|
Interview mit Sabine Kornbichler "Die Stichwörter liefert mir das tägliche Leben." |
|
Frage: Sie sind
bekannt als Autorin von psychologisch ausgefeilten Frauenromanen.
Nun legen Sie mit Gefährliche Täuschung bereits
Ihr zweites Buch vor, das eher zur psychologischen Spannung zu
zählen ist. Was hat sie zu diesem Wechsel bewogen?
Sabine Kornbichler: Meine Vorliebe für Krimis. Sie sind gar nicht so weit entfernt von dem, was ich bisher geschrieben habe. Auch da ging es um sehr elementare Gefühle, um Ausnahmesituationen und letztlich auch um Täter und Opfer.
Frage: Sie stellen in Ihren Büchern starke Frauen in Krisensituationen in den Mittelpunkt. Was mögen Sie an diesen Figuren? Sabine Kornbichler: Es sind nicht per se starke Frauenfiguren, die ich darstelle, eher Frauen, die im Verlauf einer Krise, einer schwierigen, manchmal traumatischen Lebenssituation ihre wirkliche Stärke entwickeln. Diese Figuren hadern durchaus über lange Strecken mit ihrem Schicksal. Aber sie geben sich alle Mühe, es auf die eine oder andere Art zu meistern. Sie kämpfen und geben nicht auf. Und letztlich wachsen sie daran. Das gefällt mir an ihnen. Und ich mag den Mut dieser Figuren. Frage: Wie entwickeln Sie Ihre Stoffe? Wo holen Sie sich Anregungen? Sabine Kornbichler: Die Ideen fliegen mir zu, manchmal falle ich auch darüber, wie zum Beispiel über einen hohen Bordstein, der in meinem Roman "Im Angesicht der Schuld" eine Rolle spielt. Ich sehe oder höre etwas, und dann entwickelt sich eine Geschichte. Die Stichwörter liefert mir das tägliche Leben - in Form von kleinen Zeitungsnotizen, manchmal winzigen Szenen, die ich beobachte. Oder ein bestimmtes Thema interessiert und bewegt mich, wie zum Beispiel die Traumatisierung von Verbrechensopfern, die in meinem Roman "Gefährliche Täuschung" eine Rolle spielt. Frage: Wie sieht Ihr Tagesablauf als Autorin aus? Wann, wo schreiben Sie? Sabine Kornbichler: Da ich überhaupt keine Nachteule bin, arbeite ich am liebsten und auch am besten tagsüber. Nach dem Frühstück mit meinem Mann mache ich einen ausgiebigen Spaziergang mit unserem Hund. Danach setze ich mich in mein Arbeitszimmer und arbeite mit kleinen Unterbrechungen meist bis abends durch. Frage: Welches Buch können wir als nächstes von Ihnen erwarten? Sabine Kornbichler: Der gestohlene Engel ist mein jüngster Roman. Er handelt von den drei Freundinnen Sophie, Ariane und Judith. Als Ariane unheilbar an Krebs erkrankt, hat sie nur einen Wunsch: Ihre achtjährige Tochter Svenja soll keinesfalls bei ihrem Ex-Mann aufwachsen, da er nicht der leibliche Vater des Kindes ist. |
|
|




