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Interview mit Kari Köster-Lösche "Ich recherchiere grundsätzlich gründlich." |
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Frage: Frau
Köster-Lösche, Sie sind Tierärztin und Autorin
zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen. Zudem haben Sie im
Laufe der Jahre eine Reihe erfolgreicher historischer Romane
verfasst. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, sich diesem, ganz
anderen, Genre zu widmen?
Kari Köster-Lösche: Romane lassen mir im Gegensatz zur Wissenschaft die Möglichkeit, meine Phantasie aufs Angenehmste zu gebrauchen (meine Kinder sind inzwischen erwachsen und möchten während des Frühstücks keine Stegreifgeschichten mehr hören). Und speziell die historischen Romane erlauben mir, mein Steckenpferd 'Geschichte' zu reiten, wobei sich dann der Kreis zu meinen Sachbüchern wieder schließt, indem ich häufig meine sehr speziellen Kenntnisse aus der Medizingeschichte verarbeiten kann.
Kari Köster-Lösche: Ich recherchiere grundsätzlich gründlich. Die Basis bildet eine Vielzahl von Sachbüchern, die ich durcharbeite. Im Internet hole ich mir aus den Veröffentlichungen der Universitäten Ansichten von virtuellen archäologischen Städten (beispielsweise Rom oder Alexandria) und die aktuellen archäologischen Entdeckungen zu einem bestimmten Thema. Meistens reise ich zu den beschriebenen Orten, um mit Foto, Maßband und Stopuhr auch kleinste Details zu klären. Gelegentlich gehört auch das Erlernen der Landessprache dazu, um Zugang zu speziellen Veröffentlichungen zu bekommen. Das allerdings macht mein sprachbegabter Mann - dann belegt er einen Crash-Kurs ... Frage: Was macht ihre Romanheldin Johanna für die heutige Zeit interessant? Kari Köster-Lösche: Johanna lässt nicht den Zeitgeist für sich denken, sondern denkt selber. Sie ist eine von den mutigen Frauen, die es über die Jahrhunderte immer wieder gegeben haben muss und ohne die wir heute keine Gleichberechtigung hätten. Natürlich bringt diese Selbständigkeit Johanna in persönliche Gefahr, aber sie hilft ihr auch, die Gefahren zu meistern. Unschwer lässt sich eine solche Situation in die heutige Zeit übertragen, insofern ist es auch ein Appell an Frauen, couragiert für ihre Recht und Interessen einzutreten. Frage: Viele Ihrer bisherigen Romane spielen in Norddeutschland. Jetzt hat es Sie in den Taunus verschlagen ... Kari Köster-Lösche: Ja. Nachdem ich aus Schweden zurückgekehrt war, wo ich meine früheste Jugend verbrachte, habe ich 25 Jahre im Frankfurter Raum gelebt. Als Schülerin der Bettina-Schule in Frankfurt, damals noch ausgestattet mit einem wunderbaren eigenen Schullandheim im Taunus, lernte ich die Gegend kennen, in der die Trilogie spielt. Sogar die Höhlen im Silberbachtal, in denen ich als Kind herumkroch, haben eine tragende Rolle bekommen. |
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