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Interview mit Yves Simoneau "Der Film führt in eine Welt der Veränderungen und Zerstörungen." |
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Frage: Wie
haben Sie reagiert, als Sie das Angebot erhielten, das
europäische Megaprojekt Napoleon zu verfilmen?
Yves Simoneau: Die Produktion fragte mich ja erstmals im letzten Sommer, als ich gerade einen anderen Film in Vancouver machte. Ich habe gesagt, dass ich mindestens ein Jahr Vorbereitung bräuchte, um das machen zu können.
Frage: In Napoleon spielen unter anderem Christian Clavier, Gérard Depardieu, John Malkovich und Isabella Rossellini. Wie ist die Zusammenarbeit mit so berühmten Filmstars? Yves Simoneau: Es ist ein wirkliches Vergnügen für einen Regisseur, mit Leuten arbeiten zu können, die auf dem Zenith ihrer Karriere stehen. Sie sind alle sehr flexibel, sie trauen sich alles zu und sie machen alles mit. Es gibt keine Rivalitäten oder andere Probleme. Es macht mir großen Spaß, den Schauspielern quasi bei der Arbeit zuzusehen und das alles festzuhalten. Manchmal vergesse ich sogar "Cut" zu rufen und lasse die Kamera einfach weiterlaufen. Einige Schauspieler macht das nervös, aber andere spielen einfach weiter und geben alles, wirklich alles, und wenn ich nicht Schluss machen würde, würden sie auch immer weiter spielen und alles geben. Frage: Ist es aber nicht doch schwierig, die Balance zwischen all den Schauspielstars zu halten? Yves Simoneau: Nein. Die Schauspieler hier gehören einfach alle zu den Besten, sonst wären sie bei Napoleon nicht dabei. Sicher ist Gérard Depardieu einer der größten Stars, aber in den USA werden die Leute sagen, John Malkovich ist der wichtigste Star des Films. Es kommt immer darauf an, von welcher Seite aus man das sieht. Claudio Amendola ist ein Star in Italien, Heino Ferch ist ein Star in Deutschland. Aber das ist ja auch das Prinzip dieser Miniserie: Man nimmt die besten Schauspieler aus verschiedenen Ländern. Heino Ferch spielt eigentlich am Anfang eine kleinere Rolle, aber während der Geschichte wird sein Part schnell immer größer und wichtiger. So wird die Balance zwischen allen gehalten. Frage: Worauf legen Sie bei Ihrer Regiearbeit besonderen Wert? Yves Simoneau: Ich möchte zeigen, dass die Geschichte Napoleons und damit auch mein Film sehr viel mit Architektur zu tun hat, nicht im physischen Sinne, aber in den dramatischen Wendungen. Der Film führt in eine Welt der Veränderungen und Zerstörungen, enthüllt die Hintergründe der Revolution. Als Napoleon in diese Welt als Herrscher eintritt, weiß er, dass alles, was jetzt kommt, größer sein wird als die Vergangenheit. Er erschafft das größte Imperium, das Frankreich je gesehen hat - fast so wie die Vereinigten Staaten von Amerika - und das tut er wie ein Architekt, daher der Bezug. Das ist es, was ich mit dem Film sagen will. Wenn Sie den Film sehen, werden Sie wissen, was ich mit "Architektur" in jener Umgebung und in jener Zeit meine. Juli 2001. Quelle: Kirch Media. Autor, Redaktion und Verlag sind nicht für die Inhalte externer Webseiten verantwortlich. |
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