Der Bergdoktor

Arzt- und Heimatserie

Die TV-Serie "Der Bergdoktor" lief auf Sat.1, sie wurde aber im April 1998 nach der sechsten Staffel von Sat.1 eingestellt. Die Einschaltquoten waren zwar gut, aber eine Zuschauer-Analyse des Senders ergab, dass es vor allem ältere Menschen waren, die sich das medizinische Alpendrama ansahen.
Da die angestrebte Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen nicht ausreichend angesprochen wurde, strich Sat.1 die Serie trotz des Erfolges. Jetzt gab es eine interessante Entwicklung: Das ZDF kaufte die Rechte an der Serie von Sat.1 und strahlte sie ab Frühjahr 2000 aus. Es war damit die erste TV-Serie, die von einem kommerziellen deutschen TV-Sender produziert und dann im öffentlich-rechtlichen Fernsehen wiederholt wurde.
Die Handlung spinnt sich um die Person des Münchner Arztes Dr. Thomas Burgner, der sich zu Beginn der Serie in der lieblichen Tiroler Bergwelt niederlässt. Er versucht zunächst den Groll seines Schwiegervaters, des Tierarztes Pankraz Obermayr, zu überwinden, der ihm immer noch eine Mitschuld am Unfalltod seiner Tochter gibt. Franzi, die Haushälterin Pankraz' versucht zwischen den beiden zu vermitteln, auch der kleine Sohn von Thomas Burgner, Maxl wirkt beschwichtigend auf seinen Großvater ein, der sich immer mehr in eine vermeintlich lebensbedrohende Krankheit hineinsteigert.

Bald erweist sich die Erkrankung Pankraz' als entzündeter Blinddarm, den Thomas in einer Notoperation im Haller Krankenhaus in letzter Minute entfernt. Trotzdem bleibt der Griesgram Prankraz zunächst unversöhnlich. Erst als es dem Grafen Brauneck, der mit seiner Frau Alexandra auf einem romantischen Schloss wohnt, gelingt, Pankraz das verwaiste Doktorhaus abzuluchsen und Thomas als Wohnhaus zur Verfügung zu stellen, findet sich Pankraz mit den Verhältnissen ab und macht seinen Frieden mit den Burgners. Thomas muss erkennen, dass ein Großteil des Widerstandes seines Schwiegervaters auf der Tatsache beruht, dass Pankraz ganz nebenbei auch als ?Menschendoktor? praktizierte und um seine Autorität bei den Dörflern fürchtete.

Allmählich werden Pankraz und Thomas gute Freunde. Franzi wird Maxl zur zweiten Großmutter und kümmert sich rührend um die Burgners. Im Haller Krankenhaus lernt Thomas die selbstbewusste italienische Ärztin Sabina Spreti kennen, die schon bald im Doktorhaus einzieht. Die beiden heiraten und bekommen Nachwuchs. Franzi und Pankraz, der an alten Werten festhält und immer noch mit dem Pferdegespann unterwegs ist, verwöhnen die kleine Julia über alle Maßen. Die junge Sprechstundenhilfe Traudl steht zu den Burgners in einem familiären Verhältnis; erst als Karlheinz Böhm in Sonnenstein auftaucht, entschließt sie sich, als Entwicklungshelferin nach Afrika zu gehen.

Ihre Nachfolgerin wird die junge, sympathische Christl Wild, die in der Arztpraxis für Ordnung sorgt. Ebenso wie ihre Vorgängerin leidet sie unter den Einbildungen von Herrn Konrad, eines notorischen Hypochonders, der trotz ständiger Präsenz im Doktorhaus von Thomas mit viel Wohlwollen behandelt wird. Franzi ist indes eifersüchtig auf die elegante Rica Althäuser, eine ältere Dame, die Pankraz immer wieder zu kulturellen Aktivitäten bewegen will.

