt. Götz George: Sie ist eine zurückhaltende, uneitle Schauspielerin - was ich sehr mag. Ich habe sie nur bei der Arbeit kennen gelernt, und da ist sie perfekt, ein Profi. Im Umgang mit ihr merke ich ihre große Ernsthaftigkeit, ein großes Hinterfragen - genau wie bei mir. Frage: Entnehmen Sie für die Darstellung der Vater-Tochter-Beziehung irgendetwas Ihrem privaten Bereich? Götz George: Nein, mit Tanja verbindet mich ein immerwährend freundschaftliches Gefühl. Den Übervater George habe ich nie markiert, den habe ich, auch wenn das immer behauptet wurde, selbst nie erfahren. Dazu kenne ich meinen Vater viel zu wenig. Ich habe lediglich seine Seele gespürt, ob er nun einen einfachen Menschen, einen Intellektuellen oder einen Liebhaber gespielt hat. Das ethische Gesetz der Bühne bekam ich aber von meiner Mutter vorgelebt. Genauso wie sie möchte ich ein moralisches und künstlerisch klar ausgerichtetes Leben führen. Ich will kein Star sein, sondern ein pfleglicher Arbeiter, der sich Mutters Satz im Ohr hält: 'Du musst den Beruf lieben und dich nicht vor einen Karren spannen lassen.' |
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