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Interview mit Sabrina Fox "Suchen Sie sich baldmöglichst einen deutschen Metzger!" |
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Frage: Sie wollen wieder heim?
Sabrina Fox: Als ich nach Kalifornien auswanderte, bildete ich mir ein, ein Weltbürger zu sein. Dort merkte ich erst, wie deutsch ich bin. Für amerikanische Verhältnisse viel zu kurz angebunden und rechthaberisch.
Frage: Was ist typisch amerikanisch? Sabrina Fox: Neben den hohen Stimmen der Frauen, meinen Sie? Der Optimismus - selbst wenn er zurzeit gedämpft ist. Der Amerikaner schaut eher nach vorne und erwartet Positives von der Zukunft. Amerikaner sind religiös, teilweise für unsere Verhältnisse eher unaufgeklärt. Und er liebt sein Land. Dazu kommt in der Regel ein großartiger Service, riesige Portionen beim Essen und Eiswürfel, Eiswürfel, Eiswürfel und ihre große Liebe zu Klimaanlagen. Frage: Was ist dagegen typisch deutsch? WSabrina Fox: Wir sind ordentlich und wollen gerecht sein. Wir sind ein Volk von Regeln und Apotheken. Wir schauen häufiger nach hinten und sind weniger flexibel. Wir beklagen uns sehr viel mehr als der Durchschnittsamerikaner. Dafür verklagen wir weniger. Ich bin außerdem obrigkeitshörig. Wir umgeben uns auch gerne mit Qualitätsproduukten, dafür schätzen uns die Amerikaner. Und, im Gegensatz zum Durchschnittskalifornier, können wir feiern und schätzen das gemütliche Zusammensitzen. Frage: Was können die Amerikaner von uns lernen? Sabrina Fox: Dass man Gutes, Altes auch pflegen muss - Gebäude zum Beispiel - und dass man aus den Fehlern der Vergangenheit lernen kann. Ich hoffe auch, dass sie bald ihre Fahrenheit, Cups und Ounces aufgeben und sich den Celsius und Zentimetern anschließen. Die Erkenntnis, dass Europa kein Disneyland ist, dass man in den mageren zwei Wochen Urlaub - die ein Amerikaner im Durchschnitt hat - besucht, sondern von der Erfahrung im ?good old Europe" auch etwas lernen kann. Die Mentalität der Amerikaner gleicht eher einem Teenager, während wir Europäer einem mittelalterlichen Herrn entsprechen. Wir können gegenseitig voneinander profitieren: Wir von der Begeisterung der Amerikaner und sie von der Bedächtigkeit der Europäer. Frage: Was können wir von den Amerikanern lernen? Sabrina Fox: Freundlicher zu sein, obwohl wir da in den letzten Jahren schon einiges verbessert haben; dem anderen, wenn er etwas mehr hat, ihm dies auch zu gönnen, und - wie die Amerikaner - zu glauben, dass, wenn soundso es geschafft hat, dann können sie das auch selbst schaffen. Frage: Ohne was kann man in Kalifornien nicht überleben? Sabrina Fox: Ein Auto, einen günstigen Telefonservice, damit man die stundenlangen Gespräche nach Deutschland auch bezahlen kann, und ich hoffe, Sie mögen Hühnerbrust - am liebsten ohne Knochen und ohne Haut, das Nationalgericht der gesundheitsbewussten Kalifornier mit kaum gedünsteten Gemüse, das dort als knackig, bei uns als roh, durch geht. Frage: Ihr Tipp für jemanden, der für längere Zei nach Kalifornien geht? Sabrina Fox: Suchen Sie sich baldmöglichst einen deutschen Metzger - das Brot ist Gott sei Dank besser geworden - um besorgen Sie sich ein Auto mit Automatikgetriebe, denn Sie werden viel Zeit im Auto verbringen.<<P> Nehmen Sie sich auch einen Vorrat ihrer Lieblingszahnpasta, ihren deutschen Messbecher und fürs Heimweh ?Sissi" 1. bis 3. Teil auf DVD mit. Und natürlich mein Buch (lacht). Autor, Redaktion und Verlag sind nicht für die Inhalte externer Webseiten verantwortlich. |
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