Bürgermeister ist der Hotelier und Gastwirt Alois Angerer, ein mürrischer und zwielichtiger Geschäftemacher, der dank seiner gutherzigen und umgänglichen Frau Elfriede immer wieder zum Einlenken gebracht wird. Eine gewisse Seelenverwandtschaft verbindet Angerer mit dem wohlhabenden Bauern Xaver Zirngiebel, der seinerseits oft mit verdeckten Karten spielt und voller Vorurteile steckt. Dennoch hat er einen guten Kern, was er nicht nur beweist, indem er den Vater seines unehelichen Enkelkindes nach langem Hin und Her in sein Herz schließt. Seine Ehefrau, Waltraud Zirngiebel, steht ihm immer treu zur Seite. Auch der Bauer Zimmerer hegt meist finstere Absichten und verfolgt seine Ziele nicht selten mit unlauteren Mitteln.

Kunstschreiner und Bergführer Luis, ein Verwandter von Franzi, gesellt sich oft zur fröhlichen Runde im Gasthof Angerer. Dessen Sohn Michi ist ein guter Freund von Maxl und wie sein Vater oft im Doktorhaus zu Gast. Dorfpfarrer Hauberer, ein gütiger und verständnisvoller Mann, der stets die schwarze Soutane trägt, verkörpert die traditionelle Vorstellung vom ?guten Hirten?. Wo immer es Streit gibt, greift er versöhnend und beschwichtigend ein. Er kümmert sich neben dem Bergdoktor um die Sorgen und Nöte der Dorfbevölkerung und genießt größten Respekt.

Franzi betreibt neben der Hausarbeit auch noch die Poststelle von Sonnenstein, eine Aufgabe, in der sie ganz aufgeht. Unter der Hand verkauft sie dort auch ihre berühmten Salben und Tees, die sie aus Heilkräutern selbst zubereitet. Direkt nebenan befindet sich die Gemischtwarenhandlung der geschwätzigen ?Kramerin? Anna Pölz. Wann immer sich die Zeit ergibt, taucht sie in der Poststelle auf, um mit Franzi den neuesten Klatsch zu besprechen. Der übereifrige Gendarm Gilch ist mit leichtfertigen Verdächtigungen schnell zur Stelle, hat aber keinen Blick für die wirklichen Täter.

Markus Graf von Brauneck, Thomas' bester Freund, betreibt eine Traditionsbrauerei und liefert sein süffiges Brauneck-Bier an viele Händler und Wirte im weiteren Umland. Sein Verwalter Rufus Staudinger, ein schmieriger und zweifelhafter Geselle, zweigt immer wieder Geld für seine eigenen Bedürfnisse ab und macht sich gern ans weibliche Hauspersonal heran. Alexandra Gräfin von Brauneck und Sabina werden schnell zu Freundinnen und verbringen ihre Nachmittage oft gemeinsam.

Die Geschichten drehen sich um menschliche Schicksale, Krankheiten, Neid und Missgunst, Verrat, Leidenschaft, alte Feindschaften oder Missverständnisse. Auch Verbrecher verschlägt es ab und an nach Sonnenstein. Trotzdem kommt es fast immer zum Happy End, wobei die beruhigende und warmherzige Ausstrahlung des Bergdoktors, die liebevoll-fürsorgende aber trotzdem bestimmte Art Franzis, der brummige und bodenständige Charakter Pankraz' und die teils liebenswürdigen, teils herben Marotten der Dorfbewohner den Grundton angeben.

Nachdem Dr. Burgner und Sabina bei einem Lawinenabgang den Tod fanden, übernimmt ab Episode 61 (Folge 65) Justus Hallstein den Part des Bergdoktors. Er wurde bereits zuvor als Urlaubsvertretung von Dr. Burgner in die Serie eingeführt. Mit seiner ruhigen, nachdenklichen Art gewinnt er schon bald das Vertrauen der Dorfbewohner und zieht mit seiner Lebensgefährtin, der Lehrerin Lisa Brunner ins Doktorhaus ein. Ein alter Freund von Justus, der Koch und Gastronom Paul Reuther, übernimmt kurz darauf den leerstehenden Gasthof Angerer und eröffnet darin ein Restaurant. Er verliebt sich in Christl, doch bald kommt es beinahe zu einer Tragödie.


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Der Bergdoktor. Foto: ZDF
Der Bergdoktor. Foto: ZDF

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