Interview mit Ursula Hoffmann
"Ich bin gern beim FC Bayern. Das ganze Flair ist einfach ein bisschen anders."
Frage: Sie sind im "Sat.1-Frühstücksfernsehen" zu sehen, arbeiten aber auch als Field-Reporter bei Fußballspielen. Wie sieht Ihre Arbeitswoche aus?

Ursula Hoffmann: Wenn ich moderiere, klingelt der erste Wecker um 2.20 Uhr, der zweite um 2.30 Uhr. Ich taste mich vor bis zur Dusche, stelle auf warm und warte so lange, bis ich die Augen aufkriege. Dann geht's ins Studio. Ansonsten bin ich häufig bei Bundesligaspielen, um zu interviewen, und mache Beiträge für 'täglich ran'. Aber zum Glück muss ich nicht jedes Wochenende arbeiten.

Frage: Sie sind eine der wenigen Frauen im Sport. Hatten Sie schon mal das Gefühl, deshalb von Kollegen oder Sportlern nicht für voll genommen worden zu sein?

Ursula Hoffmann: Draußen ist die Akzeptanz eigentlich sehr gut. Man darf natürlich keine dummen Fragen stellen, dann gibt's auch dumme Antworten. Als Frau wird man vielleicht ein bisschen genauer beobachtet. Aber ich denke, dass ich dafür dem Gesprächspartner Dinge entlocken kann, die er sonst vielleicht nicht unbedingt erzählen würde.

Frage: Wollten Sie schon immer beruflich in Richtung Sport? Erzählen Sie doch mal Ihren Werdegang.

Ursula Hoffmann: Ich habe früher selbst Leistungssport gemacht: Leichtathletik, 800 Meter. Da war die Nähe zum Sport schon mal groß. Nach dem Abitur ging es weiter mit der Münchner Journalistenschule. Gleichzeitig habe ich mein Studium der Diplomjournalistik absolviert.

Parallel dazu habe ich bei Antenne Bayern in der Nachrichtenredaktion gearbeitet und die News auch präsentiert. Für meine Abschlusshospitanz habe ich mir dann 'ran' ausgesucht. Ganz bewusst: Frauen im Sport, das war eine Marktlücke - fand ich. Damit habe ich mich auch in meiner Diplomarbeit beschäftigt.

In der 'ran'-Redaktion arbeitete ich dann als Freie, die erste Festanstellung war bei Premiere. Live-Interviews bei Fußball-Spielen - das ist ein echter Kick! Nach zwei Jahren Wechsel zu RTL, wo ich auch mit dem Formel-1-Tross unterwegs war. Spannend und sehr faszinierend.

Ich hätte nichts dagegen, wenn SAT.1 künftig die Formel-1-Rechte kauft. Seit Juli 1999 bin ich wieder bei SAT.1, das Reisen ist jetzt ein bisschen weniger geworden, aber das ist ganz in Ordnung.

Frage: Wenn Sie nicht Sport-Reporterin bzw. Sport-Moderatorin geworden wären, welchen Beruf hätten Sie ergriffen?

Ursula Hoffmann: Ich wollte mal Stewardess werden, weil ich schon immer weg wollte. Das habe ich auch mal geschafft - während meiner Zeit bei Premiere: Ich hatte so viele freie Tage gesammelt, dass ich in der Winterpause sieben Wochen in der Karibik als Surf-Lehrerin arbeiten konnte.

Frage: Was halten Sie davon, dass Mario Basler bei Bayern München 'rausgeflogen ist?

Ursula Hoffmann: Ich finde es eigentlich schade, die Bundesliga braucht solche Charaktere. Und ich mag Typen, die anders sind. Wahrscheinlich konnte der Verein nicht mehr anders. Ich glaube, er hat ein bisschen übertrieben, aber eigentlich tut es mir leid.

Frage: Gibt es Ihrer Meinung nach zuviel Fußball im TV?

Ursula Hoffmann: Wenn wirklich schon Zweitliga-Spiele live übertragen werden, dann fürchte ich, dass es irgendwann 'totgesendet' wird. Auch diese unendlich vielen Gruppenspiele in der Champions League - wirklich jeden Tag Fußball, da muss man aufpassen.

Frage: Haben Sie eine Lieblingsmannschaft?

Ursula Hoffmann: Oje, wenn das die Kollegen lesen! Eigentlich soll man ja in diesem Job keine Lieblingsmannschaft haben. Aber ich muss sagen, ich bin gern beim FC Bayern. Das ganze Flair ist einfach ein bisschen anders. Vielleicht auch, weil ich in München studiert habe. Ich war damals als Radioreporterin dabei, als die Bayern Meister wurden, das war ein Schlüsselerlebnis. Einfach klasse die Atmosphäre - so etwas vergisst man nicht.

Frage: Wer ist Ursula Hoffmann privat?

Ursula Hoffmann: Ich bemühe mich, noch relativ viel Sport zu machen und mich um meinen Hund Oscar zu kümmern. Und ich unternehme so oft es geht etwas mit meinem Freund. Ich würde mir wünschen, dass ich mehr Zeit für Kino oder Kneipen hätte, aber in den Wochen, in denen ich 'täglich ran' im 'Sat.1 Frühstücksfernsehen' mache, habe ich das kaum.

Frage: Was darf in Ihrem Kühlschrank nie fehlen?

Ursula Hoffmann: Zartbitterschokolade und Zitronenjoghurt, weil das das einzige ist, was mir mein Freund nicht wegisst.

Frage: Wie und wo verbringen Sie Silvester?

Ursula Hoffmann: Darüber haben wir uns noch keine Gedanken gemacht. Wir haben uns erstmal darauf geeinigt, dass wir im Januar nach Florida fliegen. Ich will unbedingt in die Sonne.

Frage: Welche privaten und beruflichen Wünsche haben Sie für die Zukunft?

Ursula Hoffmann: Ich möchte privat glücklich bleiben und weiterhin mit dem zufrieden sein, was ich mache.

Ursula Hoffmann. Foto: Sat.1

Ursula Hoffmann (29) moderiert täglich ran im Sat.1 Frühstücksfernsehen von montags bis freitags ab 5.30 Uhr.


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