Interview mit Gregor Törzs
"Meine Heimat ist Deutschland, Los Angeles ist mein Zuhause."
Frage: Du spielst einen der Überlebenden des Anschlags. Wie sieht deine Rolle genau aus?

Gregor Törzs: Ich spiele Jon Gerom, einen erfolgreichen Business-Manager. Jon hat eine sehr laxe Art und Weise, mit dem Leben umzugehen - vielleicht, weil er schon viel erreicht hat und das Gefühl nicht los wird, dass ihm dabei ein bisschen der Junge in ihm verloren gegangen ist.

Er ist also dabei, dieses Jungenhafte zu reinkarnieren. Er tut das auf eine ganz bestimmte Art - er geht mit Situationen nicht so um wie andere, unter anderem eine der Überlebenden, gespielt von Sophie Schütt. Die beiden geraten deshalb immer aneinander.

Frage: Wie war die Zusammenarbeit mit Sophie Schütt?

Gregor Törzs: Mit Sophie Schütt zu arbeiten macht sehr viel Spaß. Überhaupt: Das ganze Team ist klasse. Die Bauten sind sehr inspirierend. Es ist toll, morgens zum Set zu kommen und man steht in einem 150 Meter langen Tunnel, der von Menschenhand in einem Studio nachgebaut wurde.

Frage: Die Bahn, in der ihr dreht, die ist ja wirklich verunglückt. Wusstet ihr von dieser Vorgeschichte?

Gregor Törzs: Ja, ich weiß davon. Es war ein richtiges Zugunglück. Keine Ahnung, ob es alle wissen, aber ich habe mal nachgefragt.

Frage: Wie hast du die Dreharbeiten ermpfunden?

Gregor Törzs: Man läuft den ganzen Tag über Stein, das sind Kleinigkeiten, aber die summieren sich. Am Abend merkt man dann, wie anstrengend das ist. Wir haben sehr viel mit Wasser und Kälte zu tun - all das zehrt an der Energie. Mir ist es jetzt schon dreimal passiert, dass ich abends mit Klamotten auf dem Bett eingeschlafen bin, dabei wollte ich mich nur mal kurz ausruhen.

Frage: Sind die Dreharbeiten anstrengender als beispielsweise bei einer Komödie wie ?Alles Bob"?

Gregor Törzs: Es ist anders. Das ist ein anderer Energielevel. Jede Art von Filmen ist anstrengend, wenn man sich leidenschaftlich in eine Rolle reinbegibt. Insofern ist Die Explosion - U-Bahn-Ticket in den Tod vielleicht körperlich anstrengender als ?Alles Bob", aber es ist sicherlich nicht anstrengender als ein Film wie "Gran Parsdiso", der in eine ähnliche Richtung geht.

Du bist gut gefragt im Filmgeschäft ...

Gregor Törzs: Ich kann mich nicht beklagen. Ich bin relativ wählerisch, was die Rollen betrifft, und rigoros in meiner Auswahl. Ich mache nur die Sachen, die ich selbst sehen möchte.

Bei Die Explosion - U-Bahn-Ticket in den Tod war es so, dass ich das Drehbuch gelesen und eine Rolle für mich gesehen habe, die ich immer schon spielen wollte. Deswegen hat es mich inspiriert - ich wollte den Film sehen. Und wenn ich den Film sehen will, will ich auch mitspielen, dann mache ich ihn auch.

Frage: Du hast viele verschiedene Sachen gemacht - warum diese Bandbreite?

Gregor Törzs: Weil ich ein extrem leidenschaftliches Interesse am Film und an der Unterhaltungsindustrie habe. Die Schritte sind sehr kontinuierlich entstanden. Ich habe drei Jahre in einer Werbeagentur gearbeitet, in diesen Jahren habe ich mich vom Praktikanten bis zum Producer-Assistenten hochgearbeitet.

Danach bin ich dann in die USA und habe in der Produktion gearbeitet und dort auch bei Null angefangen. Vom Kaffeekocher über Kabelschlepper bis zum Kamera-Assistenten für Visual Effects. Dann bin ich Kameramann geworden, habe das ziemlich lange betrieben.

Frage: Hast du in den USA auch schon gedreht?

Gregor Törzs: Ich wohne seit elf Jahren in L. A. und habe dort einen Film gemacht. Ich habe große Ambitionen, generell gute Filme zu drehen. Dabei ist es mir egal, wo ich sie mache. Wenn ich zuhause drehe und im eigenen Bett aufwachen kann, dann ist das natürlich toll.

Wenn ich in Deutschland arbeite, ist es halt immer mit einer halben Weltreise verbunden. Das ist in Ordnung, aber man ist erst mal weg von zuhause. Meine Heimat ist Deutschland, L. A. ist mein Zuhause.

Gregor Törzs. Foto: Sat.1

Gregor Törzs spielt die männliche Hauptrolle in dem TV-Movie Die Explosion - U-Bahn-Ticket in den Tod.

Der Film wird am 22. Januar 2002 um 20.15 Uhr auf Sat.1 gesendet.

Die Explosion - U-Bahn-Ticket in den Tod

ThemenChannel Interview-Magazin von Familie-im-Web

Quelle: Sat.1 © 1994 - 2011 Dirk Jasper • Diese Seite drucken: Seite drucken