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Interview mit Nicholas Sparks "Taylor McAden hat mir als Charakter große Mühe bereitet." |
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Frage: Nicholas
Sparks, "Das Schweigen des Glücks" ist Ihr vierter Roman nach
"Wie ein einziger Tag", "Weit wie das Meer" und "Zeit im Wind". Mit
welchem der vier sind Sie emotional am meisten verbunden?
Nicholas Sparks: Es fällt mir wirklich schwer, diese Frage zu beantworten. Das klingt bestimmt so, als wollte ich mich um eine Antwort drücken, aber nachdem alle meine Romane von Personen aus meinem Familienkreis inspiriert wurden, ist es so, als müsste ich sagen, welches Kind ich am meisten liebe.
Frage: Ihre Romane haben alle einen autobiografischen und oft auch tragischen Akzent. Ist das Schreiben für Sie manchmal auch ein Weg, mit persönlichen Dingen fertig zu werden? Oder geben Ihren Ihre Erfahrungen einfach den jeweiligen Handlungsrahmen vor? Nicholas Sparks: Wenn ich schreibe, ist mein oberstes Ziel, die bestmögliche Geschichte zu Papier zu bringen. Obwohl alle Geschichten Elemente aus meinem Familienkreis in sich tragen, versuche ich, originelle Charaktere zu schaffen - und interessante, bewegende Handlungen. Frage: "Das Schweigen des Glücks" spiegelt doch viele Ihrer Erfahrungen mit Ihrem sprechbehinderten Sohn wider - ist es auch die Geschichte seiner Fortschritte und Ihrer endlosen Bemühungen als Eltern, ihn darin zu unterstützen? Nicholas Sparks: "Das Schweigen des Glücks" beschreibt ziemlich detailgetreu, wie das Leben mit meinem zweiten Sohn war, als er fünf war. Wir hatten großes Glück, dass wir schon im jungen Alter von seinen Problemen erfuhren, und ich musste mit ihm den selben erzieherischen und therapeutischen Weg gehen, wie Denise, die Hauptfigur im Roman, mit ihrem Sohn Kyle. Wir haben ihn nicht zur Therapie geschickt, da meine Frau und ich davon überzeugt waren, dass niemand so viel mit ihm arbeiten und sich so um ihn kümmern würde wie wir. Eine lange Zeit habe ich meine Tage damit verbracht, ihm beizubringen, zuzuhören und zu sprechen. Jetzt meistert er problemlos die Schule. Er kann lesen, aber das Sprechen fällt ihm noch schwer. Ich bin davon überzeugt, dass sich das mit zunehmendem Alter auch noch geben wird. Frage: Das Kleinstadtleben in Edenton, wie Sie es in "Das Schweigen des Glücks" beschreiben - kann man sich so die Stadt vorstellen, in der Sie leben? Nicholas Sparks: Ja, Edenton ist der Kleinstadt, in der wir leben, sehr ähnlich. Das Gemeinschaftsgefühl hier ist absolut fantastisch - das ist mit einer der Gründe, warum ich überhaupt keinen Wunsch verspüre, in eine größere Stadt zu ziehen. Frage: Die männliche Hauptfigur Taylor McAden, ist ja wirklich ein Traummann, außer, dass ihm seine ganz persönliche Geschichte auf dem Weg zum gemeinsamen Glück mit Denise im Weg steht. Hat er diese "Macke" gebraucht, um nicht zu perfekt zu sein? Nicholas Sparks: Taylor McAden hat mir als Charakter große Mühe bereitet, ganz einfach weil er überhaupt nicht so ist wie ich. Ich habe schon früh geheiratet, und bin sehr glücklich. Für mich ist es merkwürdig zu denken, dass jemand vielleicht nicht sein Leben mit einem anderen Menschen teilen möchte. Aber es stimmt schon, er braucht eine Macke, die für die Beziehung mit Denise eine Herausforderung darstellte. Alle großen Liebesgeschichten brauchen einen Grund, warum die Liebenden nicht zusammen kommen können. Wenn man meine vorherigen Romane betrachtet, wird das deutlich - da gibt es immer ein Hindernis, das den Liebenden im Weg steht. Und nun in "Das Schweigen des Glücks" ist da eine Frau, die ihren Sohn bedingungslos liebt, und ein Mann, der mit seiner Vergangenheit nicht fertig wird. Frage: Es ist erstaunlich, wie einfühlsam Sie die Gedanken und Gefühle Ihrer Heldinnen schildern - es kommt nicht oft vor, dass Männer sich so in die weibliche Psyche eindenken können. Hilft Ihnen Ihre Frau dabei? Nicholas Sparks: Es ist mir schon ein paar Mal gesagt worden, dass ich weibliche Charaktere gut beschreibe, aber es ist eher so, dass ich Frauen so darstelle, wie ich sie aus meinem eigenen Leben kenne. Meine Frau hilft mir nicht wirklich dabei, aber sie liest und kommentiert alles, was ich zu Papier bringe. Frage: "Weit wie das Meer" ist mit Kevin Costner, Paul Newman und Robin Wright Penn in den Hauptrollen erfolgreich verfilmt worden - wie sieht es mit Ihren anderen Romanen aus - werden wir die irgendwann auf der Leinwand sehen? Nicholas Sparks: Hollywood ist so unberechenbar. Die Produktionen von "Wie ein einziger Tag" wie auch von "Zeit im Wind stehen kurz vor der Absegnung. Das kann sich jedoch morgen schon wieder ändern, wer weiß - ich habe aufgehört, mir darüber den Kopf zu zerbrechen. Frage: Was zählt für Sie im Leben am meisten? Haben Sie irgendeinen großen Wunsch? Nicholas Sparks: Ich denke in meinem Leben zählt das, was im Leben aller Menschen am meisten Gewicht hat: die Liebe. Ja, ich habe einen großen Wunsch: ich wünschte, die Zeit würde langsamer vergehen - es gibt noch so vieles, das ich tun möchte, was ich sehen möchte, aber die Zeit dafür wird mir nie reichen. Frage: Schreiben Sie schon an einem neuen Buch? Erzählen Sie uns, worum es geht? Nicholas Sparks: Ich schreibe gerade meinen fünften Roman, der bisher noch keinen Titel hat. Die Handlung? Ich denke es ist eine sehr gute Handlung, eine sehr originelle und sich schnell entwickelnde Liebesgeschichte. Es läuft gut, und ich hoffe, dass die Geschichte allen gefallen wird. Oktober 2000. Quelle: Heyne. Autor, Redaktion und Verlag sind nicht für die Inhalte externer Webseiten verantwortlich. |
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