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Interview mit Volker Strycek "Wir haben sehr viel gelernt!" |
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Frage: 1984
haben Sie die DTM gewonnen und waren bis 1996 in dieser Serie und
der ITC aktiv. Nun sind sie Sportchef bei Opel. Wie sehen Sie die
Entwicklung der DTM im Laufe dieser Zeit?
Volker Strycek: Zwischen 1984 und 2001 liegen Welten. Ich denke, man kann die verschiedenen Epochen nicht vergleichen. Jede Saison und jeder DTM-Tourenwagen hatte und hat etwas Faszinierendes. Das belegt auch der große Zuspruch in all den Jahren. Auf der Strecke wurde damals wie heute genauso hart um Siege und Punkte gekämpft, unverändert groß ist sicherlich auch der Fahrspaß. Zweifellos ist heute alles professioneller, die Teams, die Organisation, das Umfeld etc.
Dieses Reglement mit zuverlässigen und wartungsarmen Vierliter-V8-Triebwerken, Heckantrieb, vielen Einheitsteilen, Testbeschränkungen und vielem mehr sorgt einerseits für eine deutliche Kostenbegrenzung und andererseits für spannende Rennen mit hoher Chancengleichheit. Es ist also eine positive, erfreuliche Entwicklung, erst recht, wenn man in Betracht zieht, dass im Ausland kaum noch eine funktionierende Tourenwagen-Meisterschaft übrig geblieben ist. Um so wertvoller ist das, was wir mit der neuen DTM erreicht haben. Frage: Für Opel waren die Ergebnisse 2001 wenig befriedigend. Woran lag es? Welche Maßnahmen werden deshalb für die Meisterschaft im kommenden Jahr eingeleitet? Volker Strycek: Nachdem wir im Vorjahr acht Siege und mit Manuel Reuter den Vizetitel errungen haben, hatten wir uns viel vorgenommen. Doch schon zu Saisonbeginn wurde klar, dass es eine schwierige Saison werden würde. Damit haben wir nicht gerechnet. Im Sport kann das aber vorkommen. Die Gründe waren vielfältig. Einerseits wurde unser 2001er Astra erst spät fertig, andererseits wurden rund drei Viertel des Testprogramms unter widrigen Bedingungen abgespult, sodass die Schwächen nicht richtig ans Licht kamen. Immerhin ist es uns gelungen, trotz des restriktiven Reglements unser V8 Coupé im Saisonverlauf Schritt für Schritt zu verbessern, was sich bereits am Norisring mit Platz vier durch Joachim Winkelhock bestädigte. Wir haben sehr viel gelernt und werden alles daran setzen, für 2002 ein DTM-Auto zu bauen, mit dem unsere Fahrer wieder Siege herausfahren können und die Marke Opel in die Erfolgsspur zurückkehrt, damit auch die vielen treuen Opel-Fans wieder Grund zum Jubeln haben. Frage: Es gab 2001 auch einige Lichtblicke. Timo Scheider zeigte beispielsweise bessere Leistungen als sein Punktestand aussagt, Manuel Reuter demonstierte mit seinen Ergebnissen aufsteigende Tendenz. Wie fällt Ihr Bewertung aus? Volker Strycek: Alle acht Opel-Piloten haben in dieser Saison trotz zum Teil schwierigen Bedingungen ihr Können gezeigt. Sie haben Kampfgeist, Motivation und Moral bewiesen, wie die gesamte Opel Mannschaft niemals aufgegeben und jeder für sich etliche beherzte Rennen gefahren. Das verdient Respekt. Tatsächlich hat Timo Scheider einen klaren Sprung nach vorne gemacht. Er hat viel gelernt und sich erfreulich entwickelt. Leider ist er mehrfach nicht belohnt worden, weil er einige Male unglücklich in Kollisionen verwickelt wurden. Von Manuel Reuter wissen wir seit Jahren, was wir an ihm haben. Das hat er auch in seiner zehnten Saison mit Opel ein ums andere Mal bewiesen. Frage: Peter Mamerow war in diesem Jahr der einzige Privater im Starterfeld. Wie können noch mehr Privatfahrer dabei sein? Was wird von Opel dafür unternommen? Volker Strycek: Zunächst einmal gebührt Peter Mamerow große Anerkennung. Als einziger Privater hat er sich in dieser Saison tapfer geschlagen, besser als es oftmals gewirkt hat. Es war und ist das erklärte Ziel der ITR, Privatfahrer ins Startfeld zu integrieren. In diesem Jahr hatte nur Peter Mamerow den Mut. Für 2002 hoffe ich, dass mehr Private seinem Beispiel folgen und damit der DTM zusätzlich Würze geben. Opel ist jedenfalls weiterhin bereit, Privatfahrer zu unterstützen. Ich denke, die DTM ist eine gute Alternative für jeden Privatfahrer, denn die Kosten sind begrenzt und klar zu kalkulieren, die DTM-Autos bieten großen Fahrspaß, und die große Kulisse mit vielen begeisterten Fans bieten einen zusätzlichen Anreiz. |
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