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Interview mit Marie H. Elisabeth "Eine Fundgrube waren Museen und große Ausstellungen." |
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Frage: Frau
Elisabeth, Das Grundmeer ist Ihr erster Roman. Warum haben
Sie sich entschieden, einen historischen Roman zu schreiben?
Marie H. Elisabeth: Die Vergangenheit hat einen gewissen Zauber für mich - und der Beginn des 16. Jahrhunderts mit dem Bauernkrieg war im Allgäu, der Schauplatz der Handlung, eine besonders bewegende und auch schreckliche Zeit. Je mehr ich recherchierte, desto sicherer war ich, dass "Das Grundmeer" in diesen historischen Rahmen gehört.
Marie H. Elisabeth: Das Grundmeer ist natürlich ein mythischer Ort. 'Unter Bergen und Tälern, so glaubt die Allgäuer Sage, breitet sich ein Grundmeer aus', steht in einem Buch über Allgäuer Legenden. Und: 'Das Grundmeer reicht mit einem unermesslichen Schacht in jeden der vielen Allgäuer Seen.' Den Glauben an unterirdische Meere und Seen, gibt es auch ein verborgenes Meer unter der Erde gefesselt, ein Ort dunkler Geheimnisse und auch ein Sinnbild der Leidenschaften, tragen viele Menschen verborgen in sich. Frage: Auf welchen historischen Fakten beruht die Handlung? Welche regionalen Besonderheiten spielen eine Rolle? Marie H. Elisabeth: Im Jahr 1523 starb der Fürstabt von Kempten an der Pest, ebenso 1.600 Bewohner der Reichsstadt Kempten. Der neue Reichsabt setzte die Politik des Stiftes fort, das freie Bauern schikanierte und in Leibeigene verwandelte. Das Adelskonvent hatte den Ruf eines wenig christlichen Lebenswandels. Im Januar 1525 schlossen sich die Allgäuer Bauern dem Aufstand in großen Teilen des heutigen Deutschland, im Elsass und im heutigen Österreich an. Sie belagerten die Burgen, der Fürstabt von Kempten ergab sich kampflos. Die Kemptener nutzten die Gunst der Stunde und lösten die Rechte des Fürststifts ab. Frage: Wie sind Sie bei ihren Recherchen vorgegangen - und wo sind Sie fündig geworden? Marie H. Elisabeth: Zunächst wälzte ich die verfügbaren Chroniken. Material bekam ich auch von hilfsbereiten Obergünzburgern, die Schriften über die Geschichte der Gegend gesammelt haben. Viel Material fand ich zudem in den Bibliotheken der Region. Die Schauplätze der Handlung ließen sich leicht auf langen Spaziergängen erkunden. Nur die unterirdischen Räume nicht - die sind natürlich fiktiv. Eine Fundgrube waren Museen und große Ausstellungen zur Geschichte des Lautenbaus. Frage: Haben Sie schon den nächsten Roman in Arbeit? Marie H. Elisabeth: Ja, er wird im Jahr 1782 in und um Wien spielen. Im Irrgarten des Schönbrunner Schlossparks wird ein junger Mann, gekleidet wie Goethes Werther, in seltsamer Handlung tot aufgefunden. Die Lösung dieses Falls wird selbstverständlich noch nicht verraten. |
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