Interview mit Stephan Luca
"Wenn die Parallelen zwischen mir und einer Rolle nicht so groß sind, ist es für mich immer viel spannender."
Frage: Sie spielen in Wenn Liebe doch so einfach wär' die Rolle des David Berger, den Sohn eines Reeders, der sich nach Überwindung seiner Standesdünkel in Katrina (Yvonne Catterfeld) verliebt. Wie sehen Sie Ihre Rolle?

Stephan Luca: Von Anfang an sehr spannend, weil die Figur so viel Altmodisches, Schräges und auch Lustiges innehat. David Berger sehe ich als überzogenen hanseatischen Handelssohn, der Zeit seines Lebens den Weisungen seines Vaters und seiner Mutter folgt und damit ein fremdbestimmtes Leben führt.

Dann beginnt er, mit allen Komplikationen, das endlich zu erkennen und schließlich zu ändern.

Frage: Gibt es Parallelen zwischen Ihnen und David Berger?

Stephan Luca: So gut wie keine. Wenn es eine gibt, dann ist das meine Ordnungsliebe, die auch David Berger hat. Ich habe einen Vater, der mir immer viel Freiheit gelassen hat, und eine Mutter, die uns mit viel Liebe und Fürsorge großgezogen hat. Wenn die Parallelen zwischen mir und einer Rolle nicht so groß sind, ist es für mich immer viel spannender.

Frage: Wie reagieren Sie auf Menschen, die Ihnen so arrogant begegnen wie z.B. Ihre TV-Mutter Ingrid?

Stephan Luca: Mit Arroganz kann man mich am meisten provozieren. Ich bin ein gemütlicher und friedliebender Mensch, aber bei einer bestimmten Art von Arroganz ...

Frage: Wie waren die Dreharbeiten mit Yvonne Catterfeld?

Stephan Luca: Es war eine wirklich tolle, lustige und spannende Zusammenarbeit. Wir haben uns ziemlich schnell gut verstanden ? das hat sich schon beim Casting gezeigt. Mit Yvonne würde ich jederzeit gern wieder arbeiten. Wir hatten sowieso auch mit der Regisseurin Katinka Feistl und mit meiner ?Mutter? Ingeborg Westphal ein tolles Gespann.

Frage: Worauf legen Sie persönlich Wert bei einer Frau?

Stephan Luca: Ich lege Wert auf ? das ist bei meiner Frau Julia so ? Humor, Persönlichkeit und Neugierde.

Frage: Ich habe gelesen, dass Sie bereits als Kind Schauspieler werden wollten. Wie ging?s dann weiter?

Stephan Luca: Ich war auf einer Waldorfschule, wo der künstlerische Zweig sehr ausgeprägt war: Es wurde sehr viel Theater gespielt und sehr viel musiziert. Das Theater hat mich von Anfang an interessiert, weil es neben meiner zweiten großen Leidenschaft, dem Sport, die größte Möglichkeit war, mich auszudrücken und mein Selbstvertrauen aufzubauen.

Das Theater hat mir die Möglichkeit gegeben, meinen Spieltrieb ausleben zu können. Ich wollte das Handwerk wirklich lernen und habe mich an den Schulen beworben. Aufgenommen wurde ich in Hamburg und habe dort dreieinhalb Jahre studiert ? der klassische Weg.

Frage: Sind Sie heute immer noch sportbegeistert?

Stephan Luca: Ja, sobald ich Zeit habe. Ich liebe Schwimmen und Tennis ? damit bin ich groß geworden. Ich war nicht im Kindergarten, sondern im Schwimmverein und habe außerdem viele Tennisturniere gespielt.

Heute ist es breiter gefächert: Das Klettern ist dazugekommen, das Ski fahren ? ich habe auch mal eine Skilehrer-Ausbildung gemacht. Beim Sport kann ich mich zurückziehen, sei es beim Laufen um die Alster oder beim Fußball spielen.

Frage: Warum haben Sie während der Dreharbeiten den Mädchennamen Ihrer Mutter angenommen? Führte das nicht zu Verwirrung?

Stephan Luca: Der Film hatte sich damals gut ins Ausland verkauft und ich hatte zum ersten Mal die Überlegung, meinen amtlichen Namen Hornung zu ändern in einen, der leichter und einprägsamer ist. Ich habe es lange Zeit abgelehnt, heute bin ich froh darüber. Das eine ist der Künstlername, der andere sozusagen privat ? das hilft, das eine vom anderen zu trennen.

Frage: Welches Projekt steht als Nächstes an?

Stephan Luca: Ab nächster Woche drehe ich in Frankfurt einen Film, in dem ich einen Koch spiele, der suizidgefährdet ist.

Stephan Luca spielt die männliche Hauptrolle des David Berger, des Sohns eines Reeders, der sich nach Überwindung seiner Standesdünkel in Katrina (Yvonne Catterfeld) verliebt, in dem TV-Drama Wenn Liebe doch so einfach wär', das am 30. Oktober 2007 um 20.15 Uhr auf Sat.1 gesendet wird.

Das Interview führte Anke Walter.


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