Interview mit Oliver Pocher
"Frauen stehen ja sehr auf Humor. Das ist das Gute bei mir."
Frage: Ist Simon in Deinen Augen ein Vollidiot?

Oliver Pocher: Natürlich ist er ein Vollidiot in gewisser Hinsicht, eigentlich aber auch nicht wirklich bewusst. Er ist nicht vom IQ her dumm, sondern er ist sehr dilettantisch unterwegs und deshalb passt die Bezeichnung schon.

Frage: Du konntest Dich wiederfinden in Simon?

Oliver Pocher: Ich glaube, jeder Typ kann sich in Simon wiederfinden und er hat auch bestimmt schon eine Frau angelabert, ist damit derbst auf die Schnauze gefallen und kann glaub' ich auch sagen: Das habe ich zum Teil auch schon mal so erlebt.

Frage: Welche Arten von Humor gibt es im Film?

Oliver Pocher: Erstmal muss ich sagen, ich kenne keinen deutschen Film, der ansatzweise so ist wie unserer. Ich glaube, dass wir sehr, sehr schnell sind. Wir verzichten weitgehend auf Sperma-Pipi-Kacka-Gags, haben einen sehr guten Wortwitz. Auch meine Gags sind anders als in anderen Filmen. Ich rede öfter mit der Kamera und es gibt einige OFF-Texte.

Ausserdem arbeiten wir mit optischen Gags, nicht wirklich Slapstick, aber sehr gut gemacht. Es ist schon ein gutes Zeichen, wenn man sich ständig bei einer Szene kaputt lachen muss, selbst wenn man die Szene schon sieben oder acht Mal gedreht hat.

Frage: Wie schwierig war für Dich die Umstellung vom Moderator zum Schauspieler?

Oliver Pocher: Das lernt man relativ schnell. Das Schwierigere ist eigentlich die Wiederrufbarkeit von Ereignissen im Spiel, sozusagen, dass man sich wirklich jede Handbewegung, jedes Zigaretten anzünden und jeden Blick irgendwie ganz genau auf dieselbe Position in acht Einstellungen noch 15 Mal machen muss, und das macht es etwas mühsam, da arbeite ich ja doch etwas spontaner und schneller in die Kamera.

Da arbeite ich sonst ja doch etwas spontaner und schneller in die Kamera. Aber man gewöhnt sich auch daran.

Frage: Am Set wirkst Du sehr ernst und konzentriert. Ist es für Dich lustige oder harte Arbeit?

Oliver Pocher: Wir arbeiten teilweise bis zu 14 Stunden am Tag und haben trotz alledem noch den ein oder anderen dummen Spruch parat. Aber wenn es dann ans Drehen geht, muss man schon eine gewisse Konzentration halten. Gerade wenn es mal wieder ein Nachtdreh ist und wir lustig, locker, flockig um drei Uhr nachts sitzen und die Szene zum 15. Mal machen. Das erfordert doch große Konzentration.

Frage: Was findest Du am Singledasein am schlimmsten?

Oliver Pocher: Eigentlich ist es ja so, dass man immer das Gegenteil haben möchte. Ist man Single, möchte man in einer Beziehung sein, ist man in einer Beziehung, kommt irgendwann der Punkt, an dem man denkt, als Single sei es auch nicht so schlecht gewesen.

Beides hat Vor- und Nachteile. Aber wenn man wie Simon Peters latent untervögelt ist, dann geht man doch schon etwas anders auf das weibliche Geschlecht zu. Dann wird es allerdings teilweise auch sehr anstrengend.

Frage: Hast Du einen Tipp für Singles?

Oliver Pocher: Frauen stehen ja sehr auf Humor. Das ist das Gute bei mir, dass ich durchaus mit Humor gesegnet bin. Ob man den lustig findet oder nicht, ist eine andere Sache. Aber wenn ich eine Frau zum Lachen bringe, habe ich schon gewonnen.

Simon Peters ist ja auch gar nicht so unwitzig. Er setzt nur seinen Sarkasmus an der falschen Stelle und immer ein bisschen zu heftig ein. Wenn er das in die richtige Bahn lenken würde bei einer Frau, dann hätte er auch mehr Erfolg.

Oliver Pocher. Foto: Senator Film

Oliver Pocher wurde am 18. Februar 1978 in Hannover geboren. Schon während seiner Ausbildung zum Versicherungskaufmann arbeitete er als DJ und moderierte bei diversen Radiosendern und auf Messen.

Für erstes Aufsehen in den Medien sorgte Oliver Pocher 1998 mit seinem Auftritt auf der Pressekonferenz der "Backstreet Boys" Vor zahlreichen Journalisten performte er "Everybody", um sich bei der Boy-Group "zu bewerben".

Seine Fernsehkarriere startete mit der "Hans Meiser"-Sendung am 29. September 1999. Dort setzte er sich gegen fünf andere Kandidaten durch und gewann eine Woche Gastmoderation bei "Interaktiv" mit VIVA-Moderatorin Milka.

Seit dem 15. November 1999 präsentierte Oliver Pocher im Wechsel mit seinen VIVA-VJ-Kollegen die Sendungen "Was geht ab?", "Planet VIVA", "Chartsurfer" sowie "Interaktiv".

Im August 2000 schrieb Oliver Pocher ein erstes Comedy Stand-Up-Programm, mit dem er unter anderem in der Harald Schmidt Show und beim Quatsch Comedy Club auftrat.

Im Sommer 2002 war er in der 13-teiligen ARD-Vorabendserie "Sternenfänger" in einer der Hauptrollen von zu sehen, in der er einen Radiomoderator spielt.

Oliver Pocher ging am 23. Februar 2002 mit "Alles Pocher ... oder was?" auf Sendung. Im "einzig wahren Jugendmagazin" zeigte er jeden Samstag um 19.00 Uhr bei VIVA, was die Heranwachsenden wirklich wissen wollen.

Seit April 2003, stellte sich der Moderator und Comedian seinen Zuschauern in "rent a Pocher" zur Verfügung. Jeder konnte das Multitalent mieten - kostenlos, versteht sich. Im April 2005 startete Oliver Pocher seine erfolgreiche Live-Tour "'It´s my life' - Aus dem Leben eines B-Promis". Dafür erhielt er den Comet 2005 als "Beste Live Comedy".

Zur Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland moderierte er auf ProSieben die einstündige Live-Sendung "Pochers WM-Countdown" sowie ?Pocher zu Gast in Deutschland?. Außerdem erschien die erste Oliver Pocher-Single ?Schwarz und Weiß?, für die er eine Goldene Schallplatte verliehen bekam.

Vollidiot ist sein erster Spielfilm. Oliver Pocher spielt Simon Peters, einen 29-jähriger Mobilfunkladen-Berater mit ausgeprägter Verkaufsunlust. Von seiner Freundin wegen eines Anderen verlassen, kämpft er mit allen Mitteln gegen sein Single-Dasein an. Feige und großmäulig wie er ist, steht er dabei meist auf verlorenem Posten.

Filmplakat

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